Pressemitteilung

Westfalen-Lippe: Leichter Anstieg bei den sexuell übertragbaren Infektionen

09.09.2026 AOK NordWest 4 Min. Lesedauer

Infektionen verursachen häufig keine Beschwerden und bleiben deshalb unbehandelt

Ein Paar liegt leicht bekleidet im Bett. Sie stützt sich auf dem Bauch liegend auf ihren Ellenbogen ab und lächelt, er liegt seitlich dicht an ihr und wendet sich ihr zu.
In Westfalen-Lippe ist die Anzahl der sexuell übertragbaren Infektionen, kurz STI genannt, im letzten Jahr (2025) leicht gestiegen. Insgesamt waren 14.508 Fälle zu verzeichnen.

Dortmund. Die Anzahl der sexuell übertragbaren Infektionen, kurz STI (Sexually Trans-mitted Infections) genannt, ist in Westfalen-Lippe im letzten Jahr (2025) leicht gestiegen. Insgesamt waren 14.508 Fälle zu verzeichnen und damit 1,3 Prozent mehr als im Jahr zuvor mit 14.320 Fällen. Das teilte die AOK NordWest heute auf Basis einer aktuellen Auswertung mit. Die Ausbreitung von STI kann durch Aufklärung und geeignete Präventionsmaßnahmen deutlich reduziert werden. „Viele sexuell übertragbare Infektionen sind bei frühzeitiger Diagnose gut behandelbar. Einige bakterielle STI sind heilbar, während virale Infektionen wie HIV nicht heilbar, aber gut behandelbar sind. Das setzt voraus, dass bei Verdacht auf eine STI auf jeden Fall ein Arzt aufgesucht wird. Oft verursachen sexuell übertragbare Infektionen keine Beschwerden und bleiben deshalb unbehandelt“, sagt Dr. med. Katja Schwarzenhölzer, Medizinerin bei der AOK NordWest.

„Oft verursachen sexuell übertragbare Infektionen keine Beschwerden und bleiben deshalb unbehandelt.“

Dr. med. Katja Schwarzenhölzer

Medizinerin bei der AOK NordWest

Altersabhängiges Auftreten von STI

STI sind Infektionen, die hauptsächlich beim Sex übertragen werden. Viele Menschen sind im Laufe ihres Lebens mindestens einmal davon betroffen, unabhängig von der sexuellen Orientierung oder dem Geschlecht. Die Ansteckung mit einer STI hat wenig mit Hygiene zu tun. Laut der AOK Die AOK hat mit mehr als 20,9 Millionen Mitgliedern (Stand November 2021) als zweistärkste Kassenart… -Auswertung traten sexuell übertragbare Infektionen (STI) im Jahr 2025 am häufigsten im Alter zwischen 30 bis 44 Jahren auf. In der Altersgruppe der 20 bis 24-Jährigen treten die sexuell übertragbaren Infektionen noch häufiger bei den jungen Frauen auf als bei den gleichaltrigen Männern. Dies kann damit erklärt werden, dass die Infektionen bei Frauen häufiger und früher entdeckt werden, da sie bereits in jüngeren Jahren eine Frauenärztin oder einen Frauenarzt aufsuchen. In der Altersgruppe der 30 bis 44-Jährigen überwiegt die STI dagegen bei den Männern. Eine deutliche Erkrankungsspitze ist dann in der Altersgruppe der 35 bis 39-Jährigen Männern zu verzeichnen. Auch in der nachfolgenden Altersgruppe von 40 bis 59 Jahren sind die Männer häufiger betroffen und das auf einem höheren Niveau als die Frauen dieser Altersgruppe. Erst ab der Altersgruppe der 65 bis 79-Jährigen nähern sich die Erkrankungszahlen der Geschlechter auf einem deutlich niedrigeren Niveau wieder an. 

