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Gesundheitskurse: 80 Prozent sehen Teilnahme als Erfolg

Rund 100.000 Teilnehmer im Jahr 2017

27.06.2018

Für manchen war es eine gute Ausrede: Für einen Gesundheitskurs brauche ich mich nicht anmelden, denn der positive Effekt hält sowieso nicht lange an. Doch die Ausrede ist jetzt widerlegt: Drei Viertel der Teilnehmer bleiben am Ball und setzen auch ein halbes Jahr nach Ende des Kurses das Erlernte noch um – die meisten sogar mehrmals pro Woche.

Es ist nicht das einzige Ergebnis, das selbst Experten bei der AOK überrascht: „Dass so viele Teilnehmer auch ohne Kurs weitermachen, hätte ich nicht gedacht“, sagt Markus Carrasco, Bewegungsfachkraft in der Direktion Passau. Als eine der ersten gesetzlichen Krankenkassen hat die AOK Bayern ihr Kursangebot wissenschaftlich evaluieren lassen. Dazu wurden bayernweit mehr als 2000 Teilnehmer aus 274 Kursen befragt.

Das Spektrum der untersuchten Kurse reicht von Pilates und Nordic Walking über Wirbelsäulengymnastik und Bewegtes Abnehmen bis zu Yoga und Autogenem Training. „Gut 80 Prozent der Befragten beurteilen auch nach einem halben Jahr ihre Kursteilnahme als Erfolg“, sagt Dr. Annette Scheder, Bereichsleiterin Gesundheitsförderung bei der AOK Bayern. Der positive Eindruck der Befragten wirke sich auch messbar auf den Gesundheitszustand aus. So stieg der Anteil der Teilnehmer ohne Krankheitstage von 57 Prozent (Kursbeginn) auf 63 Prozent (sechs Monate nach Kursbeginn). Berücksichtigt wurde jeweils der Zeitraum sechs Monate vor der Befragung.

Besonders deutlich zeigt sich der Erfolg bei den Ernährungskursen. Während des Kurses nahm jeder Teilnehmer im Schnitt 3,5 Kilogramm ab. Auch sechs Monate nach Kursende wogen 91 Prozent der Teilnehmer weniger oder gleich viel wie zu Kursbeginn. Lediglich sieben Prozent nahmen zu. Dabei profitierten die Befragten nicht nur von Ernährungstipps. Die Teilnehmer gaben auch an, sich mehr zu bewegen und besser zu entspannen.

Nachhaltig positiv wirken auch die Angebote zum Stressmanagement. Immer mehr Beschäftigte klagen über hohe Arbeitsdichte und Leistungsdruck. So stieg der Anteil der psychischen Erkrankungen am Krankenstand seit 2009 von 8,0 auf 10,9 Prozent im Jahr 2017 (ein Interview zu Ursachen und Hintergründen lesen Sie hier). Für einen besseren Umgang mit Belastungen bietet die AOK Bayern unter anderem Autogenes Training an. Hier üben die Teilnehmer, ihre Aufmerksamkeit auf Entspannungsempfindungen zu lenken – und dadurch zu mehr Ruhe und Gelassenheit zu kommen. Die Übungen lassen sich auch gut in den Alltag integrieren. Rund 80 Prozent der Befragten praktizierten die erlernten Techniken auch sechs Monate nach Ende des Kurses.

Insgesamt 100.000 Versicherte haben 2017 an einem Gesundheitskurs teilgenommen. „Für viele ist es nicht der erste Kurs. Doch auch die Erfahrenen lernen noch dazu und können ihr Gesundheitsverhalten weiter verbessern“, so Scheder. Auch das ist ein Ergebnis der umfangreichen Studie.

Ergebnisse einer Studie zu AOK-Gesundheitskursen