Kurzarbeitergeld erhöht und leichter zugänglich

Die Ausbreitung des Corona-Virus stellt viele Unternehmen vor große Herausforderungen. Um die Folgen für Arbeitgeber und Arbeitnehmer abzufedern, hat der Gesetzgeber die Erleichterungen nochmals verlängert.

Neue Regeln entlasten Unternehmen

Arbeitnehmer haben aufgrund der bestehenden Coronapandemie bis zu 24 Monate Anspruch auf Kurzarbeitergeld, wenn der Betrieb Kurzarbeit gemeldet hat. Die Bezugsdauer wird längstens bis zum 31. März 2022 ausgeweitet.

Bereits im März 2020 wurde ein Gesetz erlassen, das die Bundesregierung per Verordnung zu verschiedenen Maßnahmen ermächtigt, die Arbeitgebern einen einfacheren Zugang zu Kurzarbeitergeld ermöglichen. Das sogenannte „Gesetz zur befristeten krisenbedingten Verbesserung der Regelungen für das Kurzarbeitergeld“ passte erstmals die bisherigen Regelungen zur Kurzarbeit an die aktuelle Krisen-Situation der Coronapandemie an.

Eine weitere Verlängerung tritt mit der Kurzarbeitergeldverlängerungsverordnung zum 1. Januar 2022 in Kraft. Die Zugangserleichterungen werden damit für Fälle verlängert, in denen Kurzarbeit (anstatt wie bislang bis zum 31. Dezember 2021) bis spätestens zum 31. März 2022 neu oder nach einer Unterbrechung von mindestens drei Monaten erneut eingeführt wird.

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Das ändert sich bei Kurzarbeit

Die Gesetze sehen folgende Maßnahmen vor, um Betriebe und Arbeitnehmer während der Corona-Krise zu unterstützen:

  • Wenn aufgrund schwieriger wirtschaftlicher Entwicklungen Aufträge ausbleiben, kann ein Betrieb Kurzarbeit anmelden, wenn mindestens 10 Prozent der Beschäftigten vom Arbeitsausfall betroffen sein könnten. Dies gilt nur wenn die Kurzarbeit bis 30. März 2022 angemeldet wird. Danach gilt wieder die normale Schwelle, die vor der Pandemie bei 30 Prozent der Belegschaft lag.
  • Die Laufzeit des Kurzarbeitergelds wird auf maximal 24 Monate verlängert.
  • Auf den Aufbau negativer Arbeitszeitsalden vor Zahlung des Kurzarbeitergelds wird vollständig oder teilweise verzichtet.
  • Auch Leiharbeitnehmer können Kurzarbeitergeld beziehen.
  • Wenn die Nebentätigkeit schon vor Beginn der Kurzarbeit durchgeführt wurde, werden die Einkünfte hieraus nicht auf das Kurzarbeitergeld angerechnet. Wird die Nebentätigkeit während des Bezugs von Kurzarbeitergeld aufgenommen, wird das daraus erzielte Entgelt grundsätzlich auf das Kurzarbeitergeld angerechnet. Vom 1. Januar 2021 bis 31. Dezember 2021 wird nur noch das Entgelt aus einer während der Kurzarbeit aufgenommenen geringfügig entlohnten Beschäftigung (Minijob bis 450 Euro) nicht auf das Kurzarbeitergeld angerechnet.
  • Die Sozialversicherungsbeiträge, die Arbeitgeber normalerweise für ihre Beschäftigten zahlen müssen, erstattet die Bundesagentur für Arbeit nun bis 31. Dezember 2021 vollständig. Ab Januar 2022 werden den Arbeitgebern die Beiträge zur Sozialversicherung zu 50 Prozent erstattet. Die anderen 50 Prozent können ihnen für Weiterbildungen ihrer Beschäftigten erstattet werden, die während der Kurzarbeit beginnen.
  • Das Kurzarbeitergeld für Beschäftigte, deren Arbeitszeit um mindestens 50 Prozent reduziert ist, steigt ab dem vierten Monat auf 70 Prozent (77 Prozent mit Kindern) und ab dem siebten Monat auf 80 Prozent (87 Prozent mit Kindern) des Nettolohns. Dies gilt bis zum Jahresende 2021, wenn der Anspruch auf Kurzarbeitergeld vor dem 30. Juni 2021 entstanden ist. Vor der Pandemie lag das Kurzarbeitergeld ausschließlich bei 60 Prozent des letzten Nettolohns oder 67 Prozent für Beschäftigte mit Kindern.

Arbeitgeber müssen die Details des Kurzarbeitergelds mit der Agentur für Arbeit klären.

Agentur für Arbeit
Kurzarbeitergeld beantragen

Das Kurzarbeitergeld muss vom Arbeitgeber bei der zuständigen Agentur für Arbeit beantragt werden. Diese prüft dann, ob die Voraussetzungen für die Leistung erfüllt sind.

Kurzarbeit und Entgeltfortzahlung

Erkranken Arbeitnehmer während der Kurzarbeit, erhalten sie von der Agentur für Arbeit Kurzarbeitergeld als Entgeltfortzahlung. Beginnt die Arbeitsunfähigkeit vor der Kurzarbeit hat der Arbeitnehmer Anspruch auf Krankengeld in Höhe des jeweiligen Kurzarbeitergelds, solange Anspruch auf Entgeltfortzahlung besteht. Ausschlaggebend dafür, ob bei Arbeitsunfähigkeit die Krankenkasse oder die Agentur für Arbeit für die Erstattung des Kurzarbeitergelds an den Arbeitgeber zuständig ist, ist der Beginn der Bezugsdauer des Kurzarbeitergelds. Diese Bezugsdauer beginnt immer mit dem ersten Tag des Kalendermonats, für den in einem Betrieb Kurzarbeitergeld vom Arbeitgeber gezahlt wird.

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Kurzarbeit und Krankheit

Wird ein Beschäftigter während Kurzarbeit oder Schlechtwetterzeit arbeitsunfähig, bestimmen der Zeitpunkt der Erkrankung und der Beginn der Kurzarbeit, wie es finanziell weitergeht. Der Beschäftigte erhält dann Entgeltfortzahlung, Krankengeld oder Kurzarbeitergeld.

Stand

Zuletzt aktualisiert: 25.11.2021

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