AOK-Gesundheitsbericht: Fehlzeiten in Westfalen-Lippe im ersten Halbjahr 2026 leicht gesunken
AOK-Chef Ackermann: „Langzeiterkrankungen gewinnen an Gewicht.“
Dortmund. Der Krankenstand bei den Beschäftigten in Westfalen-Lippe ist im ersten Halbjahr 2026 leicht gesunken, verharrt aber weiter auf hohem Niveau. Das geht aus dem aktuellen AOK-Gesundheitsbericht hervor, der heute in Dortmund veröffentlicht wurde. Danach lag der Krankenstand bei 7,0 Prozent. Im gleichen Zeitraum des Vorjahres wurde der bisher höchste Wert von 7,2 Prozent erreicht. Die rund 1,1 Millionen bei der AOK NordWest in Westfalen-Lippe versicherten Erwerbstätigen fehlten in den ersten sechs Monaten dieses Jahres durchschnittlich an 12,6 Tagen im Job. Am höchsten war der Krankenstand im Februar 2026 mit 8,3 Prozent. „Dass sich der Krankenstand der Beschäftigten insgesamt leicht entspannt hat, ist eine gute Nachricht. Vor allem Krankschreibungen aufgrund von Atemwegserkrankungen gingen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum zurück. Das Niveau ist dennoch immer noch sehr hoch. Auffällig ist, dass Langzeiterkrankungen immer mehr an Gewicht gewinnen, die inzwischen fast 40 Prozent aller Fehltage ausmachen“, sagt Tom Ackermann, Vorstandsvorsitzender der AOK NordWest.
„Auffällig ist, dass Langzeiterkrankungen immer mehr an Gewicht gewinnen.“
Vorstandsvorsitzender der AOK NordWest
Während die Arbeitsunfähigkeitsfälle aufgrund von Atemwegserkrankungen und Infektionen im ersten Halbjahr 2026 zurückgegangen sind, stiegen die Arbeitsunfähigkeitsfälle bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Muskel-Skelett- und psychischen Erkrankungen an.
Durchschnittliche Krankheitsdauer lag bei 9,8 Tagen
Bezogen auf die Anzahl der AU-Tage waren die vier häufigsten Krankheitsarten im ersten Halbjahr 2026: Muskel und Skelett mit 21,1 Prozent, Atemwegserkrankungen (13,7 Prozent), Psyche (12,7 Prozent) und Verletzungen (9,8 Prozent). Die durchschnittliche Krankheitsdauer je Arbeitsunfähigkeit liegt nach der Definition des Gemeinsamen Bundesausschusses dann vor, wenn der Versicherte aufgrund… lag im ersten Halbjahr 2026 genau wie im Vorjahreszeitraum bei 9,8 Tagen.
Krankenstand im Branchenvergleich
Im Branchenvergleich sind die höchsten Krankenstände bei den AOK Die AOK hat mit mehr als 20,9 Millionen Mitgliedern (Stand November 2021) als zweistärkste Kassenart… -Mitgliedern in Westfalen-Lippe im ersten Halbjahr 2026 im Bereich Energie/Wasser und Entsorgung mit 7,9 Prozent sowie im Gesundheits- und Sozialwesen mit 7,7 Prozent zu beobachten. Die niedrigsten Werte waren in der Land- und Forstwirtschaft mit 4,5 Prozent und im Wirtschaftszweig Banken und Versicherungen mit 4,6 Prozent und festzustellen.
Langzeiterkrankungen gewinnen an Gewicht
Besonders deutlich wird der Einfluss von Langzeiterkrankungen: Lediglich 3,5 Prozent der Krankheitsfälle führen zu 38,1 Prozent aller Fehltage. Damit zeigt sich, dass vor allem länger andauernde Erkrankungen die Zahl der Arbeitsunfähigkeitstage nach oben treiben. Maßnahmen wie die zuletzt diskutierte verpflichtende Vorlage einer Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung Seit dem 1. Juli 2022 sind Vertragsärztinnen und -ärzte dazu verpflichtet, die Daten der bislang in… bereits ab dem ersten Krankheitstag oder die von der Bundesregierung vorgesehene Abschaffung der telefonischen Krankschreibung setzen daher nicht an der wesentlichen Ursache der hohen Fehlzeiten an. „Gerade während Infektionswellen war die telefonische Krankschreibung ein wichtiges Instrument, um unnötige Kontakte in Arztpraxen zu vermeiden, Ansteckungen zu reduzieren und medizinisches Personal zu entlasten. Hinweise auf eine missbräuchliche Nutzung konnten bislang nicht festgestellt werden“, so Ackermann.
Mehr gesunde Jahre durch Prävention und Gesundheitsförderung
Aus Sicht der AOK NordWest zeigt die Zunahme gerade bei den Langzeiterkrankten, wie wichtig Investitionen in die Gesundheit der Beschäftigten sind. Dabei spielen sowohl gesundheitsförderliche Arbeitsbedingungen als auch die individuelle Vorsorge Für die medizinische Vorsorge und die Rehabilitation gilt der Grundsatz ambulant vor stationär – das… eine wichtige Rolle. Ein wirksames Betriebliches Gesundheitsmanagement kann dazu beitragen, gesundheitliche Belastungen frühzeitig zu erkennen, gesundheitsförderliche Arbeitsbedingungen zu schaffen und die Arbeitsfähigkeit der Beschäftigten langfristig zu stärken. Die Gesundheitskasse unterstützt Unternehmen dabei mit Analysen, Beratungen und passgenauen Gesundheitsangeboten, um Gesundheit dauerhaft im Arbeitsalltag zu verankern.
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Foto: AOK-Gesundheitsbericht erstes Halbjahr 2026 für Westfalen-Lippe
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