Ausgaben für Antidiabetika in Westfalen-Lippe auf neuem Rekordhoch
Kosten auf über 403 Millionen Euro angestiegen
Dortmund. Die Ausgaben für blutzuckersenkende Medikamente in Westfalen-Lippe explodieren und haben ein neues Rekordhoch erreicht. Das geht aus einer aktuellen Auswertung der AOK NordWest für alle gesetzlich Krankenversicherten hervor. Danach betrugen die Ausgaben für Antidiabetika im Jahr 2024 insgesamt 403,2 Millionen Euro. Im Vergleich zum Vorjahr gab es einen Anstieg von 9,3 Prozent. 2019 lagen die Ausgaben bei 256 Millionen Euro, somit ergibt sich im Fünf-Jahresvergleich eine Steigerung von rund 58 Prozent. Auffällig ist der Kostenanstieg bei blutzuckersenkenden Wirkstoffen, die speziell bei Typ-2-Diabetikern eingesetzt werden: Wurden Typ-2-Diabetiker früher relativ schnell mit Insulin behandelt, geht der Trend jetzt zu oralen und weiteren neuen Therapieoptionen. Dafür stellten die niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte Rezepte im Wert von 283,5 Millionen Euro aus. Ein Plus im Vergleich zum Vorjahr um 15,6 Prozent. „Bei Typ-2-Diabetikern ist eine Verschiebung der Verordnungen von Insulinpräparaten zu neuen Wirkstoffen festzustellen, die deutlich höhere Kosten verursachen. Dadurch sind die Kosten für blutzuckersenkende Präparate deutlich angestiegen“, sagt AOK-Vorstandsvorsitzender Tom Ackermann. Von Typ-2-Diabetes sind in Westfalen-Lippe nach einer aktuellen AOK-Analyse insgesamt rund 784.000 Menschen betroffen.
„Bei Typ-2-Diabetikern ist eine Verschiebung der Verordnungen von Insulinpräparaten zu neuen Wirkstoffen festzustellen, die deutlich höhere Kosten verursachen.“
Vorstandsvorsitzender der AOK NordWest
Trend zu neuen Therapieoptionen sind kostspielig
Zu den Therapieoptionen für Diabetiker gehören neue Medikamente wie SGLT2-Inhibitoren. Diese vermindern die Rückresorption der Glucose in der Niere und senken dadurch den Blutzuckerspiegel. Vertreter dieser Medikamentengruppe werden mittlerweile auch bei Herz- oder Niereninsuffizienz eingesetzt. Das hat in 2024 zu einem Mengenanstieg von 28 Prozent und zu einem Kostenanstieg von 29 Prozent geführt. „Die Erweiterung der Anwendungsgebiete sorgt für höhere Ausgaben. Allerdings lässt sich anhand der Arzneimittelverordnungen nicht ermitteln, welcher Anteil der abgegebenen Mengen auf die Behandlung von Diabetes zurückgeht und welcher auf die anderen Anwendungsgebiete“, so Ackermann.
Daneben werden auch GLP-1-Analoga eingesetzt. Sie ahmen ein körpereigenes Hormon nach und senken sowohl den Blutzucker als auch das Körpergewicht. GLP-1-Analoga sind auch als Abnehmspritze bekannt - allerdings sind sie nur bei Typ-2-Diabetes auf einem Kassenrezept verordnungsfähig.
Änderung des Lebensstils kann helfen
Die Ursachen von Diabetes mellitus Typ-2 sind komplex. Neben einer genetischen Disposition gehören Übergewicht und mangelnde Bewegung zu den größten Risikofaktoren. „Eine Änderung des Lebensstils mit ausreichend Bewegung, einer gesunden Ernährung und dem Abbau von Übergewicht sind wichtige Maßnahmen, um sich vor der Erkrankung zu schützen“, so Ackermann. Experten gehen davon aus, dass sich dadurch mehr als 50 Prozent der Diabetes-Erkrankungen verhindern ließen. Um das zu erreichen, hilft die AOK Die AOK hat mit mehr als 20,9 Millionen Mitgliedern (Stand November 2021) als zweistärkste Kassenart… NordWest ihren Versicherten mit speziellen Angeboten im Rahmen ihres Kursprogramms ‚Gesund leben‘. Außerdem hilft der Online-Coach Diabetes der AOK unter diabetes.aok.de Betroffenen, ihre Krankheit wird in der Medizin als Abweichung von Gesundheit oder Wohlbefinden verstanden. Allerdings stößt die… besser zu verstehen und die oft notwendigen Änderungen des Lebensstils anzugehen. Das digitale interaktive Programm enthält verständliche Informationen zur Behandlung des Diabetes sowie zahlreiche Videos und Animationen. An der Entwicklung war ein Expertenteam aus Diabetologen, Psychologen sowie Ernährungs- und Sportwissenschaftlern beteiligt.
Höheres Risiko im Alter
Von Typ-2-Diabetes sind in Westfalen-Lippe insgesamt rund 784.000 Menschen betroffen. Das sind 11,7 Prozent der Gesamtbevölkerung. Über 50 Prozent der Betroffenen sind über 70 Jahre alt. Mit zunehmendem Alter steigt das Risiko an der sogenannten ‚Zuckerkrankheit‘ zu erkranken deutlich an. „Das Alter ist einer der bestimmenden Risikofaktoren für die Entwicklung der Erkrankung“, sagt AOK-Chef Ackermann. Dabei fällt auf, dass über alle Altersgruppen hinweg Männer häufiger an Diabetes-Typ-2 erkranken als Frauen.
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Foto: Antidiabetika in Westfalen-Lippe
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