Minister Laumann verleiht 750. Charta zur „Vereinbarkeit von Beruf und Pflege“
AOKs in NRW finanzieren die Qualifizierung zum betrieblichen Pflege-Guide
Das Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales und die Träger der Pflegeversicherung
Die Pflegeversicherung wurde 1995 als fünfte Säule der Sozialversicherung eingeführt. Ihre Aufgabe…
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Arbeits- und Sozialminister Karl-Josef Laumann hat am Freitag, 9. Oktober 2026, in Bielefeld die Charta zur Vereinbarkeit von Beruf und Pflege
Kann die häusliche Pflege nicht im erforderlichen Umfang erbracht werden, besteht Anspruch auf…
an die Schüco International KG, die Stadt Bielefeld so-wie die Universität Bielefeld übergeben. Schüco nimmt als 750. Partner am Landesprogramm zur Vereinbarkeit von Beruf und Pflege teil. Arbeits- und Sozialminister Karl-Josef Laumann: „Das Landesprogramm ist erfolgreich und wirkt. Es trifft auf große Akzeptanz bei Kleinen und Mittleren Unternehmen, im öffentlichen Dienst, in der Gesundheits- und Pflegewirtschaft und bei großen produzierenden Betrieben. Ich schätze es sehr, dass sich die teilnehmen-den Unternehmen freiwillig verpflichten, Beschäftigte so gut wie möglich solidarisch zu unterstützen, wenn sie neben der Arbeit noch Angehörige oder Bekannte pflegen. Das ist in vielen Fällen eine kräftezehrende Mehrfachbelastung. Die Unterstützung si-chert den Unternehmen Fachkräfte und stabilisiert gleichzeitig die Pflege in den Familien. Es ist ein starkes Zeichen, dass sich heute mit der Schüco International KG, mit der Stadt Bielefeld und der Universität Bielefeld weitere wichtige Arbeitgeber aus Ostwestfalen-Lippe dem Landesprogramm angeschlossen haben. Über die bereits teilnehmenden Unternehmen, Behörden und Organisationen werden landesweit inzwischen rund eine Million Erwerbstätige erreicht. Das ist eine bemerkenswerte Zahl.“
Andreas Engelhardt, persönlich haftender Gesellschafter, Schüco International KG: „Wenn Angehörige pflegebedürftig werden, verändert das oft das Leben von heute auf morgen. Als Familienunternehmen möchten wir dazu beitragen, dass sich berufliche und familiäre Verantwortung in solchen Situationen besser miteinander vereinbaren lassen. Mit der Teilnahme am NRW-Landesprogramm machen wir unsere Unterstützungsangebote sichtbarer, geben Orientierung und verankern das Thema noch stärker in unserer Unternehmenskultur.“
Dr. Christiana Bauer, Oberbürgermeisterin der Stadt Bielefeld: „Die Vereinbarkeit von Beruf und Pflege betrifft auch viele Kolleginnen und Kollegen bei der Stadt Bielefeld ganz konkret. Es ist mir daher sehr wichtig, dass wir als eine der größten Arbeitgeberinnen in Bielefeld dazu beitragen, dass unsere Beschäftigten Unterstützung bekommen, um Beruf und persönliche Verantwortung besser vereinbaren zu können.“
Prof. Dr. Michaela Vogt, Prorektorin der Universität Bielefeld: „Pflege betrifft bei uns an der Universität Bielefeld Beschäftigte und Studierende gleichermaßen. Deshalb wollen wir verlässliche Strukturen für Vereinbarkeit von Beruf, Studium und Pflege stärken - im engen Austausch mit Wirtschaft und Kommune.“
Die Charta zur Vereinbarkeit von Beruf und Pflege ist eine im Rahmen des Landesprogramms zur Vereinbarkeit von Beruf und Pflege entwickelte Selbstverpflichtung von Unternehmen, Behörden und Organisationen. Partner, die die Charta unterzeichnen, bekennen sich dazu, ihre Beschäftigten besonders dabei zu unterstützen, Erwerbstätigkeit und private Pflegeaufgaben besser miteinander vereinbaren zu können.