STI: Häufigkeiten, Anzeichen und Folgeschäden

In der AOK-Auswertung für Westfalen-Lippe wurden im Jahr 2025 bei den STI am häufigsten die anogenitalen (venerischen) Warzen diagnostiziert, gefolgt von akuter Virushepatitis B und Herpes Simplex. Es folgen Chlamydien und HIV. Zu den häufigsten Anzeichen von STI gehören Ausfluss aus Harnröhre oder Scheide, genitale Geschwüre, Schwellungen der Leistengegend oder der Hoden, Juckreiz, Schmerzen beim Sex und Wasserlassen sowie Unterbauchschmerzen. „Sexuell übertragbare Infektionen können zum Teil zu schweren Folgeschäden führen. Eine unbehandelte Chlamydien-Infektion kann insbesondere bei Frauen zu einer Beckenentzündung und dadurch zu Fruchtbarkeitsstörungen führen. Infektionen mit humanen Papillomviren (HPV) oder auch mit Hepatitis B können Krebserkrankungen zur Folge haben und eine nicht behandelte HIV-Infektion AIDS“, so Dr. Schwarzenhölzer. 

Prävention verhindert Infektion

Zur Prävention Prävention bezeichnet gesundheitspolitische Strategien und Maßnahmen, die darauf abzielen,… der Ausbreitung sexuell übertragbarer Infektionen sei es daher wichtig, frühzeitig und gezielt über Infektionen und Übertragungswege zu informieren. „Liegt eine sexuell übertragbare Infektion vor, sollten möglichst auch die jeweiligen Sexualpartner auf eine Infektion untersucht und gegebenenfalls behandelt werden. Ungeschützter Geschlechtsverkehr mit häufig wechselnden Partnern erhöht das Risiko einer Infektion,“ sagt Dr. Schwarzenhölzer weiter. 

HP-Viren sind auch Männersache

Ursache für die am häufigsten diagnostizierte STI, die anogenitalen (venerischen) Warzen (Feigwarzen) sind bestimmte humane Papillomviren (HPV), die Niedrigrisikotypen, insbesondere HPV6 und 11. Andere HP-Viren (Hochrisikotypen) können sogar zu Zellveränderungen führen und langfristig verschiedene Krebsarten wie Gebärmutterhals-, Anal-, Penis-, Vulva-, Vaginal- und bestimmte Kopf-Hals-Tumoren verursachen. Doch das Thema ist damit keine reine Frauensache. Auch viele Männer und Jungen sind damit infiziert. Deshalb können sie nicht nur das Virus übertragen, sondern auch selbst an einem HPV-bedingten Tumor erkranken. Daher gilt die Empfehlung zur Impfung gegen die HP-Viren der Ständigen Impfkommission (STIKO) standardmäßig für alle Kinder und Jugendlichen im Alter von neun bis 14 Jahren. 

Impfung nutzen

Die Impfung sollte idealerweise vor dem ersten Sexualkontakt erfolgen. In der Regel werden Jungen wie Mädchen zweimal in einem Abstand von fünf bis dreizehn Monaten geimpft. Sollte über das Alter von 14 Jahren hinaus noch Bedarf an Nachholungen von Impfungen Aufgrund des GKV-Wettbewerbsstärkungsgesetzes sind Leistungen für bestimmte Schutzimpfungen seit dem… bestehen, übernehmen die Kranken-kassen die vollen Kosten der HPV-Impfung über die Krankenversichertenkarte Seit 1995 ersetzte die Krankenversichertenkarte, auch Chipkarte genannt, den bis dahin geltenden… bei Jugendlichen bis zum vollendeten 18. Lebensjahr. Bei Frauen und Männern ab 18 Jahren erstattet die AOK NordWest im Rahmen des 500-EUR-Gesundheitsbudgets 80 Prozent der Kosten der HPV-Impfung. 

Mehr Informationen zur Früherkennung Im Rahmen der Prävention dienen Maßnahmen der Früherkennung dazu, Krankheiten bereits im Frühstadium… gibt es im Internet unter www.aok.de/nw, Rubrik Leistungen & Services und beim Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit Die BIÖG fördert durch praktische Gesundheitserziehung und -aufklärung das verantwortungsbewusste… (BIÖG) unter www.liebesleben.de

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