Betriebliche Gesundheit im April

Lesen Sie im AOK-Arbeitgeber-Newsletter: Was eine Busfahrerin vorlebt: gelassen bleiben * Präkrastination: Stress statt Arbeitserleichterung * Rauchfrei im Mai: jetzt Beschäftigte motivieren * Frühlingsaktionen im Betrieb * Homeoffice oder Arbeit vor Ort: was Innovation und Gesundheit wirklich fördert * Signale für Quiet Quitting erkennen

Was eine Busfahrerin vorlebt: gelassen bleiben

Wie lässt sich Gelassenheit im stressigen Arbeitsalltag leben? Eine Busfahrerin aus Sachsen zeigt, dass Ruhe auch in herausfordernden Situationen möglich ist. Trotz Zeitdruck, unvorhersehbaren Momenten im Straßenverkehr und hoher Verantwortung bleibt sie bemerkenswert ruhig und reagiert besonnen. Ihr Beispiel macht deutlich, wie hilfreich es sein kann, Situationen anzunehmen, flexibel zu bleiben und sich nicht von äußeren Umständen aus der Ruhe bringen zu lassen.

Diese Haltung stärkt die Resilienz – also die Fähigkeit, Belastungen gesund zu bewältigen. Beschäftigte, die souverän mit Stress umgehen, arbeiten konzentrierter, sind seltener krank und erleben weniger Erschöpfung. Unternehmen können viel dafür tun, diese Stärke zu fördern, etwa durch Angebote zur Stressbewältigung, kurze Achtsamkeitspausen oder durch Führungskräfte, die Gelassenheit vorleben und gesunde Rahmenbedingungen schaffen.

Mehr zur Geschichte der Busfahrerin gibt es im AOK-Magazin.

Wie Arbeitgeber Resilienz im Betrieb stärken können, erfahren sie im AOK-Fachportal für Arbeitgeber.

Präkrastination: Stress statt Arbeitserleichterung

Wenn Beschäftigte ihre Aufgaben immer sofort erledigen, anstatt in Ruhe Prioritäten zu setzen, kann es sich um Präkrastination handeln. Diese Form der Übermotivation ist das Gegenteil der Prokrastination („Aufschieberitis“). Eine Studie der Helmut-Schmidt-Universität/Universität der Bundeswehr in Hamburg belegt, dass Präkrastination im Berufsleben vielfältige Gründe haben kann. Dazu gehören beispielsweise Ängste, rigides Pflichtgefühl oder ein perfektionistisches Kontrollbedürfnis. Dabei sei der Aktionismus nicht immer effizient und könne der Gesundheit schaden. Mögliche Folgen der Präkrastination sind dauerhafter Stress und Überlastung, verbunden mit einer Zunahme der Fehlerhäufigkeit. All das kann im schlimmsten Fall unter anderem zu psychischen Belastungen, Schlafstörungen, Depression oder Burn-out führen.

Strukturen, die gesunde Arbeitsweisen fördern, sind das A und O. Das können Arbeitgeber konkret tun, um den ungesunden Auswirkungen von Präkrastination entgegenzuwirken:

  • Sprechen Sie offen über Präkrastination im Team und mit dem Betriebsrat
  • Setzen Sie sich und Ihren Mitarbeitenden klare Prioritäten bezüglich der Arbeitsaufgaben und weisen Sie feste Rollen zu
  • Legen Sie gemeinsam feste Fokuszeiten im Team fest
  • Unterstützen Sie bei der Selbstorganisation, zum Beispiel mithilfe einer zweiwöchigen Zeitanalyse. Darin halten Sie fest, wie viele Stunden mit welchen Aufgaben verbracht werden
  • Organisieren Sie Handy-freie Meetings
  • Führen Sie eine feste Pausenkultur ein, gehen Sie mit gutem Beispiel voran

Tipps für eine gesunden Pausengestaltung erhalten Sie Im AOK-Fachportal für Arbeitgeber. Mehr erfahren.

