Pressemitteilung

Insektenstiche: Mehr als 5.100 medizinische Behandlungen in Schleswig-Holstein

30.07.2026 AOK NordWest 4 Min. Lesedauer

Bei allergischen Reaktionen ist Vorsicht geboten

Ein Insektenstich am Hals wird in einer Nahaufnahme durch eine farbliche Markierung deutlich hervorgehoben.
Für die meisten Menschen sind sie Stiche harmlos. Allerdings mussten über 5.100 AOK-Versicherte in Schleswig-Holstein wegen Insektenstichen ambulant oder stationär behandelt werden.

Kiel. Ob Mücke, Bremse, Biene oder Wespe: Einige Menschen reagieren mehr oder weniger stark allergisch auf den Stich einiger Insekten. Für manche kann diese allergische Reaktion gefährlich werden. Nach einer aktuellen Auswertung der AOK NordWest mussten allein im vergangenen Jahr 5.159 AOK-Versicherte in Schleswig-Holstein wegen Insektenstichen ambulant oder stationär behandelt werden. „Insektenstiche sind für die meisten Menschen harmlos. Problematisch kann es aber für Allergiker werden oder bei Stichen im Mund- und Rachenraum. Dann ist schnelle Hilfe gefragt“, warnt AOK-Vorstandsvorsitzender Tom Ackermann. Reagiert der oder die Gestochene mit einem anaphylaktischen Schock, sollte unter der Nummer 112 schnellstmöglich der Notarzt verständigt werden. Übertrieben ist das keinesfalls: Allein in Deutschland sterben jährlich durchschnittlich 200 Menschen an einer anaphylaktischen Reaktion. Es wird von einer deutlich höheren Dunkelziffer ausgegangen, weil die Ursache Insektenstich nicht immer erkannt wird.

„Insektenstiche sind für die meisten Menschen harmlos. Problematisch kann es aber für Allergiker werden.“

Tom Ackermann

Vorstandsvorsitzender der AOK NordWest

Sofort-Maßnahme: Kühlen

Jeder Mensch wird hin und wieder von einem Insekt gestochen – gerade im Sommer, wenn Mücken, Bremsen, Wespen und Bienen zuweilen in Scharen unterwegs sind. Meist ist ein Stich harmlos: Er schmerzt eventuell ein wenig, die Einstichstelle rötet sich und juckt. Es bilden sich kleine Quaddeln und Schwellungen. Anstatt zu kratzen, hilft vor allem kühlen. Manche setzen auf Hausmittel wie eine Quarkpackung oder das Einreiben mit einer Zwiebel. Diese Hausmittel sind wissenschaftlich nicht eindeutig belegt. Bei stärkerem Juckreiz oder ausgeprägten lokalen Schwellungen können ein Antihistaminikum und/oder eine Kortison haltige Creme oder Salbe die Beschwerden lindern.

Vorsicht bei Infektionen

Gefährlich kann ein Insektenstich werden, wenn etwa durch Kratzen, Bakte-rien in tiefere Schichten gelangen. Gelangen durch Kratzen Bakterien in die Haut, kann sich die Einstichstelle entzünden. In manchen Fällen kann eine antibiotische Behandlung notwendig sein. Dann droht eine massive Umgebungsinfektion. Diese muss im Einzelfall sogar mit einem Antibiotikum behandelt wer-den. Auf jeden Fall gilt: Wenn eine zunehmende und langanhaltende gerötete Schwellung auftritt, sollte ein Arzt Die ärztliche Berufsausübung, die Ausübung der Heilkunde, setzt nach der Bundesärzteordnung… aufgesucht werden.

Allergische Reaktionen auf Insektenstiche

Spätestens nach ein paar Tagen ist der Stich in der Regel wieder vergessen. Nicht so bei Menschen mit einer Insektengiftallergie. Hier wehrt sich das Immunsystem gegen bestimmte Eiweißbestandteile des jeweiligen Gifts. Für Betroffene kann diese allergische Reaktion gefährlich werden und zu einem anaphylaktischen Schock führen. In den meisten Fällen sind es die Stiche von Bienen oder Wespen, die eine allergische Reaktion hervorrufen. Örtliche Sofortreaktionen wie kreisförmige Schwellungen, Rötungen und starker Juckreiz breiten sich in der Regel innerhalb von Sekunden aus. Bei allergischen Systemreaktionen können Schweißausbrüche, Schwindel, Übelkeit und Herzrasen auftreten. Gefährlich wird es, wenn Kreislaufreaktionen, asthmatische Beschwerden und Schwellungen in den oberen Atemwegen mit starker Luftnot und Bewusstlosigkeit hinzukommen. Dann ist ein anaphylaktischer Schock ein Notfall In Notfällen gewährleistet der Rettungsdienst lebensrettende Maßnahmen und den Transport kranker und… , der notfallärztliche Versorgung erfordert. Eine Insektengiftallergie kann im Extremfall zu einem Atem- und Herz-Kreislauf-Stillstand führen. Personen mit bekannter Insektengiftallergie sollten ihr ärztlich verordnetes Notfallset stets bei sich tragen und dessen Anwendung kennen.

Stiche im Mundraum

Besonders gefährlich sind Wespen- aber auch Bienenstiche im Mund- und Rachenraum. In einem solchen Fall sollte umgehend ein Arzt aufgesucht werden oder bei zunehmender Atemnot den Notruf 112 wählen. Wenn möglich, sofort innerlich und äußerlich kühlen: Dazu eignen sich kalte Umschläge oder ein Kühlbeutel mit Eiswürfeln, der in ein Handtuch eingewickelt ist. Bei einem Stich im Mundraum hilft Eiswürfel lutschen, um eine Schwellung zu verhindern. Besonders vorsichtig müssen Menschen mit einer Insektengiftallergie sein. Für sie kann der Stich einer Wespe sogar lebensgefährlich sein. Allergiker sollten sich von ihrem Arzt beraten lassen und stets ein Notfall-Set bei sich tragen, das wirksame Medikamente enthält. Im Ernstfall sollte der Notarzt gerufen werden.

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