Pressemitteilung

Sprachstörungen: Jeder fünfte Schulanfänger in Westfalen-Lippe erhält Therapie

26.10.2026 AOK NordWest 3 Min. Lesedauer

AOK-Chef Ackermann: „Sprache ist der Grundpfeiler für die Entwicklung eines Kindes.“

Der Blick aus Schülerperspektive nach vorn zur Lehrerin in einem Klassenzimmer. Man sieht die Rücken der sitzenden Kinder, von denen einige sich melden.
Schulische Herausforderungen meistern: Logopädie kann Kindern helfen, sich besser auszudrücken, sich auszutauschen und selbstbewusster zu werden.

Dortmund. Sprachstörungen können den Alltag von Kindern stark beeinflussen. Denn sprachliche Fertigkeiten bilden das Fundament, um sich auszudrücken, Probleme zu lösen, zu verstehen, Fragen zu stellen und Wissen zu erwerben. Um die schulischen Herausforderungen meistern zu können, erhielt jeder fünfte Schulanfänger in Westfalen-Lippe im vergangenen Jahr rund um den Schulbeginn eine Sprachtherapie. Das belegt eine aktuelle Auswertung der AOK NordWest. Danach mussten 20,7 Prozent der sechsjährigen Kinder, nicht nur lesen, rechnen und schreiben lernen, sondern auch das richtige Sprechen. Jungen waren mit 24,1 Prozent häufiger betroffen. Bei den gleichaltrigen Mädchen waren es immerhin noch 17,1 Prozent. „Sprache ist der Grundpfeiler für die gesamte geistige, soziale und emotionale Entwicklung eines Kindes. Die Fähigkeit, sich auszudrücken und zu kommunizieren, beeinflusst die Interaktion mit anderen, das Selbstvertrauen und wirkt sich auch auf die schulischen Herausforderungen aus. Deshalb ist es wichtig, dass Eltern von Beginn an gezielt die Sprachentwicklung ihres Kindes unterstützen“, sagt Tom Ackermann, Vorstandschef der AOK NordWest.

„Eltern sollten von Beginn an gezielt die Sprachentwicklung ihres Kindes unterstützen.“

Tom Ackermann

Vorstandsvorsitzender der AOK NordWest

Hat mein Kind eine Sprachstörung?

Weil Kinder in unterschiedlichem Tempo sprechen lernen, ist es für Eltern oft nicht leicht zu beurteilen, ob ihr Kind altersgerecht spricht. Dazu kommt, dass Sprachstörungen bei Kindern vielfältig sind und sich auf unterschiedliche Weise äußern können. Sehr häufig treten Artikulationsstörungen auf, das heißt, dass Kinder Laute nicht richtig bilden können. Sind auch Satzbau und Wortschatz gestört, ist es möglich, dass eine Sprachentwicklungsstörung vorliegt. Die offensichtlichste Form von Sprachstörungen bei Kindern sind Redeflussstörungen, diese können sich beispielsweise durch Sprechblockaden und angestrengte Wiederholungen (Stottern) oder durch sehr undeutliches, schnelles Sprechen (Poltern) äußern.

Sprachtherapie kann helfen

Das frühzeitige Erkennen ist entscheidend, um die Kommunikationsfähigkeiten des Kindes zu verbessern. Bei Kindern mit Entwicklungsstörungen der Sprache oder des Sprechens werden Sprachtherapien überwiegend ab einem Alter von vier Jahren verordnet. In Westfalen-Lippe erhielten bereits 9,0 Prozent der vierjährigen Jungen eine Sprachtherapie. Bei den Mädchen lag der Anteil bei 5,2 Prozent. Im Alter von sechs Jahren ist die Inanspruchnahme dieser Therapien am höchsten, sowohl bei den Jungen als auch bei den Mädchen. „Entwicklungsstörungen der Sprache zeigen sich meist schon in den ersten Lebensjahren. Logopädie wirken überwiegend äußerlich zur Heilung oder Linderung einer Krankheit auf den Körper ein. Der… kann Kindern helfen, Defizite der kindlichen Entwicklung positiv zu beeinflussen“, so Ackermann. Der Blick auf die vergangenen Jahre zeigt, dass sich die Verordnungswerte bei den Sechsjährigen schon seit längerem auf einem sehr hohen Niveau eingependelt haben. Nach der Zeit des Schuleintritts wird der Anteil der Kinder, die eine Sprachtherapie erhalten, geringer.

Sprachstörungen vorbeugen

Über die möglichen Ursachen der starken Verbreitung von sprachtherapeutischen Behandlungen rund um den Schuleintritt wird in der Fachwelt seit Jahren diskutiert. Eine Erklärung ist, dass sich die in diesem Alter angemessenen sprachlichen Fähigkeiten bei den Kindern verschlechtert haben. Gleichzeitig wird aber auch ein Wandel der Anforderungen von Schule und Elternhaus an die Kinder beobachtet, so wie auch ärztliches Diagnoseverhalten und Therapiemöglichkeiten kontinuierlichen Veränderungsprozessen unterliegen. „Verhaltens- und verhältnispräventive Maßnahmen in Kindergärten und Schulen sowie im Elternhaus wie beispielsweise das gemeinsame Lesen oder Vorlesen statt fernzusehen, sollten in ihrer Wirkung nicht unterschätzt werden. Sie können helfen, Entwicklungsstörungen schon in frühen Jahren vorzubeugen“, so AOK Die AOK hat mit mehr als 20,9 Millionen Mitgliedern (Stand November 2021) als zweistärkste Kassenart… -Chef Ackermann.

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