Ein gutes Zeitmanagement erleichtert die Vereinbarkeit von Job und Privatleben. Drei exemplarische Methoden werden ebenfalls im Fachportal vorgestellt. Mehr erfahren.

Die AOK hat weitere nützliche Hintergrundinformationen zum Thema Präkrastination zusammengestellt.

Rauchfrei im Mai: jetzt Beschäftigte motivieren

Im Mai startet wieder die bundesweite Mitmachaktion „Rauchfrei im Mai“. Das Programm richtet sich an alle, die mit dem Rauchen aufhören möchten, und bietet während der Aktionszeit gezielte Unterstützung, Motivation und praktische Tipps. Zusätzlich gibt es die Chance auf attraktive Gewinne. Die Anmeldung ist noch bis zum 30. April möglich.

Auch Unternehmen können einen wichtigen Beitrag leisten, indem sie Beschäftigte beim Rauchstopp unterstützen:

  • Auf die Aktion „Rauchfrei im Mai“ aufmerksam machen, zum Beispiel über interne Kommunikation, Aushänge oder das Intranet
  • Das Thema Rauchfreiheit aktiv im Betrieb ansprechen und Beschäftigte zur Teilnahme motivieren
  • Führungskräfte ermutigen, mit gutem Beispiel voranzugehen, um so die Glaubwürdigkeit zu stärken
  • Eine gesundheitsorientierte Unternehmenskultur fördern
  • Ergänzende betriebliche Angebote zur Tabakentwöhnung bereitstellen

Die Aktion „Rauchfrei im Mai“ wird vom Institut für Therapie- und Gesundheitsforschung veranstaltet und von der Deutschen Krebshilfe sowie dem Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit gefördert.

Weitere Tipps und Unterstützung für einen rauchfreien Betrieb finden Sie im AOK-Fachportal für Arbeitgeber.

Frühlingsaktionen im Betrieb

Der Fehlzeiten-Report 2024 der AOK hat herausgefunden, dass Beschäftigte, die sich ihrem Unternehmen emotional verbunden fühlen, seltener krank sind. Der Frühling ist ideal, um gemeinsam im Betrieb aktiv zu werden. Gerade in kleinen Unternehmen lassen sich unkomplizierte Aktionen umsetzen, die das Miteinander stärken und die Gesundheit fördern. Schon kleine gemeinsame Aktivitäten können also viel bewirken und das Wohlbefinden im Team steigern.

Tipps für kleine, leicht umsetzbare Aktionen:

  • Gemeinsamer Frühjahrsputz: Ob Werkstatt, Büro oder Außenbereich, gemeinsam anpacken bringt Bewegung und stärkt das Wirgefühl
  • Pflanzaktionen: Blumen, Gemüse oder Kräuter auf dem Betriebsgelände, im Hof oder auf der Fensterbank sorgen für Aktivitäten an der frischen Luft, gesunde Snacks und ein angenehmes Arbeitsumfeld
  • Teilnahme an lokalen Gesundheitstagen: Viele Städte und Gemeinden bieten im Frühling Gesundheitstage oder Sportevents an. Die gemeinsame Teilnahme motiviert und verbindet
  • Gemeinsame Bewegungspause draußen: Kurz spazieren oder dehnen stärkt Team und Gesundheit
  • Meetings im Freien: Besprechungen nach draußen verlegen bringt frische Impulse

Solche Aktionen lassen sich flexibel und mit wenig Aufwand gestalten und ermöglichen es allen Beschäftigten, sich nach ihren Möglichkeiten einzubringen, unabhängig von der Betriebsgröße.

Die AOK unterstützt Betriebe mit vielfältigen Angeboten zur betrieblichen Gesundheit. Weitere Informationen finden Sie im AOK-Fachportal für Arbeitgeber.

Homeoffice oder Arbeit im Betrieb: was Innovation und Gesundheit wirklich fördert

Eine Studie des Fraunhofer-Instituts für Arbeitswirtschaft und Organisation zeigt: Die Innovationskraft von Beschäftigten hängt stark von den Arbeitsbedingungen ab. Weder reines Homeoffice noch ausschließliches Arbeiten im Betrieb bieten die besten Voraussetzungen. Entscheidend ist, dass Unternehmen kreative Freiräume und strukturelle Rahmenbedingungen schaffen, damit Ideen entstehen und umgesetzt werden können.

