Pressemitteilung

Luft nach oben bei Zahnvorsorge bei Kindern in Schleswig-Holstein

17.09.2026 AOK NordWest 3 Min. Lesedauer

Fast jedes zweite Kind geht nicht zur Prophylaxe.

Ein junge sitzt mit geöffnetem Mund im Zahnarztstuhl, während eine Ärztin mit einem Spiegel seine Zähne kontrolliert.
Trotz eines Anstiegs von 1,9 Prozent in 2025 bei der Inanspruchnahme der Zahnvorsorge in Schleswig-Holstein im Vergleich zum Vorjahr, nutzte fast die Hälfte (53,5 Prozent) der Kinder und Jugendlichen das Angebot der kostenfreien Untersuchungen nicht.

Kiel. Bei der Zahnvorsorge bei Kindern in Schleswig-Holstein ist noch viel Luft nach oben. Das ergab eine aktuelle Auswertung der AOK NordWest anlässlich des Tages der Zahngesundheit am 25. September. Danach gab es im vergangenen Jahr zwar einen Anstieg bei der Inanspruchnahme der Zahnvorsorge im Rahmen der Individualprophylaxe von 1,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, aber fast die Hälfte der Kinder nutzte das Angebot nicht. Insgesamt nahmen 39.223 Kinder und Jugendliche im Alter von sechs bis 17 Jahren die kostenfreien Untersuchungen in Anspruch. Allerdings sind das nur 53,5 Prozent aller AOK-versicherten Kinder und Jugendlichen in der Altersgruppe in Schleswig-Holstein. „Im Klartext heißt das, dass fast jedes zweite Kind in Schleswig-Holstein nicht zur Zahnvorsorge geht. Die regelmäßige Kontrolle bei Kindern ist entscheidend für die lebenslange Erhaltung ihrer Mundgesundheit. Denn Karies zählt zu den häufigsten Erkrankungen im Kindes- und Jugendalter“, sagt AOK-Vorstandsvorsitzender Tom Ackermann.

 

„Die regelmäßige Kontrolle bei Kindern ist entscheidend für die lebenslange Erhaltung ihrer Mundgesundheit.“

Tom Ackermann

Vorstandsvorsitzender der AOK NordWest

Zahngesundheit so früh wie möglich

Je früher mit der gezielten Zahnvorsorge begonnen wird, desto besser. Und das bereits vom ersten Zahn an. Denn Kinderzähne sind bereits ab dem ersten Zahn anfällig für Karies. Daher gibt es für Kinder bis sechs Jahre die zahnmedizinische Früherkennung Im Rahmen der Prävention dienen Maßnahmen der Früherkennung dazu, Krankheiten bereits im Frühstadium… . Zwischen dem sechsten Lebensmonat und dem vollendeten sechsten Lebensjahr besteht ein Anspruch auf sechs zahnärztliche Früherkennungsuntersuchungen. Wie bei der Individualprophylaxe für Kinder und Jugendliche im Alter von sechs bis 17 Jahren gab es auch bei der zahnmedizinischen Früherkennung für die Kleinsten einen Anstieg der Inanspruchnahme. So nutzten im vergangenen Jahr in Schleswig-Holstein 11.882 Kinder die Untersuchungen zur Frühprävention, im Jahr 2024 waren es 11.815. Das ist ein leichtes Plus von knapp einem Prozent. „Um Karies im Milchzahngebiss von Kleinkindern zu vermeiden, sollte die Zahnvorsorge schon mit dem Durchbruch des ersten Zahns beginnen“, so Ackermann. Um die Zahngesundheit der Kleinsten zu verbessern, zahlte die AOK Die AOK hat mit mehr als 20,9 Millionen Mitgliedern (Stand November 2021) als zweistärkste Kassenart… NordWest für die zahnmedizinische Früherkennung in Schleswig-Holstein im letzten Jahr insgesamt über 608.000 Euro, 8,2 Prozent mehr als noch ein Jahr zuvor. „Mit der zahnmedizinischen Früherkennung stärken wir die frühkindliche Mundgesundheit und wollen den Kindern direkt am Lebensanfang die Basis für eine zahngesunde Zukunft geben“, so Ackemann. Denn gesunde Milchzähne verringern das Risiko von Zahn- und Kieferfehlstellungen der bleibenden Zähne. Auch die Eltern sollten die Phase, in der die ersten Zähne durchbrechen, gut mitbegleiten und das Kind an eine regelmäßige Zahnpflege gewöhnen. 

Halbjährliche Untersuchung ab dem sechsten Lebensjahr

Nach der zahnärztlichen Früherkennung werden die Kinder von sechs bis 17 Jahren im Rahmen der Individualprophylaxe dann halbjährlich untersucht. Die gesetzlichen Krankenkassen Die 93 Krankenkassen (Stand: 01.01.26) in der gesetzlichen Krankenversicherung verteilen sich auf… übernehmen die Prophylaxe ab dem sechsten Lebensjahr zweimal im Jahr. Auch die Fissurenversiegelung der bleibenden großen Backenzähne wird bis zum 18. Lebensjahr vollständig bezahlt. 

Dokumentation für besseren Überblick

Seit Anfang des Jahres dokumentieren Zahnärztinnen und Zahnärzte die Ergebnisse der sechs zahnärztlichen Früherkennungsuntersuchungen direkt im Kinderuntersuchungsheft (‚Gelbes Heft‘). Bisher erfolgte dies gesondert in sogenannten Kinderzahnpässen. Ziel ist es, die Mundgesundheit von Kindern weiter zu verbessern und Eltern einen besseren Überblick zu bieten. Zudem ist geplant, das ‚Gelbe Heft‘ im Laufe des Jahres in die elektronische Patientenakte Mit der ePA können Patientinnen und Patienten sowie die an Ihrer Behandlung beteiligten Ärztinnen… zu integrieren. 

Gesund beginnt im Mund – kau dich fit

Der diesjährige Tag der Zahngesundheit steht unter dem Motto „Gesund beginnt im Mund – kau dich fit“. Denn die uneingeschränkte und schmerzfreie Kaufähigkeit ist eine der Säulen für ein lebenslanges Wohlbefinden. Mehr Informationen dazu gibt es im Internet unter tagderzahngesundheit.de/

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Jens Kuschel

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