Mehr als 4.000 sexuell übertragbare Infektionen in Schleswig-Holstein
Jüngere Altersgruppen und Frauen besonders betroffen
Kiel. Die Anzahl der sexuell übertragbaren Infektionen, kurz STI (Sexually Transmitted Infections) genannt, ist in Schleswig-Holstein im letzten Jahr (2025) gegenüber dem Vorjahr nahezu gleichgeblieben. Insgesamt gab es 4.015 Fälle zu verzeichnen, in 2024 waren es 4.010 Fälle. Das teilte die AOK NordWest heute auf Basis einer aktuellen Auswertung mit. Aufklärung, bewusstes Verhalten und präventive Maßnahmen bei intimen körperlichen Kontakten können Infektionen mit STI wirkungsvoll verhindern. „Viele sexuell übertragbare Infektionen sind bei frühzeitiger Diagnose gut behandelbar. Einige bakterielle STI sind heilbar, während virale Infektionen wie HIV nicht heilbar, aber gut behandelbar sind. Voraussetzung dafür ist, dass bei Verdacht auf eine STI auf jeden Fall ein Arzt oder eine Ärztin aufgesucht werden. Oft verursachen sexuell übertragbare Infektionen keine Beschwerden und bleiben deshalb unbehandelt“, sagt Dr. med. Katja Schwarzenhölzer, Medizinerin bei der AOK NordWest.
„Viele sexuell übertragbare Infektionen sind bei frühzeitiger Diagnose gut behandelbar.“
Medizinerin bei der AOK NordWest
Altersabhängiges Auftreten von STI
STI sind Infektionen, die hauptsächlich beim Sex übertragen werden. Viele Menschen sind im Laufe ihres Lebens mindestens einmal davon betroffen, unabhängig von der sexuellen Orientierung oder dem Geschlecht. Die Ansteckung mit einer STI hat wenig mit Hygiene zu tun. Laut der AOK Die AOK hat mit mehr als 20,9 Millionen Mitgliedern (Stand November 2021) als zweistärkste Kassenart… -Auswertung treten sexuell übertragbare Krankheiten am häufigsten im Alter von 20 bis 39 Jahren auf. Hierbei stehen die Altersgruppen der 30 bis 34-Jährigen sowie die der 35 bis 39-Jährigen an der Spitze dieser Infektionen. Dabei gilt weiterhin, dass die Frauen in der jüngeren Altersgruppe (20 bis 24-Jährige) häufiger betroffen sind als die gleichaltrigen Männer, während es sich in den Altersgruppen zwischen 25 bis 39 Jahren genau umgekehrt verhält. Dies kann damit erklärt werden, dass die Infektionen bei Frauen häufiger und früher entdeckt werden, da sie bereits in jüngeren Jahren eine Frauenärztin oder einen Frauenarzt aufsuchen. In der Altersgruppe der 55 bis 64-jährigen Männer hält sich das Auftreten von STI noch auf einem etwas erhöhten Niveau, bevor es in den höheren Altersgruppen wieder einen deutlichen Rückgang der STI gibt. Bei den Frauen gilt dies entsprechend für die Altersgruppe der 45 bis 54-Jährigen.
STI: Häufigkeiten, Anzeichen und Folgeschäden
In der AOK-Auswertung für Schleswig-Holstein wurden im Jahr 2025 bei den STI am häufigsten die anogenitalen (venerischen) Warzen diagnostiziert, gefolgt von akuter Virushepatitis B und Herpes Simplex. Es folgen Chlamydien und Syphilis. Zu den häufigsten Anzeichen von STI gehören Ausfluss aus Harnröhre oder Scheide, genitale Geschwüre, Schwellungen der Leistengegend oder der Hoden, Juckreiz, Schmerzen beim Sex und Wasserlassen sowie Unterbauchschmerzen. „Sexuell übertragbare Infektionen können zum Teil zu schweren Folgeschäden führen. Eine unbehandelte Chlamydien-Infektion kann insbesondere bei Frauen zu einer Beckenentzündung und dadurch zu Fruchtbarkeitsstörungen führen. Infektionen mit humanen Papillomviren (HPV) oder auch mit Hepatitis B können Krebserkrankungen zur Folge haben und eine nicht behandelte HIV-Infektion AIDS“, so Dr. Schwarzenhölzer.
Prävention verhindert Infektion
Zur Prävention Prävention bezeichnet gesundheitspolitische Strategien und Maßnahmen, die darauf abzielen,… der Ausbreitung sexuell übertragbarer Infektionen ist es wichtig, frühzeitig und gezielt über Infektionen und Übertragungswege zu informieren. „Liegt eine sexuell übertragbare Infektion vor, sollten möglichst auch die jeweiligen Sexualpartner auf eine Infektion untersucht und gegebenenfalls behandelt werden. Ungeschützter Geschlechtsverkehr mit häufig wechselnden Partnern erhöht das Risiko einer Infektion,“ sagt Dr. Schwarzenhölzer weiter.
HP-Viren sind auch Männersache
Ursache für die am häufigsten diagnostizierte STI, die anogenitalen (venerischen) Warzen (Feigwarzen) sind bestimmte humane Papillomviren (HPV), die Niedrigrisikotypen insbesondere HPV6 und 11. Andere HP-Viren (Hochrisikotypen) können sogar zu Zellveränderungen führen und langfristig verschiedene Krebsarten wie Gebärmutterhals-, Anal-, Penis-, Vulva-, Vaginal- und bestimmte Kopf-Hals-Tumoren verursachen. Doch das Thema ist keine reine Frauensache. Auch viele Männer und Jungen sind HPV infiziert. Deshalb können sie nicht nur das Virus übertragen, sondern auch selbst an einem HPV-bedingten Tumor erkranken. Daher gilt die Empfehlung zur Impfung gegen die HP-Viren der Ständigen Impfkommission (STIKO) standardmäßig für alle Kinder und Jugendlichen im Alter von neun bis 14 Jahren.
Impfung nutzen
Die Impfung sollte idealerweise vor dem ersten Sexualkontakt erfolgen. In der Regel werden Jungen wie Mädchen zweimal in einem Abstand von fünf bis dreizehn Monaten geimpft. Sollte über das Alter von 14 Jahren hinaus noch Bedarf an Nachholungen von Impfungen Aufgrund des GKV-Wettbewerbsstärkungsgesetzes sind Leistungen für bestimmte Schutzimpfungen seit dem… bestehen, übernehmen die Krankenkassen Die 93 Krankenkassen (Stand: 01.01.26) in der gesetzlichen Krankenversicherung verteilen sich auf… die vollen Kosten der HPV-Impfung über die Krankenversichertenkarte Seit 1995 ersetzte die Krankenversichertenkarte, auch Chipkarte genannt, den bis dahin geltenden… bei Jugendlichen bis zum vollendeten 18. Lebensjahr. Bei Frauen und Männern ab 18 Jahren erstattet die AOK NordWest im Rahmen des 500-EUR-Gesundheitsbudgets 80 Prozent der Kosten der HPV-Impfung.
Mehr Informationen zur Früherkennung Im Rahmen der Prävention dienen Maßnahmen der Früherkennung dazu, Krankheiten bereits im Frühstadium… gibt es im Internet unter www.aok.de/nw, Rubrik Leistungen & Services und beim Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit Die BIÖG fördert durch praktische Gesundheitserziehung und -aufklärung das verantwortungsbewusste… (BIÖG) unter www.liebesleben.de.
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