Mehr Jugendliche in Schleswig-Holstein mit Alkoholvergiftung in Klinik
AOK-Chef Ackermann: „Wir dürfen in der Alkoholprävention nicht nachlassen.“
Kiel. In Schleswig-Holstein werden wieder mehr junge Heranwachsende mit einer Alkoholvergiftung ins Krankenhaus eingeliefert. Das geht aus einer aktuellen Auswertung der AOK NordWest hervor. Danach wurden im vergangenen Jahr insgesamt 89 junge Menschen im Alter von 12 bis 20 Jahren wegen Rauschtrinkens in eine Klinik eingeliefert, im Vorjahr waren es 74. Damit sind die Fälle von exzessivem Alkoholkonsum bei Heranwachsenden nach der rückläufigen Entwicklung der letzten Jahre wieder im Aufwärtstrend. „Wenn mehr Heranwachsende wegen einer Alkoholvergiftung in der Notaufnahme landen, ist das ein schlechtes Zeichen. Deshalb dürfen wir in der Alkoholprävention nicht nachlassen. Denn gerade für Heranwachsende ist Alkoholkonsum hochgefährlich und mit besonderen Risiken für eine gesunde Entwicklung verbunden“, sagt Tom Ackermann, Vorstandsvorsitzender der AOK NordWest.
„Es ist wichtig, dass Jugendliche mit Alkohol verantwortungsvoll umgehen.“
Vorstandsvorsitzender der AOK NordWest
Jeder Jugendliche mit einer Alkoholvergiftung ist einer zu viel
Die steigende Entwicklung ist besonders bei den 13- bis 15-Jährigen zu beobachten. In dieser Altersgruppe hat sich die Zahl der Klinikaufenthalte durch Rauschtrinken mehr als verdoppelt. AOK Die AOK hat mit mehr als 20,9 Millionen Mitgliedern (Stand November 2021) als zweistärkste Kassenart… -Chef Ackermann warnt davor, dass Alkoholkonsum zu langfristigen Gesundheitsschäden mit negativen Auswirkungen auch auf die schulische und berufliche Ausbildung führen kann und die Gefahr erhöht, später abhängig zu werden. „Jeder Jugendliche mit einer akuten Alkoholvergiftung ist einer zu viel. Daher ist es wichtig, dass Jugendliche mit Alkohol verantwortungsvoll umgehen“, so Ackermann. Dabei spiele das Verhalten von Eltern, Trainerinnen und Trainern sowie anderen Bezugspersonen eine große Rolle. „Wenn im nahen Umfeld der Konsum alkoholfreier Getränke als normal angesehen wird, übernehmen Kinder und Jugendliche dieses Verhalten oft. Deshalb sollten wir gemeinsam daran arbeiten, eine gesunde und verantwortungsbewusste Einstellung zum Alkohol vorzuleben“, so Ackermann.
Alkohol ist immer schädlich
Nach den aktuellen Empfehlungen der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen e.V. (DHS) gibt es keine risikofreie Menge für einen unbedenklichen Alkoholkonsum. Die DHS empfiehlt daher, auf alkoholische Getränke möglichst zu verzichten. „Alkohol schadet mit jedem Schluck“, so der AOK-Chef. Daher befürwortet Ackermann den Vorstoß der Gesundheitsminister der Länder, die auf ein gesetzliches Verbot des sogenannten ‚begleiteten Trinkens‘ von Jugendlichen ab 14 Jahren drängen, die bisher in Begleitung etwa der Eltern in der Öffentlichkeit Bier und Wein trinken dürfen.
Rahmenbedingungen für eine funktionierende Suchtprävention
Neben dem Vorleben im persönlichen Umfeld sei der Einsatz für weniger Alkohol eine gemeinschaftliche Aufgabe, betont der AOK-Vorstandsvorsitzende. Die Verfügbarkeit von Alkohol zu verringern und mit allen relevanten Akteuren gemeinsam zu einem verantwortungsbewussten Umgang mit Alkohol zu motivieren und alkoholfreie Getränke in den Fokus zu stellen seien wichtige Schritte.
Präventionsprojekte in Schleswig-Holstein
Als positive Beispiele für gelebte Suchtprävention nannte Ackermann die landesweiten AOK-Schulprogramme wie den Klarsicht-Parcours ab der 7. Klassenstufe, ‚AlcoMedia‘ ab der 10. Klasse in Kooperation mit der Landesstelle für Suchtfragen Schleswig-Holstein e. V. (LSSH) oder das Präventionsprojekt ‚HaLT - Hart am Limit‘, eine gemeinsame Initiative der gesetzlichen Krankenkassen Die 93 Krankenkassen (Stand: 01.01.26) in der gesetzlichen Krankenversicherung verteilen sich auf… mit dem Landes-Gesundheitsministerium und der LSSH. Dabei werden Jugendliche, die wegen Rauschtrinkens ins Krankenhaus Krankenhäuser sind Einrichtungen der stationären Versorgung, deren Kern die Akut- beziehungsweise… eingeliefert werden, mit einem speziellen Angebot der regionalen Suchtberatungsstellen, auch unter Einbindung oft besorgter Eltern unterstützt, ihren Alkoholkonsum zu reflektieren und Ideen für den zukünftigen Umgang zu entwickeln. Kommunale Strukturen werden aufgebaut, um ein Leben ohne Alkohol insbesondere für Jugendliche zu fördern – so ziehen möglichst unter Einbeziehung von Jugendlichen Vereine, Freizeiteinrichtungen, Einzelhandel, Polizei, Schulen und Beratungseinrichtungen regional an einem Strang.
Hilfe bietet die niederschwellige digitale Suchtberatung SH unter www.suchtberatung-sh.de. Hier erhalten Betroffene und Angehörige einen schnellen und unkomplizierten Zugang zu Hilfsangeboten und Informationen. Darüber hinaus können Hilfesuchende über die Website auch anonym und kostenfrei die digitale Suchtberatung nutzen – per Video, per Chat oder per E-Mail – und mit einer App.
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Foto: Komasaufen in Schleswig-Holstein
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