Innovation gelingt vor allem dort, wo flexible Arbeitsmodelle, eine offene Unternehmenskultur und gesundheitsförderliche Strukturen zusammentreffen. Kreativität braucht Austausch, aber auch Rückzugsmöglichkeiten. Gleichzeitig spielen Führung, Qualifizierung und die Gestaltung der Arbeitsumgebung eine zentrale Rolle für das Wohlbefinden und die Innovationskraft der Beschäftigten.

Fünf Hebel für mehr Innovation und Gesundheit im Unternehmen:

  • Arbeitsorganisation flexibel gestalten: Wechsel zwischen Arbeiten im Homeoffice und vor Ort ermöglichen, um konzentriertes Arbeiten und kreativen Austausch zu fördern
  • Führung stärken: Führungskräfte für gesundheitsorientiertes und wertschätzendes Verhalten sensibilisieren und weiterbilden
  • Zusammenarbeit fördern: Strukturen schaffen, die Teamarbeit und informellen Austausch, auch digital, unterstützen
  • Arbeitsumgebung optimieren: Ergonomische und inspirierende Arbeitsplätze bereitstellen, die Bewegung und Wohlbefinden fördern
  • Qualifizierung ausbauen: Beschäftigte regelmäßig zu gesundheitsförderlichem Arbeiten und neuen Arbeitsformen schulen

Weitere Informationen zur gesunden Arbeitsgestaltung bietet das AOK-Fachportal für Arbeitgeber. Mehr erfahren.

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Gesund im Homeoffice

Wie gelingt gesundes und produktives Arbeiten im Homeoffice? Das AOK-Fachportal für Arbeitgeber bietet Informationen, Praxistipps und rechtliche Hinweise rund um Arbeitsorganisation, Ergonomie und die Förderung von Gesundheit beim mobilen Arbeiten.

Signale für Quiet Quitting erkennen

Quiet Quitting, das „stille Kündigen“, beschreibt, dass Beschäftigte sich auf ihre Kernaufgaben beschränken und keine zusätzlichen Aufgaben mehr übernehmen. Sie setzen klare Grenzen, um ihre Life-Balance zu schützen. Häufige Auslöser sind anhaltender Stress, fehlende Wertschätzung oder strukturelle Probleme im Unternehmen.

Laut einer Analyse der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) zählt rund ein Drittel der Beschäftigten in Deutschland zu den sogenannten „Quiet Quittern“: Sie tun bei der Arbeit nur noch, was vertraglich vereinbart ist. Die Mehrheit der Beschäftigten bleibt jedoch weiterhin engagiert.

Damit Quiet Quitting nicht zur Belastung für das Team wird, sind eine wertschätzende Unternehmenskultur und offene Kommunikation entscheidend. Arbeitgeber können gezielt gegensteuern:

  • Schaffen Sie faire und wertschätzende Rahmenbedingungen bei der Arbeit
  • Leben Sie eine offene und respektvolle Unternehmenskultur vor
  • Fördern Sie eine gesunde Life-Balance durch klare Regeln und flexible Angebote
  • Bieten Sie Ihren Beschäftigten Möglichkeiten zur beruflichen und persönlichen Weiterentwicklung und aktiven Mitgestaltung
  • Achten Sie auf frühe Stress-Signale und bieten Sie Ihrem Team Unterstützung an

Weitere Impulse und praktische Tipps, wie Sie innere Kündigung frühzeitig erkennen und aktiv vorbeugen können, finden Sie im AOK-Fachportal für Arbeitgeber.

AOK-Programm

Stress im Griff

Das Online-Programm „Stress im Griff“ unterstützt Unternehmen dabei, Stress als Auslöser für Quiet Quitting gezielt zu begegnen und die Gesundheit der Beschäftigten zu stärken.

Stand

Erstellt am: 16.04.2026

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