Ausgaben für Heilmittel in Westfalen-Lippe in den letzten zehn Jahren mehr als verdoppelt
AOK-Report 2026: Blankoverordnungen verursachen höhere Kosten
Dortmund. Die Ausgaben für Heilmittel haben sich in Westfalen-Lippe in den letzten zehn Jahren mehr als verdoppelt: Das geht aus dem Heilmittel-Report 2026 des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO) hervor. Danach haben die gesetzlichen Krankenkassen im Jahr 2024 rund 1,2 Milliarden Euro für Heilmitteltherapien ihrer Versicherten ausgegeben. Damit haben sich die Heilmittelausgaben innerhalb von zehn Jahren mehr als verdoppelt – ausgehend von 507 Millionen Euro im Jahre 2015. Und auch im Jahr 2025 setzt sich dieser Trend der steigenden Ausgaben fort. „Im Heilmittelbereich ist ein deutlicher Anstieg der Ausgaben zu beobachten. Im Vergleich zu anderen Leistungsbereichen fällt die Ausgabenentwicklung hier besonders dynamisch aus“, sagt Tom Ackermann, Vorstandsvorsitzender der AOK NordWest. Wesentliche Ursachen des Kostenanstiegs sind eine bundesweite Angleichung des Vergütungsniveaus für die Leistungserbringenden im Jahr 2019 sowie die Einführung der Blankoverordnung für bestimmte Diagnosen.
„Blankoverordnungen verursachen höhere Kosten bei noch unklarem Nutzen.“
Vorstandsvorsitzender der AOK NordWest
Blankoverordnungen verursachen höhere Kosten
Auch die 2024 neu eingeführte Blankoverordnung für bestimmte Diagnosen hat zu einem starken Anstieg von Behandlungen und Ausgaben geführt. Der Nutzen hingegen ist noch unklar. Blankoverordnungen können in der Ergotherapie Zu den Heilmitteln gehören Maßnahmen der Physiotherapie, der Ergotherapie, der Stimm-, Sprech-,… und für die Physiotherapie bei Erkrankungen im Bereich des Schultergelenks ausgestellt werden. Nach der ärztlichen Diagnose können die Therapeutinnen und Therapeuten dann eigenverantwortlich über das Heilmittel wirken überwiegend äußerlich zur Heilung oder Linderung einer Krankheit auf den Körper ein. Der… , die Behandlungsfrequenz und die Menge der Behandlungen entscheiden. Laut Analyse machten die Blankoverordnungen in Westfalen-Lippe im vergangenen Jahr zwar nur 2,9 Prozent aller Physiotherapie-Verordnungen mit einem Umsatzanteil von 5,8 Prozent aus. Im vierten Quartal 2025 ist aber bereits mehr als jede zweite Physiotherapie-Verordnung Einige Leistungen der gesetzlichen Krankenversicherung bedürfen einer schriftlichen Anweisung durch… im Diagnosebereich der Schulterbeschwerden als Blankoverordnung ausgestellt worden. Diese Verordnungen kosteten im vierten Quartal 2025 durchschnittlich 674 Euro je Verordnung, während ärztliche Regelverordnungen im Schnitt nur mit 198 Euro zu Buche schlugen. Das ist vor allem dadurch zu erklären, dass sowohl die Behandlungsdauer als auch die Frequenz der Behandlungen bei Blankoverordnungen höher lagen als bei den ärztlichen Regelverordnungen.
„Qualitätsgesicherte Versorgung weiterentwickeln“
AOK Die AOK hat mit mehr als 20,9 Millionen Mitgliedern (Stand November 2021) als zweistärkste Kassenart… -Chef Tom Ackermann weist darauf hin, dass der therapeutische Nutzen dieses neuen Instruments der Blankoverordnungen noch nachzuweisen ist. „Die medizinischen Verordnungen sollten in einem angemessenen Verhältnis mit Blick auf das angestrebte Therapieziel stehen. Hier müssen die gemeinsamen Anstrengungen von Leistungserbringenden und Krankenkassen Die 93 Krankenkassen (Stand: 01.01.26) in der gesetzlichen Krankenversicherung verteilen sich auf… zu einer qualitätsgesicherten Versorgung noch weiterentwickelt werden“, so Ackermann.
Fast zwei Drittel des Heilmittel-Umsatzes entfielen auf Physiotherapien
Mit 65,3 Prozent entfielen im Jahr 2024 laut Heilmittel-Report fast zwei Drittel des Heilmittel-Umsatzes der GKV in Westfalen-Lippe auf Physiotherapien. Auch bei den abgerechneten Verordnungen hat die Physiotherapie mit 78,1 Prozent den höchsten Anteil. Sie ist vor allem für ältere Versicherte relevant, während bei den Kindern bis 14 Jahren vorrangig die Stimm-, Sprech-, Sprach- und Schlucktherapie sowie Ergotherapie Zu den Heilmitteln gehören Maßnahmen der Physiotherapie, der Ergotherapie, der Stimm-, Sprech-,… abgerechnet werden. „Zum Kostenanstieg im Heilmittelbereich beigetragen hat auch eine Ausweitung der Möglichkeit zu langfristigen Heilmitteltherapien“, berichtet Ackermann. So hat sich die Zahl der Verordnungen des sogenannten langfristigen Heilmittelbedarfs seit der Einführung 2017 bis zum Jahr 2025 fast vervierfacht – von 67 Verordnungen auf 248 Verordnungen je 1.000 bei der AOK versicherte Heilmittelpatientinnen und -patienten in Westfalen-Lippe.
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