Pressemitteilung

AOK-Krankenhausvergleich: Große Qualitätsunterschiede zwischen Kliniken in Westfalen-Lippe

27.10.2026 AOK NordWest 5 Min. Lesedauer

AOK-Chef Ackermann: „Wir dürfen uns mit dem erreichten Versorgungsniveau nicht zufriedengeben.“

Im Hintergrund ein Monitor zu sehen, der Vitaldaten anzeigt, im Vordergrund sind behandschuhte Hände von zwei Personen in OP-Kleidung sichtbar, die OP-Instrumente und eine Schale halten.
Bei planbaren Operationen bietet der neue AOK-Klinikvergleich eine gute Transparenz zur Behandlungsqualität der Krankenhäuser in Westfalen-Lippe.

Dortmund. Wie groß die Qualitätsunterschiede zwischen den Krankenhäusern in Westfalen-Lippe sind, zeigt der neue Klinikvergleich der AOK NordWest. Die AOK hat die Qualitätsinformationen zu 14 Operationen und Behandlungen in ihrem Gesundheitsnavigator aktualisiert. Neu sind Ergebnisse zu Implantationen von künstlichen Schultergelenken wegen Gelenkverschleiß. Alle Patientinnen und Patienten in Westfalen-Lippe können sich über die Krankenhaussuche darüber informieren, welche Kliniken in ihrer Nähe bei häufig durchgeführten Eingriffen im Hinblick auf Komplikationen besonders gut abschneiden. Mit den Ergebnissen im AOK-Gesundheitsnavigator wird Transparenz über die Unterschiede bei der Behandlungsqualität geschaffen. „Die großen Qualitätsunterschiede zeigen, dass wir uns mit dem erreichten Versorgungsniveau nicht zufriedengeben dürfen. Die eingeleitete Krankenhausreform in Nordrhein-Westfalen muss sich daran messen lassen, ob alle Patientinnen und Patienten künftig besser versorgt werden. Das muss anhand belastbarer Ergebnisse überprüft werden. Die Konzentration medizinischer Leistungen ist dabei kein Selbstzweck, sondern soll zu mehr Erfahrung, Spezialisierung und letztlich zu besseren Behandlungsergebnissen führen“, sagt Tom Ackermann, Vorstandsvorsitzender der AOK Nord-West. Nachzulesen sind die Ergebnisse des Klinikvergleichs im AOK-Navigator im Internet unter www.aok.de/gesundheitsnavigator.

„Die hohen großen Qualitätsunterschiede zeigen, dass wir uns mit dem erreichten Versorgungsniveau nicht zufriedengeben dürfen.“

Tom Ackermann

Vorstandsvorsitzender der AOK NordWest

Erfahrung und Fallzahl wichtig für gute Ergebnisse

Für gute Ergebnisse seien Erfahrung und Fallzahl Summe aller Abrechnungsfälle in einem Abrechnungszeitraum. von wesentlicher Bedeutung, betont Ackermann. Die internationale Literatur, darunter auch Auswertungen auf Grundlage der QSR-Daten, zeigt, dass höhere Fallzahlen und mehr Routine mit besseren Ergebnissen und einer geringeren Komplikationsrate verbunden sind. „Die Daten im AOK Die AOK hat mit mehr als 20,9 Millionen Mitgliedern (Stand November 2021) als zweistärkste Kassenart… -Navigator geben angesichts der großen Unterschiede bei den Komplikationsraten eine wichtige Orientierung“, so Ackermann. Denn der Navigator macht die Qualitätsunterschiede zwischen Kliniken in Westfalen-Lippe transparent, die entsprechende Behandlungen anbieten und ermöglicht interessierten Patientinnen und Patienten, nach einem Krankenhaus Krankenhäuser sind Einrichtungen der stationären Versorgung, deren Kern die Akut- beziehungsweise… zu suchen, das ihnen eine gute Behandlung bietet. „Wir wollen unseren Versicherten mit nachvollziehbaren und verständlichen Informationen helfen, das richtige Krankenhaus für sich auszuwählen“, so Ackermann.

Die Auswertungen zeigen: Die Konzentration medizinischer Leistungen muss weiter vorangetrieben werden. Dabei sind insbesondere die Qualitätsergebnisse zu berücksichtigen. „Die Einführung der Leistungsgruppen Die Einführung von Leistungsgruppen ist Teil einer umfassenden Krankenhausreform, die der… in NRW war ein erster Schritt in diese Richtung“, so Ackermann. Beispiel: Bei der Implantation künstlicher Kniegelenke besteht weiterhin Handlungsbedarf. In Westfalen-Lippe erreichen nur 13 Prozent der Kliniken, die diesen Eingriff durchführen, eine überdurchschnittliche Qualität ist ein zentrales Versorgungsziel der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV). Im Rahmen der… . Beim Wechsel von Knieprothesen zeigt sich ein besseres Bild. Hier wurde die Leistungserbringung bereits deutlich stärker konzentriert. 27 Prozent der Kliniken in Westfalen-Lippe, die diesen Eingriff anbieten, erzielen eine überdurchschnittliche Qualität.

Neue Indikation Implantation von künstlichen Schultergelenken wegen Gelenkverschleiß

Mit der Bewertung zu den Schulteroperationen wird das Informationsangebot bei endoprothetischen Eingriffen vervollständigt. Die Abnutzung des Schultergelenks führt bei vielen Menschen mit zunehmendem Alter zu schmerzhaften Beschwerden, die oft nur durch die Implantation eines künstlichen Schultergelenks verringert werden können. Bei diesem Eingriff wird das verschlissene Gelenk durch ein künstliches Gelenk ersetzt. Diese Operation wurde in Deutschland im vergangenen Jahr etwa 37.000 Mal durchgeführt – und kommt damit deutlich seltener vor als beispielsweise die Implantation eines künstlichen Hüftgelenkes (2025 rund 290.000 Mal durchgeführt). In den letzten Jahren sind aber deutlich wachsende Fallzahlen festzustellen.

