Vor der Schule kommt die Sprache
AOK Hessen: Verordnungen von Sprachtherapie konstant hoch
Die sprachliche Entwicklung spielt eine entscheidende Rolle im Leben eines Kindes. Um die schulischen Herausforderungen meistern zu können, erhielten im vergangenen Jahr 16 Prozent der Sechsjährigen in Hessen eine Sprachtherapie – Jungs deutlich öfter als Mädchen. Die Basis dieser Auswertung sind AOK-versicherte Kinder in Hessen.
Sprachstörungen bei Kindern sind vielfältig und können sich auf unterschiedliche Weise äußern. Sehr häufig treten dabei Artikulationsstörungen auf. Die Kinder können Laute nicht richtig bilden. Sind auch Satzbau und Wortschatz gestört, ist es möglich, dass eine Sprachentwicklungsstörung vorliegt. Die offensichtlichste Form von Sprachstörungen bei Kindern sind Redeflussstörungen, diese können sich beispielsweise durch Sprechblockaden und Stottern oder durch sehr undeutliches, schnelles Sprechen äußern.
Teilweise über 20 Prozent der Kinder
Insgesamt 3.591 Kinder haben 2025 in Hessen eine entsprechende Heilmittelverordnung ausgestellt bekommen. Etwa ein Drittel davon sind Mädchen. Im Jahr zuvor (2024) gibt es fast dasselbe Ergebnis. Die Nachfrage ist somit konstant hoch. In Landkreisen und Städten wie Wiesbaden, Gießen, dem Lahn-Dill-Kreis und dem Wetteraukreis sind über 20 Prozent der Sechsjährigen in Behandlung*.
Ab vier Jahren möglich
Das frühzeitige Erkennen ist entscheidend, um die Kommunikationsfähigkeiten des Kindes zu verbessern. Bei Kindern mit Entwicklungsstörungen der Sprache oder des Sprechens werden Sprachtherapien überwiegend ab einem Alter von vier Jahren verordnet. In Hessen erhielten 8,1 Prozent der vierjährigen Jungen eine Sprachtherapie. Bei den Mädchen lag der Anteil bei 4,4 Prozent.
*Stimm-, Sprech-, Sprach- und Schlucktherapie (früher: Logopädie)