Pressemitteilung

Immer mehr Typ-2-Diabetiker in Westfalen-Lippe

06.11.2026 AOK NordWest 4 Min. Lesedauer

AOK zum Welt-Diabetes-Tag: Fast 800.000 Menschen leiden an Diabetes Typ 2

Eine Ärztin in Nahaufnahme nimmt bei einer Patientin einen Tropfen Blut aus dem Finger für den Diabetes-Test.
Übergewicht, Bewegungsmangel, Stress, eine ungesunde Ernährung sowie das Alter spielen eine große Rolle bei der Entstehung von Diabetes.

Dortmund. In Westfalen-Lippe steigt die Zahl der Menschen mit Diabetes mellitus Typ 2 immer weiter an. Das geht aus einer aktuellen Auswertung der AOK NordWest hervor. Danach waren in Westfalen-Lippe im Jahr 2024 insgesamt 796.700 Menschen ab 20 Jahren an Typ-2-Diabetes erkrankt. Im Vergleich zum Vorjahr mit 785.200 Betroffenen ist dies ein Plus von 1,5 Prozent, gegenüber dem Jahr 2017 allerdings ein Anstieg um 11,1 Prozent. Diese Entwicklung zeigt sich auch bei den Ausgaben für blutzuckersenkende Präparate. So stiegen die Ausgaben für Antidiabetika in 2024 für alle gesetzlich Krankenversicherten um 9,3 Prozent auf 403,2 Millionen Euro an. Im Fünf-Jahresvergleich liegt der Anstieg bei fast 60 Prozent. „Diabetes mellitus zählt zu den großen Volkskrankheiten, die gefährliche Begleit- und Folgeerkrankungen nach sich ziehen kann. Herzinfarkte, Schlaganfällen, Erblindung oder Fußamputationen gehören zu den häufigsten Folgen der Grunderkrankung. Daher engagieren wir uns seit Jahren auf dem Gebiet der Diabetesprävention, um entsprechende Maßnahmen mit unseren Partnern vor Ort passgenau auf die Bedürfnisse der Menschen auszurichten“, sagt AOK-Vorstandsvorsitzender Tom Ackermann anlässlich des Welt-Diabetes-Tages am 14. November.

„Diabetes mellitus zählt zu den großen Volkskrankheiten und kann gefährliche Begleit- und Folgeerkrankungen nach sich ziehen.“

Tom Ackermann

Vorstandsvorsitzender der AOK NordWest

Münster mit geringstem Diabetiker-Anteil

Im Jahr 2024 waren in Westfalen-Lippe 11,9 Prozent der Bevölkerung an Diabetes Typ 2 erkrankt. Zwischen den Regionen in Westfalen-Lippe gab es allerdings deutliche Unterschiede beim Anteil der Diabetiker in der Bevölkerung. Während in Münster 7,6 Prozent der Einwohnerinnen und Einwohner einen vom Arzt Die ärztliche Berufsausübung, die Ausübung der Heilkunde, setzt nach der Bundesärzteordnung… diagnostizierten Typ-2-Diabetes hatten, lag der Anteil in Herne bei 17,1 Prozent. Im Vergleich mit den anderen Bundesländern lag Westfalen-Lippe über dem bundesweiten Durchschnitt von 11,2 Prozent.

Folgeerkrankungen können gefährlich werden

Durch Diabetes Typ 2 wird die Lebensqualität der Betroffenen oft erheblich eingeschränkt. „Häufig treten Nierenschädigungen, Erblindungen oder Amputationen als diabetesbedingte Komplikationen auf“, so Ackermann. Folgeerkrankungen wie Herzinfarkte und Schlaganfälle können dazu führen, dass Patienten frühzeitig versterben. Dabei sind die Ursachen für Diabetes Typ 2 komplex. „Das Alter ist einer der bestimmenden Risikofaktoren für die Entwicklung der Erkrankung“, sagt AOK Die AOK hat mit mehr als 20,9 Millionen Mitgliedern (Stand November 2021) als zweistärkste Kassenart… -Chef Ackermann. Die AOK-Auswertung zeigt, dass über 50 Prozent der Betroffenen über 70 Jahre alt waren. Mit zunehmendem Alter steigt das Risiko an der sogenannten ‚Zuckerkrankheit‘ zu erkranken deutlich an. Dabei fällt auf, dass Männer etwas häufiger an Diabetes Typ 2 erkranken als Frauen.

Vorbeugen und Lebensstil ändern

Neben dem Alter und einer erblichen Veranlagung, spielen Risikofaktoren wie Übergewicht, Bewegungsmangel, Stress oder ungesunde Ernährung eine große Rolle. „An einer genetischen Disposition kann man nichts ändern. Anders ist das bei Übergewicht und mangelnder Bewegung“, so Ackermann. Experten gehen davon aus, dass sich durch eine gesunde Ernährung und ausreichend Bewegung mehr als 50 Prozent der Diabetes-Erkrankungen verhindern ließen. Um das zu erreichen, hilft die AOK NordWest ihren Versicherten mit speziellen Angeboten im Rahmen ihres Kursprogramms. Außerdem hilft der AOK-Online-Coach Diabetes unter www.aok.de/online-coach-diabetes Betroffenen und Angehörigen, die Krankheit wird in der Medizin als Abweichung von Gesundheit oder Wohlbefinden verstanden. Allerdings stößt die… besser zu verstehen und die oft notwendigen Änderungen des Lebensstils anzugehen. Das digitale interaktive Programm enthält verständliche Informationen zur Behandlung des Diabetes sowie zahlreiche Videos und Animationen. 

Passgenaue Versorgungsangebote

Mit dem Disease-Management-Programm (DMP) ‚AOK-Curaplan‘ für Diabetiker engagiert sich die AOK NordWest seit Jahren für eine bessere und strukturierte medizinische Versorgung von Typ-2-Diabetikern in Westfalen-Lippe. Insgesamt haben sich derzeit über 140.000 AOK-Versicherte für dieses Programm entschieden. Im DMP sind unter anderem regelmäßige Kontrolluntersuchungen zur Vermeidung von Folge- und Begleiterkrankungen vorgesehen.

Ein weiteres AOK-Versorgungsprojekt ist der Vertrag zur Versorgung von Patienten mit Diabetischem Fußsyndrom mit der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe. Der Vertrag ergänzt das strukturierte Behandlungsprogramm Curaplan Diabetes. Diese Projekte zeigen aus Sicht von Ackermann, wie gut medizinische Versorgung in Westfalen-Lippe funktioniert. „Gute und passgenaue Versorgungsverträge entstehen nur dort, wo Ortskenntnis, hoher Marktanteil und regionales Engagement vorhanden sind“, sagt der AOK-Chef.

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