Selbsthilfe stärkt Alkoholprävention

Selbsthilfeorganisationen leisten einen wichtigen Beitrag zur Prävention von riskantem Alkoholkonsum. Mit niedrigschwelliger Aufklärung, persönlicher Ansprache und Angeboten auf Augenhöhe können sie eine wichtige Stütze für eine wirksame Alkoholpolitik sein.

Foto einer Frau, der ein Glas Wein zugeschoben wird und die dankend mit einer abwehrenden Handgeste ablehnt
Selbsthilfe unterstützt Menschen dabei, riskanten Alkoholkonsum zu reflektieren und bewusste Entscheidungen zu treffen.

Ein bewusster Umgang mit Alkohol ist wichtig – reicht jedoch allein nicht aus. Zwar können Aktionen wie der „Dry January“ oder der „Sober October“ individuelles Verhalten positiv beeinflussen, ersetzen jedoch keine nachhaltige alkoholpolitische Strategie.

Dass Deutschland hier Nachholbedarf hat, zeigt der aktuelle Public Health "Public Health" (übersetzt: "öffentliche Gesundheit") verfolgt das Ziel, Bedingungen zu schaffen und… Index (PHI) des AOK Die AOK hat mit mehr als 20,9 Millionen Mitgliedern (Stand November 2021) als zweistärkste Kassenart… -Bundesverbandes und des Deutschen Krebsforschungszentrums: Trotz weiterhin hohen Alkoholkonsums zählt die deutsche Alkoholpolitik im europäischen Vergleich zu den Schlusslichtern. Der PHI macht zugleich deutlich, wie andere Länder mit wirksamen politischen Maßnahmen – etwa höheren Altersgrenzen oder Werbeverboten – erfolgreich gegensteuern.

Suchthilfe auf Augenhöhe

Organisationen der Suchtselbsthilfe wie das Blaue Kreuz, der Kreuzbund oder die Guttempler können eine solche Alkoholpolitik sinnvoll ergänzen, indem sie Prävention Prävention bezeichnet gesundheitspolitische Strategien und Maßnahmen, die darauf abzielen,… , Beratung und Selbsthilfe miteinander verbinden. Die AOK unterstützt dieses Engagement seit Jahren. 2025 förderte sie unter anderem das Blaukreuz-Festival „Aufwind+“, bei dem berufliche Fachkräfte und suchterfahrene Menschen auf Augenhöhe zusammenkamen. Zudem unterstützte die Krankenkasse ein Projekt des Kreuzbundes zur Zusammenarbeit von Suchtselbsthife-Akteuren mit Partnern aus anderen Settings.

Bundesweite Erhebung zur Suchtselbsthilfe

Für die Jahre 2026 und 2027 ist mit Unterstützung der AOK eine Erhebung zur Suchtselbsthilfe geplant, an der erstmals alle bundesweit tätigen Suchtselbsthilfeverbände beteiligt sind. Unter der Leitung des Blauen Kreuzes in Deutschland und in Zusammenarbeit mit dem Institut für interdisziplinäre Sucht- und Drogenforschung (ISD) in Hamburg soll ein umfassendes Bild der aktuellen Selbsthilfelandschaft entstehen.

Die Erhebung soll die vielfältigen Aktivitäten der beteiligten Verbände erfassen und Erkenntnisse zur Entwicklung neuer Angebotsformate liefern. Ziel ist ein umfassender Überblick über die Arbeit der Suchtselbsthilfe, der sowohl Impulse für ihre Weiterentwicklung geben als auch als Grundlage für den Austausch dienen soll – innerhalb der Verbände, in der Suchthilfe sowie gegenüber Politik, Gesundheitseinrichtungen und Fördermittelgebenden.