Das Landesprogramm richtet sich mit umfassenden Angeboten sowohl an Betriebe als auch an Beschäftigte. Dazu gehört etwa die von den AOK
Die AOK hat mit mehr als 20,9 Millionen Mitgliedern (Stand November 2021) als zweistärkste Kassenart…
-Landeskassen finanzierte Qualifizierung innerbetrieblicher Ansprechpartner, sogenannter Pflege-Guides. Auch zielgruppenspezifisches Informationsmaterial oder die Durchführung von Netzwerkveranstaltungen mit dem Ziel der Beratung und Entlastung im Kontext „Pflege“ werden angeboten. Zur Umsetzung des Programms fördern das Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales (MAGS) sowie die Landesverbände der Pflegekassen und der Verband der Privaten Krankenversicherung jeweils zur Hälfte mit insgesamt 800.000 Euro jährlich gemeinsam ein Servicezentrum in Trägerschaft des Kuratoriums Deutsche Altershilfe (KDA).
Tom Ackermann, Vorstandsvorsitzender der AOK Nordwest, unterstreicht die Bedeutung einer besseren Vereinbarkeit von Pflege und Beruf: „Wenn ein naher Angehöriger plötzlich pflegebedürftig wird, stehen Beschäftigte häufig vor einer völlig neuen und herausfordernden Lebenssituation. Umso wichtiger ist es, ihnen in dieser Phase Unterstützung und Orientierung zu bieten und gleichzeitig eine menschliche und zugewandte Pflege zu fördern. Mit der Qualifizierung zum betrieblichen Pflege-Guide unterstützen die AOK NordWest und die AOK Rheinland/Hamburg die Unternehmen in Nordrhein-Westfalen dabei, ihre Beschäftigten gezielt zu begleiten und ihnen in dieser anspruchsvollen Lebensphase als erste Ansprechpersonen zur Seite zu stehen. Die Qualifizierung wird von den AOKs finanziert und ist für Unternehmen kostenfrei. Mehr als 1.100 qualifizierte Pflege-Guides zeigen, dass dieses Angebot auf einen großen Bedarf trifft.“
Dirk Ruiss, Leiter der Landesvertretung Nordrhein-Westfalen des Verbands der Ersatzkassen Ersatzkassen waren ursprünglich privatrechtlich organisierte Versicherungsvereine auf… (vdek) für die Träger der Pflegeversicherung: „Die meisten pflegebedürftigen Menschen werden zu Hause von Angehörigen versorgt. Viele von ihnen stehen täglich vor der Herausforderung, Pflege, Beruf und Familienleben miteinander zu vereinbaren. Deshalb brauchen Beschäftigte verlässliche Unterstützung und niedrigschwellige Orientierung in ihrem Arbeitsumfeld. Das Landesprogramm leistet hierzu einen wichtigen Beitrag. Mit Angeboten wie den betrieblichen Pflege-Guides schaffen wir konkrete Hilfen für Betroffene und stärken zugleich die Bereitschaft von Unternehmen, Verantwortung für ihre Mitarbeitenden in herausfordernden Lebenssituationen zu übernehmen. Die steigende Zahl der teilnehmenden Betriebe zeigt, dass dieses Angebot den Bedarf der Beschäftigten trifft und einen echten Mehrwert für Unternehmen und Pflegebedürftige schafft.“
Hintergrund
In Nordrhein-Westfalen sind zurzeit rund 1,4 Millionen Menschen pflegebedürftig. Die meisten von ihnen, fast 90 Prozent, werden zuhause von ihren Angehörigen versorgt. Diese sind in vielen Fällen berufstätig: Schätzungsweise mehr als 700.000 Erwerbstätige pflegen zusätzlich zu ihrem Beruf ihre Verwandten, Partner oder Freunde. Hier setzt das Landesprogramm an und unterstützt Unternehmen und deren Beschäftigte dabei, den Job und private Pflegeaufgabe besser unter einen Hut zu bringen.
Öffentlich gestartet ist das Landesprogramm im Frühjahr 2022 mit damals 16 teilnehmenden Unternehmen. Aktuell nehmen 750 Unternehmen, Behörden und Organisationen aus unterschiedlichen Branchen und Größenordnungen kostenfrei am Landesprogramm teil. Darunter sind vor allem kleine und mittlere Unternehmen. Rund ein Viertel sind Unternehmen mit mehr als 1.000 Beschäftigten, davon rund ein Dutzend sogar mit mehr als 10.000 Beschäftigten. Insgesamt erreichen die 750 Vereinbarkeitspartner inzwischen rund eine Million Erwerbstätige in Nordrhein-Westfalen. Das entspricht rund einem Zehntel aller Erwerbstätigen im Land.
Weitere Informationen zum Landesprogramm unter www.beru-fundpflege-nrw.de.
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