Pressemitteilung

Rückgang bei Anti-Läusemitteln in Westfalen-Lippe

21.04.2026 AOK NordWest 4 Min. Lesedauer

AOK rät zu kombinierter Therapie

Eine Mutter kämmt ihrer Tochter, die vor ihr sitzt, die Haare mit einem speziellen Kamm aus, um Nissen zu finden.
Läuse sollten so schnell wie möglich behandelt werden, damit sie sich nicht weiter ausbreiten. Anti-Läusemittel können dabei helfen.

Dortmund. In Westfalen-Lippe sind die Verschreibungen von Arzneimitteln gegen Läusebefall zurückgegangen. Das geht aus einer aktuellen Auswertung der AOK NordWest hervor. Danach wurden AOK-Versicherten im Jahr 2025 insgesamt 10.425 Packungen Anti-Läusemittel von niedergelassenen Ärztinnen und Ärzten in Westfalen-Lippe verordnet, im Vorjahr waren es 11.925. Das ist ein Minus von 12,6 Prozent. „Kopfläuse übertragen üblicherweise keine Krankheiten. Grund zur Panik besteht daher nicht. Da sie aber nicht von selbst verschwinden und sich in Windeseile weiter ausbreiten, sollte rasch eine entsprechende Behandlung erfolgen“, sagt AOK-Chef Tom Ackermann.

„Da Kopfläuse nicht von selbst verschwinden und sich in Windeseile weiter ausbreiten, sollte rasch eine entsprechende Behandlung erfolgen.“

Tom Ackermann

Vorstandsvorsitzender der AOK NordWest

Lästige Plagegeister

Die gute Nachricht: Kopfläuse sind zwar lästig, aber ungefährlich. Sie übertragen keine gefährlichen Krankheiten. Die Kopflaus (Pediculus humanus capitis) ist ein zwei bis drei Millimeter großes Insekt, das im Kopfhaar des Menschen lebt und sich von Blut ernährt. Der Parasit bringt beim Stich in die Kopfhaut Speichel in die Wunde ein, der starken Juckreiz verursacht. Die Biss- und Einstichstellen werden durch den unangenehmen Juckreiz häufig wund gekratzt. Die weiblichen Tiere heften kleine ovale Eier nahe der Kopfhaut an die Haare. Sie benutzen dabei einen Klebstoff, der nicht wasserlöslich ist – durch Haarewaschen sind die Eier daher nicht zu entfernen. Die leeren Eihüllen (Nissen) können auch weiter außen am Haar zu finden sein; sie sind durchscheinend weißlich gefärbt. 

Von Kopf zu Kopf

Kopfläuse kommen selten allein und vermehren sich rasend schnell. Sie leben vor allem in Kinderhaaren. Da Kopfläuse weder springen noch fliegen können, sind sie in ihren Bewegungen stark eingeschränkt. Zur Übertragung müssen sie von einem Kopf auf den anderen krabbeln. Dazu ist ein Kopf-an-Kopf-Kontakt oder genauer ein Haar-an-Haar-Kontakt notwendig. Eine Übertragung erfolgt also hauptsächlich, wenn eine infizierte und eine nicht infizierte Person buchstäblich die Köpfe zusammenstecken. So sind besonders Schulklassen und Kindergartengruppen betroffen. Denn Kinder haben dort den ganzen Tag über engen Kontakt beim Spielen in der Gruppe oder auf dem Pausenhof. Das macht es für Kopfläuse leicht sich zu verbreiten. 

Ausbreitung verhindern

Um eine Ausbreitung zu vermeiden, sind Anti-Läusemittel das Mittel der Wahl. Das Robert-Koch-Institut (RKI Das Robert Koch-Institut (RKI) ist ein Bundesinstitut im Geschäftsbereich des Bundesministeriums für… ) empfiehlt als optimale Therapie eine Kombination wiederholter Behandlungen mit geeigneten Kopfläuse abtötenden Mitteln und häufigem Auskämmen. Denn mit einer einmaligen Behandlung ist es nicht getan: Die Läusemittel müssen nach neun oder zehn Tagen erneut aufgetragen werden; das nasse Auskämmen von Läusen und Nissen steht zwei Wochen lang alle drei bis vier Tage auf dem Programm. Weitere Kämmtermine verbessern die Wirksamkeit der kombinierten Behandlung. In der Apotheke Den Apotheken als Gewerbebetrieben für die Zubereitung und den Verkauf von Arzneimitteln ist durch… gibt es verschiedene Produkte, die von den gesetzlichen Krankenkassen Die 93 Krankenkassen (Stand: 01.01.26) in der gesetzlichen Krankenversicherung verteilen sich auf… übernommen werden. 

Explizit abgeraten wird von dem Versuch, Läuse und Eier mit heißer Luft (Fön oder Sauna) abzutöten, da dies die Kopfhaut erheblich schädigen kann. Auch Hausmittel wie Essigwasser sind zur Abtötung der Läuse ungeeignet. Als unterstützende Maßnahmen können laut RKI Das Robert Koch-Institut (RKI) ist ein Bundesinstitut im Geschäftsbereich des Bundesministeriums für… Kämme, Haarbürsten, 
-spangen und -gummis in heißer Seifenlauge gereinigt werden. Wäsche, Schlafanzüge, Bettwäsche und Handtücher sollten gewechselt, Kopfbedeckungen, Schals und andere Gegenstände, auf die Kopfläuse gelangt sein könnten, für drei Tage luftdicht in einer Plastiktüte verpackt werden. Insektizid Sprays sind nicht notwendig.

Bei einem Läusebefall ist es wichtig, die Schule oder KiTa sofort zu informieren, wenn ein Kind betroffen ist. 

Weitere Informationen zum Thema im Internet unter aok Die AOK hat mit mehr als 20,9 Millionen Mitgliedern (Stand November 2021) als zweistärkste Kassenart… .de im Gesundheitsmagazin. 

2 passende Downloads

  • Pressemitteilung vom 21.04.2026 als PDF

    Format: PDF | 40 KB

  • Foto: Kopfläuse in Westfalen-Lippe

    Format: JPG | 418 KB | 2200 × 1467 px

    Lizenz: Dieses Bild darf nur im Zusammenhang mit der nebenstehenden redaktionellen Berichterstattung und ausschließlich von Zeitungsredaktionen bzw. Verlags-/Medienhäuser für ihre Print-Publikationen (Veröffentlichung ist auf 500k Kopien begrenzt), Online-Plattformen und für ihre sozialen Medien genutzt werden. Bitte geben Sie immer die folgende Quelle (Copyright) an: AOK NordWest/Colourbox/hfr.

Ihr Ansprechpartner und Pressekontakt

Pressesprecher

Jens Kuschel

AOK NordWest