Betriebliche Gesundheit im April
Lesen Sie im AOK-Arbeitgeber-Newsletter: Mit dem Rad zur Arbeit 2026 * Präkrastination: Stress statt Arbeitserleichterung * Frühlingsaktionen im Betrieb * Homeoffice oder Arbeit vor Ort: was Innovation und Gesundheit wirklich fördert * Signale für Quiet Quitting erkennen
Mit dem Rad zur Arbeit 2026: jetzt mitmachen
Auch 2026 findet die Aktion „Mit dem Rad zur Arbeit“ (MdRzA) statt. Von Mai bis August können Beschäftigte ihren Arbeitsweg möglichst häufig auf zwei Rädern zurücklegen – ein unkomplizierter Beitrag für mehr Bewegung im Alltag, frische Luft und weniger CO2. Wer regelmäßig radelt, profitiert von besserer Ausdauer und einem niedrigeren Ruhepuls, zudem wirkt sich der Weg zur Arbeit auf dem Rad positiv auf die Stimmung aus. Für Arbeitgeber ist die Aktion eine gute Möglichkeit, Teamgeist und Gesundheitsförderung miteinander zu verbinden.
Die Teilnahme ist einfach: Beschäftigte registrieren sich einzeln oder im Team und dokumentieren ihre Fahrten. Auch Teilstrecken und Wege rund ums Homeoffice werden angerechnet. Ab 20 geradelten Tagen besteht die Chance auf attraktive Preise.
Praktisch ist die kostenlose MdRzA‑App, mit der sich Fahrten bequem erfassen und direkt ins persönliche Aktionskonto übertragen lassen. Das erleichtert die Dokumentation und motiviert Teams zusätzlich.
Weitere Informationen, Aktionsmaterialien sowie einen Schnell‑Check zur Fahrradfreundlichkeit des eigenen Unternehmens gibt es auf mdrza.de und im AOK‑Fachportal für Arbeitgeber.
Präkrastination: Stress statt Arbeitserleichterung
Wenn Beschäftigte ihre Aufgaben immer sofort erledigen, anstatt in Ruhe Prioritäten zu setzen, kann es sich um Präkrastination handeln. Diese Form der Übermotivation ist das Gegenteil der Prokrastination („Aufschieberitis“). Eine Studie der Helmut-Schmidt-Universität/Universität der Bundeswehr in Hamburg belegt, dass Präkrastination im Berufsleben vielfältige Gründe haben kann. Dazu gehören beispielsweise Ängste, rigides Pflichtgefühl oder ein perfektionistisches Kontrollbedürfnis. Dabei sei der Aktionismus nicht immer effizient und könne der Gesundheit schaden. Mögliche Folgen der Präkrastination sind dauerhafter Stress und Überlastung, verbunden mit einer Zunahme der Fehlerhäufigkeit. All das kann im schlimmsten Fall unter anderem zu psychischen Belastungen, Schlafstörungen, Depression oder Burn-out führen.
Strukturen, die gesunde Arbeitsweisen fördern, sind das A und O. Das können Arbeitgeber konkret tun, um den ungesunden Auswirkungen von Präkrastination entgegenzuwirken:
- Sprechen Sie offen über Präkrastination im Team und mit dem Betriebsrat
- Setzen Sie sich und Ihren Mitarbeitenden klare Prioritäten bezüglich der Arbeitsaufgaben und weisen Sie feste Rollen zu
- Legen Sie gemeinsam feste Fokuszeiten im Team fest
- Unterstützen Sie bei der Selbstorganisation, zum Beispiel mithilfe einer zweiwöchigen Zeitanalyse. Darin halten Sie fest, wie viele Stunden mit welchen Aufgaben verbracht werden
- Organisieren Sie Handy-freie Meetings
- Führen Sie eine feste Pausenkultur ein, gehen Sie mit gutem Beispiel voran
Tipps für eine gesunden Pausengestaltung erhalten Sie Im AOK-Fachportal für Arbeitgeber. Mehr erfahren.
Ein gutes Zeitmanagement erleichtert die Vereinbarkeit von Job und Privatleben. Drei exemplarische Methoden werden ebenfalls im Fachportal vorgestellt. Mehr erfahren.
Die AOK hat weitere nützliche Hintergrundinformationen zum Thema Präkrastination zusammengestellt.
Frühlingsaktionen im Betrieb
Der Fehlzeiten-Report 2024 der AOK hat herausgefunden, dass Beschäftigte, die sich ihrem Unternehmen emotional verbunden fühlen, seltener krank sind. Der Frühling ist ideal, um gemeinsam im Betrieb aktiv zu werden. Gerade in kleinen Unternehmen lassen sich unkomplizierte Aktionen umsetzen, die das Miteinander stärken und die Gesundheit fördern. Schon kleine gemeinsame Aktivitäten können also viel bewirken und das Wohlbefinden im Team steigern.
