AOK-Tipps: So erkennen Sie die Anzeichen einer Gehirnerschütterung bei Kindern
Die Treppe heruntergefallen, vom Rad gestürzt, beim Sport einen Ball an den Kopf bekommen – eine Gehirnerschütterung kann man sich schnell zuziehen.

Danach ist Ruhe wichtig – Gehirnerschütterung: Kinder genau beobachten
Ein Sturz vom Rad, ein schmerzhafter Zusammenstoß beim Sport, ungesicherte Treppen: Eine Gehirnerschütterung kann man schnell bekommen. Kurze Bewusstlosigkeit, Kopfschmerzen, Übelkeit und Gedächtnislücken sind die klassischen Symptome, die sich manchmal erst nach Stunden bemerkbar machen. Meist heilt eine „Commotio cerebri“, also eine Erschütterung des Gehirns, ohne Folgen aus.
Schädel-Hirn-Trauma/Gehirnerschütterung – was ist das eigentlich?
Das Schädel-Hirn-Trauma (SHT) ist eine Verletzung des Kopfes, die durch einen Sturz oder einen Aufprall verursacht wird. Dabei kann es zu einer vorübergehenden Funktionsstörung des Gehirns kommen. Eine Gehirnerschütterung, also ein SHT 1°, stellt die mildeste Form dieser Verletzung dar. Obwohl sie in den meisten Fällen nicht lebensbedrohlich ist, sollte trotzdem auch eine solche Gehirnerschütterung, insbesondere bei Säuglingen und Kindern, ernst genommen und im Zweifelsfall ärztlich abgeklärt werden.
Welche Symptome finden sich bei Säuglingen und welche bei Kindern?
Zumeist unterscheiden sich die Symptome einer Gehirnerschütterung bei Säuglingen und älteren Kindern. Bei Säuglingen sind die Anzeichen oft schwerer zu erkennen, wobei demgegenüber ältere Kinder häufiger klare Anzeichen zeigen.
Typische Symptome und Warnzeichen einer Gehirnerschütterung im Überblick
- Bewusstlosigkeit (länger als 5 Sekunden)
- Wiederholtes Erbrechen
- Starke Kopfschmerzen
- Übermäßige Müdigkeit oder Schläfrigkeit
- Verwirrtheit oder Verhaltensänderungen
- Vermehrtes Weinen oder ungewöhnliches Verhalten bei Säuglingen
- Unterschiede in der Pupillengröße
- Krampfanfälle
- Sichtbare Kopfverletzungen
- Flüssigkeitsaustritt aus Nase oder Ohren
- Gespannte Fontanelle bei Säuglingen
Was Ihrem Kind hilft und den Heilungsprozess fördert
- Das Kind sollte die ersten 24-48 Stunden nicht allein sein, auch wenn es im Krankenhaus Krankenhäuser sind Einrichtungen der stationären Versorgung, deren Kern die Akut- beziehungsweise… war
- Es braucht unbedingte Ruhe, sollte sich gründlich ausruhen und anstrengende Tätigkeiten vermeiden. Auch Fernsehen, auf den Computerbildschirm oder das Smartphone schauen sollten vermieden werden, denn das Flackerlicht kann Kopfschmerzen und, wenn auch sehr selten, Krämpfe hervorrufen
- Keine Gabe von Aspirin, ASS, Diclofenac, Ibuprofen oder Naproxen bei Kopfschmerzen
- Ihr Kind sollte keine Schlaf‐ oder Beruhigungsmittel ohne ausdrücklichen ärztlichen Rat einnehmen
- Mindestens 3 Wochen sollte ein Kind auf Kontaktsportarten, wie beispielsweise Fußball verzichten, ohne vorher mit einer Ärztin oder Arzt Die ärztliche Berufsausübung, die Ausübung der Heilkunde, setzt nach der Bundesärzteordnung eine… gesprochen zu haben
- Das Kind sollte erst dann wieder zur Schule gehen, wenn es sich vollständig erholt hat
- Ein Telefon sollte in Reichweite sein, um gegebenenfalls medizinische Hilfe zu rufen
In seltenen Fällen kann es nach einigen Wochen aber noch zu einem so genannten postkommotionellen Syndrom kommen, Betroffene leiden dann unter Schwindel, Müdigkeit und Kopfschmerzen. Hier muss eine Wiedervorstellung bei Ihrem Arzt oder Ärztin unbedingt und zeitnah erfolgen.
Damit es gar nicht erst zu einer Gehirnerschütterung kommt, gibt es eine Reihe von Möglichkeiten vorzubeugen: So ist beim Rad- und Skifahren, Bergsteigen, Klettern, Inline-Skaten, Skateboarden oder Reiten ein gutsitzender Helm unverzichtbar. Zuhause ist es wichtig, besonders wenn Kinder oder ältere Menschen dort leben, Stolperfallen zu beseitigen. Dazu gehören Teppichkanten, Absätze und glatte Böden. Bei Nacht wird das Sturzrisiko verringert, wenn es bewegungsgesteuerte Lichtquellen in der Wohnung gibt.
Kinder sollten im Auto zudem immer einen passenden Kindersitz haben, auch bei kurzen Strecken oder im Mietwagen am Urlaubsort. Und wenn kleinere Kinder im Haus sind, ist es wichtig, Fenster-, Treppen- und den Balkonbereich auf mögliche Gefahrenquellen zu überprüfen. Das heißt, Fenster möglichst nur kippen, Treppen und Balkone mit Geländern oder Gittern sichern. Säuglinge auf einer Wickelkommode darf man zudem nie unbeobachtet lassen, im Zweifel kurz auf den Boden legen.