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Patentgeschützte Medikamente treiben Arzneimittelkosten in Bayern in die Höhe

Solidargemeinschaft der Beitragszahler erheblich belastet

21.07.2020

Die Versicherten der gesetzlichen Krankenkassen in Bayern haben 2019 insgesamt rund 95 Millionen Arzneimittelrezepte verschrieben bekommen. Nur sechs Millionen Rezepte (6,4 Prozent) entfielen auf patentgeschützte Arzneimittel. Im starken Kontrast dazu stehen die Kosten: Diese betrugen 2019 für patentgeschützte Arzneimittel mehr als drei Milliarden Euro – und damit fast 50 Prozent der gesamten Arzneimittelausgaben im Freistaat. Im Vergleich zum Vorjahr legten die Kosten für hochpreisige Arzneimittel um gut acht Prozent zu.

Die Preise für Patentarzneimittel erreichen immer neue Rekorde. „Dies belastet die Solidargemeinschaft der Beitragszahler erheblich. Was die Versichertengemeinschaft für überteuerte Medikamente zu viel zahlt, fehlt in anderen Gesundheitsbereichen für eine gute Versorgung der Patienten“, so Dr. Irmgard Stippler, Vorstandsvorsitzende der AOK Bayern. Im ersten Jahr können Pharmafirmen die Preise für patentgeschützte Arzneimittel selbst bestimmen. Die größte gesetzliche Krankenkasse im Freistaat setzt sich deshalb dafür ein, dass der für die Zeit danach verhandelte Erstattungspreis für ein neues Arzneimittel rückwirkend bereits auch für das erste Jahr gilt. 

Gaben die gesetzlichen Krankenkassen letztes Jahr für ein Arzneimittelrezept in Bayern im Schnitt 65 Euro aus, so war eine Verordnung mit patentgeschützten Arzneimitteln mit rund 500 Euro fast acht Mal so teuer. Die Ausgaben steigen derzeit vor allem für neue Medikamente aus den Bereichen der Immun-, Krebs- und Gentherapie. Und das Ende der Preisspirale ist noch lange nicht erreicht: Vor fünf Jahren sorgte das Medikament Sovaldi, das zur Behandlung von Hepatitis C eingesetzt wird, für Empörung – mit einem Packungspreis von 20.000 Euro. Das jüngste Beispiel ist jetzt mit Zolgensma zur Behandlung der Spinalen Muskelatrophie am Markt – mit knapp zwei Millionen Euro pro Packung.

Hinweis: Die Datenanalyse geht aus dem aktuellen Bericht des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO) zum GKV-Arzneimittelmarkt 2019 hervor. Dieser ist kostenfrei abrufbar unter folgendem Weblink: 
https://www.wido.de/fileadmin/Dateien/Dokumente/Forschung_Projekte/Arzneimittel/wido_arz_gkv-arzneimittelmarkt_2020.pdf

Anbei die Pressemittelung als pdf.

Pressekontakt

AOK Bayern – Die Gesundheitskasse
Ansprechpartner: Michael Leonhart, Pressesprecher
Zentrale, Carl-Wery-Straße 28, 81739 München
Telefon 089 62730 146, E-Mail: presse@by.aok.de