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Finanzausgleich: Und er funktioniert doch

Geringe Beitragsunterschiede

28.07.2017

Der Finanzausgleich zwischen den Krankenkassen funktioniert nur mangelhaft, sagen einige Akteure. Wie ist Ihre Meinung?

Dr. Helmut Platzer: Die Diskussion ist das eine, die Wirklichkeit das andere. Fakt ist: Der Finanzausgleich funktioniert immer besser. Das sieht man schon daran, dass die Beitragssatzunterschiede seit Start des Morbi-RSA deutlich zurückgegangen sind. Der Ausgleich arbeitet inzwischen also deutlich punktgenauer und schafft so eine stabile Finanzgrundlage für die AOK.

  ... eine zu gute Grundlage, meinen einige Konkurrenten.

Auf der Einnahmenseite der Krankenkassen gibt es keine großen Verwerfungen. Die wesentlichen Unterschiede zwischen den Kassen werden inzwischen in der Bewirtschaftung der Ausgaben generiert.

Was heißt das konkret?

Die AOK hat es über Jahre durch gute Verträge und gutes Leistungsmanagement geschafft, mit niedrigeren Ausgabenanstiegen auszukommen als der GKV-Durchschnitt. Das heißt, wir haben eine stabilere Finanzgrundlage erwirtschaftet als andere Kassen. Und diesen Vorteil erarbeiten wir uns jeden Tag neu auf der Ausgabenseite.

Wie stehen Sie zur Regionalisierung des Finanzausgleichs?

Ich begrüße, dass ein Gutachten in Auftrag gegeben wurde, das eine regionale Komponente im Finanzausgleich untersucht. Wir werden dann sehen, welche Aspekte der Diskussion wichtig und welche nicht so wichtig sind. Tatsache ist aber, dass man auch hier die Einnahmenseite nicht ohne die Ausgabenseite sehen darf. Bayern hat eine sehr teure Versorgungsinfrastruktur. Wenn es nach der Morbidität unserer Bevölkerung geht, wäre sie in der rein rechnerischen Bewertung in diesem Umfang nicht erforderlich.

Und sie glauben, dies ist ein Hindernis bei der möglichen Einführung einer regionalen Komponente?

Spätestens dann, wenn sich die Bundesländer auf eine Regionalisierungskomponente einigen müssten, werden einige fragen, was von den behaupteten Einnahmeproblemen in Bayern einer zu überdimensionierten Versorgungsstruktur geschuldet ist. Man muss deshalb kein Hellseher sein, um das politische Schicksal eines regionalen Ausgleichs vorher zu sagen.