Blinddarm-Operationen in Westfalen-Lippe weiter auf niedrigem Niveau
AOK-Chef Ackermann: „Eine schnelle Diagnose ist wichtig, um Komplikationen zu vermeiden.“
Dortmund. In Westfalen-Lippe ist die Zahl der Blinddarm-Operationen weiter auf einem niedrigen Niveau, auch wenn die Zahlen im vergangenen Jahr leicht angestiegen sind. Das geht aus einer aktuellen Auswertung der AOK NordWest hervor. Danach wurden im Jahr 2025 insgesamt 2.647 stationäre Eingriffe bei AOK-Versicherten vorgenommen, im Vorjahr waren es 2.614 Eingriffe. Im Vergleich zu 2018 mit 3.332 Operationen zeigt sich aber eine deutlich rückläufige Tendenz: Das Minus liegt seitdem bei rund 21 Prozent. Der Anteil der Kinder und Jugendlichen bis 18 Jahren lag im vergangenen Jahr bei 25 Prozent. „Bei einer Blinddarmentzündung ist nicht immer sofort eine Operation erforderlich. Durch die Gabe von Antibiotika und bildgebende Verfahren kann eine gesicherte Diagnose gestellt und dadurch eine Operation im Einzelfall vermieden werden“, sagt AOK-Vorstandsvorsitzender Tom Ackermann.
„Bei einer Blinddarmentzündung ist nicht immer sofort eine Operation erforderlich.“
Vorstandsvorsitzender der AOK NordWest
Kleines Anhängsel mit großer Wirkung
Bei einer Blinddarmentzündung ist der sogenannte Wurmfortsatz (medizinisch Appendix) entzündet, der am Ende des Blinddarms liegt. Anzeichen sind starke Schmerzen, Abwehrspannung und Druckschmerz im rechten Unterbauch, Fieber, Übelkeit und Erbrechen. Je nach Lage des Appendix, können die Schmerzen auch im Mittel- oder linken Unterbauch liegen. Da diese Krankheitszeichen aber auch auf andere Erkrankungen hindeuten, ist die Diagnose nicht einfach zu stellen. Besonders bei kleinen Kindern wird die Entzündung oft erst spät erkannt, da Kinder die typischen Symptome oftmals nicht klar äußern können oder charakteristische Symptome wie Fieber oder Schmerzen nur mild bis gar nicht in Erscheinung treten. Weinen, Unruhe, vermehrtes Liegen mit angezogenen Beinen, erhöhte Leukozytenwerte (weiße Blutkörperchen) und weitere Entzündungsparameter im Blut können den Verdacht auf eine Appendizitis erhärten.
Diagnose schnell stellen
„Bei einer Blinddarmentzündung muss der Arzt Die ärztliche Berufsausübung, die Ausübung der Heilkunde, setzt nach der Bundesärzteordnung… oder die Ärztin schnell eine Diagnose stellen und entscheiden, ob der Blinddarm entfernt werden muss oder nicht“, sagt Ackermann. Unbehandelt kann die Entzündung zu einem Durchbruch führen. Bei starken oder zunehmenden Schmerzen sollte immer ein Arzt aufgesucht werden, da ein Durchbruch des Appendix lebensgefährlich sein kann. Durch die Fortschritte in der bildgebenden Diagnostik, insbesondere durch den Einsatz von Ultraschall und bei Bedarf weiterer Verfahren wie MRT oder CT, können Mediziner besser zwischen einer akuten Appendizitis und anderen Erkrankungen unterscheiden, die ähnliche Symptome hervorrufen. Dies führt dazu, dass weniger Patienten unnötig operiert werden. In ausgewählten Fällen kann zunächst eine Behandlung mit Antibiotika erfolgen, allerdings besteht dabei ein gewisses Risiko für ein erneutes Auftreten. Eine Operation wird in der Regel erst bei gesicherter Diagnose durchgeführt. Wenn sich der Verdacht nicht bestätigt und keine schwerwiegenden Symptome vorliegen, kann auf eine Operation verzichtet werden. In unklaren Fällen kann jedoch eine diagnostische Laparoskopie erforderlich sein, bei der der Wurmfortsatz gegebenenfalls direkt entfernt wird.
Appendektomie überwiegend minimal-invasiv
Bei diagnostisch bestätigten akuten Blinddarmentzündungen gilt nach Empfehlungen der aktuellen S1- Leitlinie ,,Empfehlungen zur Therapie der akuten Appendizitis bei Erwachsenen“ nach wie vor als Goldstandardtherapie, den Wurmfortsatz im Rahmen einer Operation zu entfernen. Die Appendektomie erfolgt heutzutage überwiegend minimal-invasiv, mittels ‚Schlüssellochchirurgie‘. Sie ist die am häufigste durchgeführte Bauchoperation. „Die Blinddarm-Operation gehört zu den Behandlungen, zu denen uns Qualitätsinformationen vorliegen“, sagt AOK Die AOK hat mit mehr als 20,9 Millionen Mitgliedern (Stand November 2021) als zweistärkste Kassenart… -Chef Ackermann. Über die Krankenhaussuche im AOK-Gesundheitsnavigator können sich Patienten und Angehörige darüber informieren, welche Kliniken in ihrer Nähe bei häufig durchgeführten Eingriffen wie der Blinddarm-Operation im Hinblick auf Komplikationen besonders gut abschneiden. Weitere Informationen im Internet unter aok.de/gesundheitsnavigator.
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Foto: Blinddarm-Operationen in Westfalen-Lippe
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