Deutlich mehr Krebsfälle erwartet

Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) hat Anfang Februar 2026 bekannt gegeben, dass die Zahl der Krebserkrankungen in den 27 Ländern der Europäischen Union (EU) deutlich gestiegen ist. Seit 2000 sei die Zahl bei Frauen und Männern um etwa 30 Prozent gestiegen. OECD-Schätzungen zufolge ist bis 2040 im Vergleich zum Jahr 2022 ein weiterer Anstieg von 18 Prozent zu erwarten.

Das deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ) forderte angesichts dieser Entwicklung eine „konsequente Präventionspolitik“. Von den rund 520.000 Krebsdiagnosen 2023 allein in Deutschland wären rund 40 Prozent durch gesundheitsbewusstes Verhalten vermeidbar gewesen, so der Vorsitzende Michael Baumann. „Viele der Schicksale könnten durch Prävention Prävention bezeichnet gesundheitspolitische Strategien und Maßnahmen, die darauf abzielen,… und Früherkennung Im Rahmen der Prävention dienen Maßnahmen der Früherkennung dazu, Krankheiten bereits im Frühstadium… verhindert oder deutlich abgemildert werden.“ Als gute präventive Maßnahmen gelten der Krebsforschung zufolge eine ausgewogene Ernährung, regelmäßige Bewegung, ein gesundes Körpergewicht sowie Schutz vor UV-Strahlung.

Mehr zertifizierte Krebszentren

Die OECD nennt zur Verbesserung der Situation unter anderem auch die systematische Qualitätssicherung a) Qualitätssicherung in der gesetzlichen Krankenversicherung: Vertragsärzte, Krankenhäuser und… wie nationale Akkreditierungs- und Zertifizierungssysteme. Hier gibt es in Deutschland eine durchaus positive Entwicklung zu verzeichnen. Die Zahl der im AOK Die AOK hat mit mehr als 20,9 Millionen Mitgliedern (Stand November 2021) als zweistärkste Kassenart… -Gesundheitsnavigator angezeigten zertifizierten Krebszentren ist seit Anfang 2025 von bundesweit 3.234 auf 3.426 spezialisierte Einrichtungen gestiegen. 

Der AOK-Gesundheitsnavigator unterstützt Patientinnen und Patienten, die vor einer Krebsoperation stehen, sowie deren einweisende Ärztinnen und Ärzte mit Qualitätsinformationen. Betroffene können sich in der Krankenhaussuche des AOK-Portals über die Zertifizierung, die Fallzahlen der einzelnen Kliniken sowie über die Einhaltung der gesetzlich vorgegebenen Mindestmengen zur Behandlung von Brustkrebs und Lungenkrebs informieren. Zu Prostatakrebs-Operationen bietet die AOK darüber hinaus exklusive Qualitätsinformationen auf Basis der AOK-Abrechnungsdaten an.

AOK unterstützt Betroffene mit dem FamilienCoach Krebs

Um betroffene Familien mit der Belastung einer Krebserkrankung nicht allein zu lassen, bietet die AOK zudem den FamilienCoach Krebs an. Dieses Online-Selbsthilfe-Programm soll dabei helfen, die psychische und praktische Belastung einer Krebserkrankung als Familie gemeinsam zu bewältigen. Durch Information, interaktive Übungen, Videos und Audios lernen Programmteilnehmende, wie Sie sich selbst und Ihrem an Krebs erkrankten, nahestehenden Menschen helfen können. 

Den künftigen Herausforderungen in der Krebsmedizin und -forschung widmet sich auch der 37. Deutsche Krebskongress. „Zusammen – gezielt – zukunftsfähig“: Unter diesem Motto findet der größte und wichtigste Krebskongress im deutschsprachigen Raum am 18. Februar statt. An vier Tagen diskutieren rund 10.000 Teilnehmende aus Wissenschaft, Medizin, Pflege Kann die häusliche Pflege nicht im erforderlichen Umfang erbracht werden, besteht Anspruch auf… , Gesundheitswesen Das Gesundheitswesen umfasst alle Einrichtungen, die die Gesundheit der Bevölkerung erhalten,… , Politik und Selbsthilfe die Herausforderungen der modernen Krebsmedizin.

Moderne Versorgungsstrukturen

„Auf dem Kongress bringen wir alle an der Krebsmedizin Beteiligten zusammen und diskutieren die Zukunft der Onkologie“, sagt Professorin Dr. Anke Reinacher-Schick, Kongresspräsidentin und Direktorin der Klinik für Hämatologie und Onkologie mit Palliativmedizin im St. Josef-Hospital, Klinikum der Ruhr-Universität Bochum. Neben aktuellen Entwicklungen in der Forschung, Diagnostik, Therapie und Pflege stehen auch übergreifende Fragestellungen auf der Tagesordnung, etwa zu modernen Versorgungsstrukturen und gesundheitspolitischen Reformen. Die Teilnehmenden diskutieren in den rund 300 Sitzungen unter anderem auch über die steigende Bedeutung der Prävention, Möglichkeiten sowie Grenzen von KI oder ethische Fragestellungen.