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Fehlverhalten im Gesundheitswesen: AOK Bayern sichert fast 11 Millionen Euro an Beitragsgeldern

Bundesweite Betrugsdatenbank notwendig

08.12.2020

Die AOK Bayern verzeichnete in den Jahren 2018 und 2019 an jedem Arbeitstag durchschnittlich acht neue Verdachtsfälle von Betrug im Gesundheitswesen. Insgesamt legte die Zahl der Neufälle um fast 13 Prozent auf rund 3.750 zu. Die Schadenssumme kletterte sogar um 67 Prozent auf 12,2 Millionen Euro. Dies geht aus dem aktuellen Fehlverhaltensbericht 2018/2019 hervor. Der AOK Bayern ist es gelungen, 10,8 Millionen Euro und damit fast 90 Prozent der Schadenssumme erfolgreich zu sichern.

„Betrug im Gesundheitswesen schadet der solidarischen Kranken- und Pflegeversicherung nicht nur finanziell“, sagt Dominik Schirmer, Beauftragter zur Bekämpfung von Fehlverhalten im Gesundheitswesen bei der AOK Bayern. Fehlverhalten kann auch konkrete Gesundheitsgefährdungen oder -schäden bei Patientinnen und Patienten verursachen. Beispiele dafür sind die Manipulation von Wirkstoffen in Arzneimitteln oder der Einsatz von nicht qualifiziertem Personal, so Schirmer.

Mehr als jeder zweite neue Fall kam durch Abrechnungsbetrug zustande. Am meisten betroffen waren die Bereiche Hilfsmittel (971), ambulante Pflege (848) und Arzneimittel (806). Eine besonders starke Zunahme zeigt sich in den letzten fünf Jahren vor allem im Bereich der ambulanten Pflege: 2019 gab es mit 622 Fällen fast 50 Prozent mehr verfolgte Fälle als noch 2015 (415 Fälle). Der entstandene Schaden lag bei knapp drei Millionen Euro. Typische Betrugsmuster sind die Abrechnung nicht erbrachter Leistungen oder die Fälschung von Abrechnungsunterlagen. 

Die AOK Bayern sieht gerade im Bereich der ambulanten Pflege weiterhin Handlungsbedarf, um Fehlverhalten wirksam zu bekämpfen. Schirmer: „Zur Betrugsprävention fordern wir schon seit Jahren eine bundesweite Datenbank, die Betrugsfälle personenbezogen speichert.“ Bisher könnten Betrüger einfach in einem anderen Bundesland eine neue Zulassung für einen Pflegedienst beantragen, ohne dass die dortigen Kranken- und Pflegekassen über deren betrügerische Tätigkeit informiert würden.

Bei der Bekämpfung von Fehlverhalten im Gesundheitswesen arbeitet die Krankenkasse bereits seit über 15 Jahren eng mit den Ermittlungsbehörden zusammen. Die AOK Bayern begrüßt die neue „Zentralstelle zur Bekämpfung von Betrug und Korruption im Gesundheitswesen in Bayern“, die das Justizministerium im Herbst bei der Generalstaatsanwaltschaft Nürnberg geschaffen hat. „Wir versprechen uns dadurch einen noch besseren Austausch, ein gezielteres und einheitlicheres Vorgehen und somit eine effektivere Bekämpfung von Fehlverhalten im Gesundheitswesen“, so Schirmer.

Anbei die Pressemitteilung als pdf.

Pressekontakt

AOK Bayern – Die Gesundheitskasse
Ansprechpartner: Michael Leonhart, Pressesprecher
Zentrale, Carl-Wery-Straße 28, 81739 München
Telefon 089 62730 146, E-Mail: presse@by.aok.de