Pressemitteilung

Gesundheitsreport: In fast jedem fünften Fall übernimmt eine hausärztliche Praxis die Behandlung der Kinder

12.06.2026 AOK Rheinland/Hamburg 5 Min. Lesedauer

Gerade in den Randgebieten werden junge Patientinnen und Patienten häufig in hausärztlichen Praxen versorgt. In einigen Teilen von NRW betrifft dies jedes zweite Kind, zeigen Auswertungen der AOK Rheinland/Hamburg.

Fast 18 Prozent der Kinder und Jugendlichen werden nicht in kinder- und jugendärztlichen, sondern in hausärztlichen Praxen betreut. In einzelnen ländlichen Gemeinden, etwa in Teilen der Kreise Kleve und Oberbergisches Land, betrifft es sogar knapp 50 Prozent der Kinder. Das zeigen Auswertungen für den Gesundheitsreport 2026 der AOK Die AOK hat mit mehr als 20,9 Millionen Mitgliedern (Stand November 2021) als zweistärkste Kassenart… Rheinland/Hamburg, der gerade erschienen ist. Der Bericht erfasst Auffälligkeiten in der medizinischen Versorgung und blickt auf regionale Herausforderungen. Dabei wird auch deutlich, dass viele Menschen weiterhin die Krebs-Früherkennung Im Rahmen der Prävention dienen Maßnahmen der Früherkennung dazu, Krankheiten bereits im Frühstadium… vernachlässigen. Nur jede dritte Frau (35,7 Prozent) und etwas mehr als jeder fünfte Mann (22,5 Prozent) nehmen entsprechende Untersuchungen wahr.

Der Gesundheitsreport 2026 der AOK Rheinland/Hamburg belegt aber auch: 82 Prozent der Behandlungsfälle finden in einer hausärztlichen Praxis statt, die von der Wohnung der Versicherten mit dem Auto innerhalb von 15 Minuten erreichbar ist. Auch die kinder- und jugendärztliche Versorgung ist überwiegend gut erreichbar: In 90 Prozent der Fälle liegt die Fahrtzeit zur aufgesuchten Praxis bei bis zu 20 Minuten. 

Die Auswertung der Behandlungsfälle von Kindern und Jugendlichen in hausärztlichen Praxen zeigt aber, dass fast 18 Prozent aller Kinder und Jugendlichen bis 17 Jahre in hausärztlichen Praxen behandelt werden. In einigen Randgemeinden des Versorgungsgebiets liegt dieser Anteil deutlich höher und erreicht teilweise knapp 50 Prozent, so zum Beispiel in Emmerich und Rees im Kreis Kleve sowie in südlichen Gemeinden des Oberbergischen Kreises und des Kreises Euskirchen. Diese hohen Werte deuten auf mögliche Schwierigkeiten in der Sicherstellung der fachärztlichen pädiatrischen Versorgung in diesen Regionen hin.

Geringe Teilnahme an Krebsfrüherkennung trotz guter Vorsorgeangebote

Mit Hilfe von Früherkennungsuntersuchungen sollen Krankheiten frühzeitig erkannt und damit schwere Verläufe und Komplikationen vermieden werden. Während fast 62 Prozent der Frauen und knapp 55 Prozent der Männer zwischen 2022 und 2024 am allgemeinen Gesundheits-Check-up teilgenommen haben, fällt die Nutzung der Krebsfrüherkennungsangebote deutlich geringer aus. Nur jede dritte Frau (35,7 Prozent) und etwas mehr als jeder fünfte Mann (22,5 Prozent) nehmen entsprechende Untersuchungen wahr. Auch beim Mammographie-Screening liegt die Teilnahmequote bei knapp unter 50 Prozent. Besonders niedrig ist die Inanspruchnahme der Darmkrebs-Früherkennung: Seit 2019 sind Männer zwischen 50 und 54 Jahren erstmals anspruchsberechtigt. Die Auswertung zeigt, dass nur 6,8 Prozent in den ersten fünf Jahren eine Früherkennungskoloskopie in Anspruch nahmen. Berücksichtigt wurden zudem Frauen, die im Jahr 2019 55 Jahre alt wurden. 