Tipps für kleine, leicht umsetzbare Aktionen:
- Gemeinsamer Frühjahrsputz: Ob Werkstatt, Büro oder Außenbereich, gemeinsam anpacken bringt Bewegung und stärkt das Wirgefühl
- Pflanzaktionen: Blumen, Gemüse oder Kräuter auf dem Betriebsgelände, im Hof oder auf der Fensterbank sorgen für Aktivitäten an der frischen Luft, gesunde Snacks und ein angenehmes Arbeitsumfeld
- Teilnahme an lokalen Gesundheitstagen: Viele Städte und Gemeinden bieten im Frühling Gesundheitstage oder Sportevents an. Die gemeinsame Teilnahme motiviert und verbindet
- Gemeinsame Bewegungspause draußen: Kurz spazieren oder dehnen stärkt Team und Gesundheit
- Meetings im Freien: Besprechungen nach draußen verlegen bringt frische Impulse
Solche Aktionen lassen sich flexibel und mit wenig Aufwand gestalten und ermöglichen es allen Beschäftigten, sich nach ihren Möglichkeiten einzubringen, unabhängig von der Betriebsgröße.
Die AOK unterstützt Betriebe mit vielfältigen Angeboten zur betrieblichen Gesundheit. Weitere Informationen finden Sie im AOK-Fachportal für Arbeitgeber.
Homeoffice oder Arbeit im Betrieb: was Innovation und Gesundheit wirklich fördert
Eine Studie des Fraunhofer-Instituts für Arbeitswirtschaft und Organisation zeigt: Die Innovationskraft von Beschäftigten hängt stark von den Arbeitsbedingungen ab. Weder reines Homeoffice noch ausschließliches Arbeiten im Betrieb bieten die besten Voraussetzungen. Entscheidend ist, dass Unternehmen kreative Freiräume und strukturelle Rahmenbedingungen schaffen, damit Ideen entstehen und umgesetzt werden können.
Innovation gelingt vor allem dort, wo flexible Arbeitsmodelle, eine offene Unternehmenskultur und gesundheitsförderliche Strukturen zusammentreffen. Kreativität braucht Austausch, aber auch Rückzugsmöglichkeiten. Gleichzeitig spielen Führung, Qualifizierung und die Gestaltung der Arbeitsumgebung eine zentrale Rolle für das Wohlbefinden und die Innovationskraft der Beschäftigten.
Fünf Hebel für mehr Innovation und Gesundheit im Unternehmen:
- Arbeitsorganisation flexibel gestalten: Wechsel zwischen Arbeiten im Homeoffice und vor Ort ermöglichen, um konzentriertes Arbeiten und kreativen Austausch zu fördern
- Führung stärken: Führungskräfte für gesundheitsorientiertes und wertschätzendes Verhalten sensibilisieren und weiterbilden
- Zusammenarbeit fördern: Strukturen schaffen, die Teamarbeit und informellen Austausch, auch digital, unterstützen
- Arbeitsumgebung optimieren: Ergonomische und inspirierende Arbeitsplätze bereitstellen, die Bewegung und Wohlbefinden fördern
- Qualifizierung ausbauen: Beschäftigte regelmäßig zu gesundheitsförderlichem Arbeiten und neuen Arbeitsformen schulen
Weitere Informationen zur gesunden Arbeitsgestaltung bietet das AOK-Fachportal für Arbeitgeber. Mehr erfahren.
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Signale für Quiet Quitting erkennen
Quiet Quitting, das „stille Kündigen“, beschreibt, dass Beschäftigte sich auf ihre Kernaufgaben beschränken und keine zusätzlichen Aufgaben mehr übernehmen. Sie setzen klare Grenzen, um ihre Life-Balance zu schützen. Häufige Auslöser sind anhaltender Stress, fehlende Wertschätzung oder strukturelle Probleme im Unternehmen.
Laut einer Analyse der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) zählt rund ein Drittel der Beschäftigten in Deutschland zu den sogenannten „Quiet Quittern“: Sie tun bei der Arbeit nur noch, was vertraglich vereinbart ist. Die Mehrheit der Beschäftigten bleibt jedoch weiterhin engagiert.
Damit Quiet Quitting nicht zur Belastung für das Team wird, sind eine wertschätzende Unternehmenskultur und offene Kommunikation entscheidend. Arbeitgeber können gezielt gegensteuern:
- Schaffen Sie faire und wertschätzende Rahmenbedingungen bei der Arbeit
- Leben Sie eine offene und respektvolle Unternehmenskultur vor
- Fördern Sie eine gesunde Life-Balance durch klare Regeln und flexible Angebote
- Bieten Sie Ihren Beschäftigten Möglichkeiten zur beruflichen und persönlichen Weiterentwicklung und aktiven Mitgestaltung
- Achten Sie auf frühe Stress-Signale und bieten Sie Ihrem Team Unterstützung an
Weitere Impulse und praktische Tipps, wie Sie innere Kündigung frühzeitig erkennen und aktiv vorbeugen können, finden Sie im AOK-Fachportal für Arbeitgeber.
Stand
Erstellt am: 16.04.2026
Persönliche Ansprechperson