Qualitätsergebnisse zu 14 Behandlungen abrufbar

Die erstmals veröffentlichten Ergebnisse zu den Schulter-Implantationen ergänzen das bisherige Angebot von Qualitätsinformationen der AOK zu weiteren 13 Behandlungen. Dies sind Hüftgelenks-Implantationen aufgrund von Arthrose, Operationen nach einem hüftgelenks-nahen Oberschenkelbruch, Hüftprothesenwechsel, Implantationen eines künstlichen Kniegelenkes, Knieprothesenwechsel, Gallenblasenentfernungen bei Gallensteinen, Blinddarmentfernungen, Mandeloperationen, Leistenbruch-OPs, therapeutische Herzkatheter (PCI) bei Patienten ohne Herzinfarkt, kathetergestützte Aortenklappen-Implantationen (TAVI) sowie Operationen bei gutartiger Prostatavergrößerung und zur Prostataentfernung bei Prostatakrebs. Das Verfahren zur „Qualitätssicherung mit Routinedaten“ wird in Expertenpanels mit klinisch tätigen Fachärztinnen und Fachärzten ständig weiterentwickelt. Nach Eingabe der Indikation und der eigenen Postleitzahl im Gesundheitsnavigator der AOK werden den Nutzerinnen und Nutzern die Ergebnisse der einzelnen Kliniken in der Umgebung angezeigt – von einem „AOK-Lebensbaum“ für unterdurchschnittliche Behandlungsqualität bis zu drei Bäumen für überdurchschnittliche Qualität. „Die Krankenhaussuche ist eine gute Orientierung nach Qualitäts-Gesichtspunkten. Die Auswertungen auf Basis von Routinedaten auch Sekundärdaten genannt, sind Daten, die routinemäßig von der gesetzlichen Krankenversicherung… sind nach wie vor einzigartig und können den Patientinnen und Patienten, aber auch einweisenden Ärztinnen und Ärzten eine wichtige Orientierungshilfe bieten“, so Ackermann.

Gute Ergebnisqualität in Kliniken in Westfalen-Lippe:

Blinddarmentfernung

Überdurchschnittliche Qualität: 4 von 91 Krankenhausstandorten, 

ausgewertete Fälle: 7.345

 

Gallenblasenentfernung bei Gallensteinen

Überdurchschnittliche Qualität: 15 von 107 Krankenhausstandorten, 

ausgewertete Fälle: 13.283

 

Leistenbruch-OP

Überdurchschnittliche Qualität: 11 von 102 Krankenhausstandorten, 

ausgewertete Fälle: 9.946

 

Implantation eines Schultergelenks

Überdurchschnittliche Qualität: 1 von 13 Krankenhausstandorten, 

ausgewertete Fälle: 1.144

 

Implantation eines Hüftgelenks

Überdurchschnittliche Qualität: 9 von 69 Krankenhausstandorten, 

ausgewertete Fälle: 9.015

 

Hüftprothesenwechsel

Überdurchschnittliche Qualität: 1 von 11 Krankenhausstandorten, 

ausgewertete Fälle: 691

 

Implantation eines künstlichen Kniegelenks

Überdurchschnittliche Qualität: 9 von 71 Krankenhausstandorten, 

ausgewertete Fälle: 10.725

 

Knieprothesenwechsel

Überdurchschnittliche Qualität: 3 von 11 Krankenhausstandorten, 

ausgewertete Fälle: 736

 

Operation nach hüftgelenksnahen Oberschenkelbruch 

Überdurchschnittliche Qualität: 9 von 94 Krankenhausstandorten, 

ausgewertete Fälle: 7.879

 

Therapeutischer Herzkatheter (PCI) bei Patienten ohne Herzinfarkt

Überdurchschnittliche Qualität: 8 von 66 Krankenhausstandorten, 

ausgewertete Fälle: 11.653

 

kathetergestützte Aortenklappen-Implantationen (TAVI)

Überdurchschnittliche Qualität: 0 von 5 Krankenhausstandorten, 

ausgewertete Fälle: 1.443

 

Mandeloperationen

Überdurchschnittliche Qualität: 1 von 20 Krankenhausstandorten, 

ausgewertete Fälle: 3.060

 

Operation bei gutartiger Prostatavergrößerung 

Überdurchschnittliche Qualität: 5 von 37 Krankenhausstandorten, 

ausgewertete Fälle: 3.361

 

Prostataentfernung wegen Prostatakrebs 

Überdurchschnittliche Qualität: 4 von 19 Krankenhausstandorten, 

ausgewertete Fälle: 2.215

Qualitätssicherung mit Routinedaten

Die Daten wurden nach dem so genannten QSR-Verfahren ermittelt. Die Abkürzung QSR steht für „Qualitätssicherung mit Routinedaten“. Sie misst die Qualität der Behandlung durch die langfristige Analyse von Daten. Basis sind die Abrechnungsdaten der Krankenhäuser zu Behandlungen bei Versicherten der AOK NordWest. Das Besondere an QSR ist, dass die Qualität einer Behandlung langfristig, das heißt über den Tag der Entlassung hinaus, gemessen wird. Unterschiedliche Patienteneigenschaften wie Alter oder Vorerkrankungen werden in den WIdO Das WIdO (Wissenschaftliches Institut der AOK) liefert als Forschungs- und Beratungsinstitut der… -Analysen berücksichtigt, um einen fairen Klinikvergleich zu ermöglichen. Die notwendige Datenauswertung übernimmt das Wissenschaftliche Institut der AOK (WIdO).

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