Krankenstand in Schleswig-Holstein im ersten Halbjahr auf 6,9 Prozent leicht gesunken
AOK-Gesundheitsbericht: Weniger Erkältungen und Grippefälle sorgen für rückläufige Fehlzeiten
Kiel. Der Krankenstand bei den Beschäftigten in Schleswig-Holstein hat sich im ersten Halbjahr 2026 etwas entspannt: mit 6,9 Prozent ist er leicht unter den Rekordwert des Vorjahreszeitraums (7,0 Prozent) gesunken. Das geht aus dem aktuellen AOK-Gesundheitsbericht hervor, der heute in Kiel veröffentlicht wurde. Danach fehlten die rund 310.000 bei der AOK NordWest in Schleswig-Holstein versicherten Erwerbstätigen in den ersten sechs Monaten dieses Jahres durchschnittlich an 12,5 Tagen im Job. „Der Rückgang darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass der Krankenstand nach wie vor auf einem hohen Niveau verharrt. Dafür sind vor allem weniger Krankschreibungen aufgrund von Atemwegserkrankungen verantwortlich, die aber immer noch für mehr als ein Viertel (26,7 Prozent) aller Arbeitsunfähigkeitsfälle verantwortlich waren. Außerdem gewinnen Langzeiterkrankungen immer mehr an Gewicht, die inzwischen fast 40 Prozent aller Fehltage ausmachen“, sagt Tom Ackermann, Vorstandsvorsitzender der AOK NordWest.
„Langzeiterkrankungen machen in Schleswig-Holstein inzwischen fast 40 Prozent aller Fehltage aus.“
Vorstandsvorsitzender der AOK NordWest
Während die Arbeitsunfähigkeitsfälle aufgrund von Atemwegserkrankungen und Infektionen im ersten Halbjahr 2026 zurückgegangen sind, stiegen die Arbeitsunfähigkeitsfälle bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Muskel-Skelett- und psychischen Erkrankungen an.
Durchschnittliche Krankheitsdauer lag bei 9,8 Tagen
Bezogen auf die Anzahl der AU-Tage waren die vier häufigsten Krankheitsarten im ersten Halbjahr 2026: Muskel und Skelett mit 19,1 Prozent, Psyche (14,7 Prozent), Atemwegserkrankungen (14,0 Prozent) sowie Verletzungen (9,6 Prozent). Die durchschnittliche Krankheitsdauer je Arbeitsunfähigkeit liegt nach der Definition des Gemeinsamen Bundesausschusses dann vor, wenn der Versicherte aufgrund… lag im ersten Halbjahr 2026 genau wie im Vorjahreszeitraum bei 9,8 Tagen.
Krankenstand im Branchenvergleich
Im Branchenvergleich sind die höchsten Krankenstände bei den AOK Die AOK hat mit mehr als 20,9 Millionen Mitgliedern (Stand November 2021) als zweistärkste Kassenart… -Mitgliedern in Schleswig-Holstein im ersten Halbjahr 2026 im Gesundheits- und Sozialwesen mit 8,1 Prozent sowie im Bereich öffentliche Verwaltung / Sozialversicherung Die Sozialversicherung in ihrer heutigen Form geht auf die "Kaiserliche Botschaft" von 1881 und die… (7,9 Prozent) zu beobachten. Die niedrigsten Werte waren in der Land- und Forstwirtschaft sowie im Wirtschaftszweig Banken und Versicherungen mit jeweils 4,5 Prozent festzustellen.
Langzeiterkrankungen gewinnen an Gewicht
Besonders deutlich wird der Einfluss von Langzeiterkrankungen: Lediglich 3,7 Prozent der Krankheitsfälle führen zu 39,9 Prozent aller Fehltage. Damit zeigt sich, dass vor allem länger andauernde Erkrankungen die Zahl der Arbeitsunfähigkeitstage nach oben treiben. Maßnahmen wie die zuletzt diskutierte verpflichtende Vorlage einer Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung Seit dem 1. Juli 2022 sind Vertragsärztinnen und -ärzte dazu verpflichtet, die Daten der bislang in… bereits ab dem ersten Krankheitstag oder die von der Bundesregierung vorgesehene Abschaffung der telefonischen Krankschreibung setzen daher nicht an der wesentlichen Ursache der hohen Fehlzeiten an. „Gerade während Infektionswellen war die telefonische Krankschreibung ein wichtiges Instrument, um unnötige Kontakte in Arztpraxen zu vermeiden, Ansteckungen zu reduzieren und medizinisches Personal zu entlasten. Hinweise auf eine missbräuchliche Nutzung konnten bislang nicht festgestellt werden“, so Ackermann.
Mehr gesunde Jahre durch Prävention und Gesundheitsförderung
Aus Sicht der AOK NordWest zeigt die Zunahme gerade bei den Langzeiterkrankten, wie wichtig Investitionen in die Gesundheit der Beschäftigten sind. Dabei spielen sowohl gesundheitsförderliche Arbeitsbedingungen als auch die individuelle Vorsorge Für die medizinische Vorsorge und die Rehabilitation gilt der Grundsatz ambulant vor stationär – das… eine wichtige Rolle. Ein wirksames Betriebliches Gesundheitsmanagement kann dazu beitragen, gesundheitliche Belastungen frühzeitig zu erkennen, gesundheitsförderliche Arbeitsbedingungen zu schaffen und die Arbeitsfähigkeit der Beschäftigten langfristig zu stärken. Die Gesundheitskasse unterstützt Unternehmen dabei mit Analysen, Beratungen und passgenauen Gesundheitsangeboten, um Gesundheit dauerhaft im Arbeitsalltag zu verankern.
2 passende Downloads
-
Foto: AOK-Gesundheitsbericht erstes Halbjahr 2026 für Schleswig-Holstein
Format: JPG | 1,023 KB | 2953 × 1969 px
Lizenz: Dieses Bild darf nur im Zusammenhang mit der nebenstehenden redaktionellen Berichterstattung und ausschließlich von Zeitungsredaktionen bzw. Verlags-/Medienhäuser für ihre Print-Publikationen (Veröffentlichung ist auf 500k Kopien begrenzt), Online-Plattformen und für ihre sozialen Medien genutzt werden. Bitte geben Sie immer die folgende Quelle (Copyright) an: AOK NordWest/Colourbox/hfr