Pressemitteilung

AOK-Verwaltungsrat warnt vor einem Aufweichen des Sparpakets bei den Gesundheitsausgaben

01.07.2026 AOK NordWest 4 Min. Lesedauer

Trotz GKV-Finanzkrise: AOK NordWest schließt das Jahr 2025 mit einem positiven Rechnungsergebnis von 36,5 Millionen Euro und fast 60.000 neuen Mitgliedern ab

Eine Person, von der nur die Hände und teilweise Arme zu sehen sind, sitzt an einem Schreibtisch. Darauf steht ein Laptop, rechts daneben ein Rechner auf einem kleinen Papierstapel, davor ein Tablet, darüber die rechte Hand, dessen Zeigefinger dessen Oberfläche touchen wird. Die linke Hand hält ein Blatt Papier.
Die Gesetzliche Krankenversicherung steckt in einer tiefen Finanzkrise. Der AOK-Verwaltungsrat warnt die Bundesregierung vor einem weiteren Aufweichen des vorliegenden Sparpakets.

Dortmund. Vor einem weiteren Aufweichen des vorliegenden Sparpakets bei den Gesundheitsausgaben warnt der AOK-Verwaltungsrat in seiner heutigen Sitzung in Dortmund. „Die Bundesregierung muss jetzt rasch handeln und noch vor der Sommerpause den aktuellen Kabinettsentwurf des GKV-Beitragsstabilisierungsgesetzes (GKV-BStabG) deutlich nachbessern. Jetzt müssen dringend die Weichen gestellt werden für eine einnahmeorientierte Ausgabenpolitik, nachhaltige Strukturreformen und ein Ende der Verschiebebahnhöfe zu Lasten der beitragszahlenden Versicherten und Arbeitgeber in der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV)“, sagte der alternierende AOK-Verwaltungsratsvorsitzende und Versichertenvertreter Lutz Schäffer. Trotz der angespannten Finanzlage in der GKV mit weiter steigenden Ausgaben ist es der AOK NordWest gelungen, das Haushaltsjahr 2025 mit einem positiven Rechnungsergebnis in Höhe von 36,5 Millionen Euro abzuschließen. „Durch ihre vorausschauende und nachhaltige Finanzpolitik konnte die AOK NordWest die durch die verfehlte Gesundheitspolitik der Bundesregierung verursachten Kostensteigerungen im Gesundheitswesen in 2025 kompensieren. Der für das Jahr 2025 festgelegte Zusatzbeitrag konnte im Vergleich zu vielen anderen Krankenkassen stabil gehalten werden“, sagte Johannes Heß, alternierender AOK-Verwaltungsratsvorsitzender und Arbeitgebervertreter.

„Jetzt müssen dringend die Weichen gestellt werden für eine einnahmeorientierte Ausgabenpolitik, nachhaltige Strukturreformen und ein Ende der Verschiebebahnhöfe zu Lasten der beitragszahlenden Versicherten und Arbeitgeber in der GKV.“