Hohe Krankenhausfallzahlen und Hinweise auf mögliche Fehlbelegungen im stationären Bereich 

Weiterhin hoch ist die Anzahl an Krankenhausfällen: Im Jahr 2025 kamen auf 1.000 AOK-Versicherte insgesamt 232 Krankenhausaufenthalte. Zu hinterfragen ist, ob eine stationäre Aufnahme in allen Fällen medizinisch zwingend erforderlich war. Hinweise zeigen sich insbesondere bei einfachen Eingriffen ohne komplizierende Faktoren, die in der Auswertung betrachtet wurden. Diese machten im Jahr 2025 fast 31 Fälle je 1.000 Versicherte im Rheinland und in Hamburg aus. Insgesamt ist von einer höheren Fallzahl Summe aller Abrechnungsfälle in einem Abrechnungszeitraum. auszugehen. Die Auswertung verdeutlicht außerdem, dass rund 66 der Krankenhausfälle je 1.000 Versicherte (28,6 Prozent) durch eine qualitativ hochwertige ambulante Versorgung im Vorfeld hätten vermieden werden können. 

„Die aktuellen Zahlen zur Fehlbelegung und zu vermeidbaren Krankenhausaufenthalten zeigen deutlich, dass wir die Versorgungsstrukturen stärker auf die Bedürfnisse der Patientinnen und Patienten ausrichten müssen. 28,6 Prozent der Aufenthalte wären potenziell vermeidbar gewesen. Diese Zahlen sind nicht als Kritik an einzelnen Leistungserbringern zu verstehen, sondern als Hinweis auf strukturelle Herausforderungen im Gesundheitssystem. In diesem Kontext sollten ambulante Versorgungsstrukturen gestärkt werden“, sagt Maria Peters, Abteilungsleiterin Steuerung und Versorgungsentwicklung und verantwortlich für den Gesundheitsreport 2026. „Wichtig ist also die Förderung präventiver Maßnahmen und eine frühzeitige Behandlung, bevor die Erkrankungen eine stationäre Aufnahme erforderlich machen. Auf diese Weise kann nicht nur die Versorgungserfahrung der Patientinnen und Patienten verbessert werden, sondern es kann auch dazu beigetragen werden, Krankenhausressourcen gezielt nach Bedarf einzusetzen. Die Vermeidung unnötiger Krankenhausaufenthalte ist ein Baustein für ein leistungsfähiges und zukunftssicheres Gesundheitssystem.“ 

Krankenhauseinweisungen bei pflegebedürftigen Menschen oft vermeidbar 

7,6 Prozent der Bevölkerung im Rheinland und in Hamburg sind pflegebedürftig. Durchschnittlich leben 8,9 je 1.000 Einwohnerinnen in Pflegeheimen. Bei Erkrankungen werden Pflegeheimbewohnerinnen und -bewohner oft ins Krankenhaus Krankenhäuser sind Einrichtungen der stationären Versorgung, deren Kern die Akut- beziehungsweise… eingewiesen. Laut der Auswertung wären einige Krankenhausaufenthalte jedoch vermeidbar. So waren es im Jahr 2025 durchschnittlich 13 Krankenhausaufenthalte je 100 dauerhaft im Pflegeheim lebende Menschen, die durch bestimmte gesundheitliche Probleme wie Wunden oder Flüssigkeitsmangel entstanden sind und unter geeigneteren pflegerischen Bedingungen möglicherwiese vermeidbar gewesen wären. Demgegenüber stehen rund 50 Krankenhausaufenthalte je 100 Pflegeheimbewohnerinnen und -bewohner aufgrund von Hautabszessen, Diabetes, Bronchitis oder Infektionskrankheiten, die bereits im Pflegeheim hätten behandelt werden können. Gerade bei akuten Zustandsveränderungen ist eine schnelle ärztliche Einschätzung entscheidend. Hier setzt der Vertrag der AOK Rheinland/Hamburg „VisitON“ an: Per Video und modernster Medizintechnik können Pflegeeinrichtungen unkompliziert Kontakt zu Ärztinnen und Ärzten aufnehmen – auch zeitversetzt. So lassen sich gesundheitliche Veränderungen frühzeitig einordnen, Behandlungen schneller abstimmen und unnötige Fahrwege vermeiden.

Hinweise für die Redaktionen:
Für den Gesundheitsreport werden überwiegend Routinedaten auch Sekundärdaten genannt, sind Daten, die routinemäßig von der gesetzlichen Krankenversicherung… von Versicherten der AOK Rheinland/Hamburg ausgewertet. Rechnen Leistungserbringer Unter diesem Sammelbegriff werden alle Personengruppen zusammengefasst, mit denen die Krankenkassen… ihre Leistungen mit der Krankenkasse ab, übermitteln sie eine Vielzahl an abrechnungsrelevanten Informationen, z.B. behandelte Krankheiten und erbrachte Leistungen. Diese Angaben können im Hinblick auf die gesundheitliche Lage und Gesundheitsversorgung analysiert werden. 

Den Gesundheitsreport 2026 finden Sie hier.

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Katharina Muschalla
Pressesprecherin

Katharina Muschalla

AOK Rheinland/Hamburg