Lutz Schäffer

alternierender AOK-Verwaltungsratsvorsitzender und Versichertenvertreter

Sparpaket konsequent umsetzen

Die dramatische Ausgabenentwicklung in der GKV ist nach Auffassung des AOK Die AOK hat mit mehr als 20,9 Millionen Mitgliedern (Stand November 2021) als zweistärkste Kassenart… -Verwaltungsrats das Ergebnis politischer Fehlentscheidungen. Die jahrelang verfehlte Gesundheitspolitik Die Gesundheitspolitik ist ein facettenreiches Gebiet, das weit über die in der Öffentlichkeit mit… habe für leere Kassen und rapide steigende Krankenkassenbeiträge gesorgt, ohne dass sich gleichzeitig die Versorgung der Menschen verbessert habe. AOK-Verwaltungsrat Johannes Heß kritisierte, dass die von der Expertenkommission vorgelegten Vorschläge von der Bundesregierung im Gesetzentwurf nur halbherzig und als „fauler Kompromiss“ umgesetzt wurden. „Der Bund zieht sich aus der Verantwortung zurück und weigert sich weiterhin, die gesundheitliche Versorgung von Empfängern von Grundsicherung (früher Bürgergeld) als staatliche Aufgabe aus Steuern zu finanzieren. Statt der notwendigen 26 Milliarden Euro bezahlt er weiterhin lediglich 14 Milliarden Euro und belastet die beitragszahlenden Versicherten und Arbeitgeber jährlich mit rund zwölf Milliarden Euro. Die angekündigte Erhöhung um 250 Millionen Euro, die bis zum Jahr 2031 auf zwei Milliarden Euro ansteigen soll, ist ein Tropfen auf den heißen Stein und völlig unzureichend. Und das dann im gleichen Zuge die Bundesmittel für versicherungsfremde Leistungen ist die Bezeichnung für Leistungen der Sozialversicherung , die nicht zu deren eigentlichem Auftrag… um zwei Milliarden Euro gekürzt werden, schwächt das System noch weiter, statt es zu stabilisieren“, sagt Heß. 

„Der Bund zieht sich aus der Verantwortung zurück und weigert sich weiterhin, die gesundheitliche Versorgung von Empfängern von Grundsicherung als staatliche Aufgabe aus Steuern zu finanzieren.“

Johannes Heß

alternierender AOK-Verwaltungsratsvorsitzender und Arbeitgebervertreter

Bund und Länder sind jetzt gemeinsam gefordert

Während in Berlin in der Koalition um eine Lösung gestritten wird, steigen die Ausgaben in der GKV weiter an. „Bund und Länder sind gemeinsam in der Verantwortung, Versicherte und Wirtschaft nicht noch stärker zu belasten. Es geht jetzt darum, die Ausgaben in den Griff zu bekommen und die vorhandenen Mittel effizienter einzusetzen. Die Einnahmen zu Lasten der Versicherten und Arbeitgeber weiter zu erhöhen, ist das falsche Signal“, so AOK-Verwaltungsrat Schäffer. Nach seinen Worten werde gerade die Pharmaindustrie zu sehr geschont. „Es ist unverständlich, warum die Vorschläge der Finanzkommission in Bezug auf die Arzneimittelausgaben nicht vollständig umgesetzt werden. Hier muss die Koalition noch dringend nachbessern“, so Lutz Schäffer. 

AOK setzt Mitgliederwachstum fort

Insgesamt 56.986 neue Mitglieder entschieden sich im letzten Jahr für die größte gesetzliche Krankenkasse in Westfalen-Lippe und Schleswig-Holstein. AOK-Vorstandschef Tom Ackermann hob hervor, dass die AOK NordWest mit einem guten Preis-Leistungsverhältnis mit vielen exklusiven Mehrleistungen innerhalb des 500 Euro-Gesundheitsbudgets und dem Bonusprogramm unverändert attraktiv für alle gesetzlich Krankenversicherten bleibe. „Wir garantieren unseren Versicherten weiterhin einen persönlichen Service vor Ort und moderne Lösungen für eine schnelle und mobile Kunden-Kommunikation“, so Ackermann. 

Hohe Leistungsausgaben

Insgesamt sind die Leistungsausgaben der AOK NordWest im Jahr 2025 je Versicherten um 7,93 Prozent gegenüber dem Vorjahr gestiegen. Der größte Ausgabenblock bleibt die Krankenhausbehandlung Versicherte in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) haben Anspruch auf vollstationäre… mit rund 4,98 Milliarden Euro. Dahinter folgen Ausgaben für Arzneimittel Nach der Definition des Arzneimittelgesetzes (AMG) sind Arzneimittel insbesondere Stoffe und… mit 2,17 Milliarden Euro sowie die ambulante ärztliche Behandlung Die Versicherten der gesetzlichen Krankenversicherung haben Anspruch auf ärztliche und zahnärztliche… in Höhe von 1,89 Milliarden Euro. Das Haushaltsvolumen der AOK NordWest betrug im Jahr 2025 rund 14,3 Milliarden Euro. 

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