Pressemitteilung

Herzschwäche im Rhein-Main-Gebiet nur halb so häufig wie in Nord- und Mittelhessen

24.09.2026 AOK Hessen 3 Min. Lesedauer

Gemischtes Bild zum „Weltherztag“: Gesundheitsatlas zeigt deutliche regionale und soziale Unterschiede bei der so genannten Herzinsuffizienz in Hessen

Foto: Eine ältere Dame, läuft Treppen, hält sich am Geländer fest und sieht angestrengt aus.
Herzinsuffizienz belastet den Alltag Betroffener erheblich. NIcht nur Treppensteigen wird zur Herausforderung.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Insgesamt lebten im Jahr 2024 rund 205.000 Menschen in Hessen mit einer Herzinsuffizienz.
  • Das entspricht einer Prävalenz, also Krankheitshäufigkeit, von 4,71 Prozent in der Bevölkerung ab 30 Jahren. Damit liegt Hessen auf Platz 13 aller Bundesländer.
  • Besonders selten war eine Herzinsuffizienz in Frankfurt mit 3,69 Prozent, gefolgt vom Main-Taunus-Kreis mit 3,82 Prozent.

Mehr als 200.000 Hessinnen und Hessen waren im Jahr 2024 von einer Herzinsuffizienz betroffen. Das zeigt der aktuelle „Gesundheitsatlas Deutschland“, den die AOK Hessen und das Wissenschaftliche Institut der AOK (WIdO) im Vorfeld des Weltherztages am 29. September 2026 veröffentlichen. Der Bericht macht deutlich, dass Hessen erheblich besser abschneidet als die meisten anderen Bundesländer. Und: Die soziale und materielle Situation einer Region steht mit der Häufigkeit der Erkrankung in Zusammenhang.

Die chronische Herzinsuffizienz, umgangssprachlich auch als Herzschwäche bezeichnet, stellt eines der häufigsten Gesundheitsprobleme des Herz-Kreislauf-Systems dar. Sie entsteht häufig als Folge anderer Krankheiten, zu denen insbesondere die Koronare Herzkrankheit und der Bluthochdruck zählen. Insgesamt lebten im Jahr 2024 rund 205.000 Menschen in Hessen mit einer Herzinsuffizienz.

Das entspricht einer Prävalenz ist eine Messgröße aus der Epidemiologie, die die Häufigkeit einer Krankheit zu einem bestimmten… , also Krankheitshäufigkeit, von 4,71 Prozent in der Bevölkerung ab 30 Jahren. Damit liegt Hessen auf Platz 13 aller Bundesländer. Nur Berlin, Bremen und Hamburg haben eine noch geringere Prävalenz. In Sachsen-Anhalt und Thüringen ist sie dagegen fast doppelt so hoch. 

Enorme Abhängigkeit von Wohnort und sozialer Lage

Auch die soziale und materielle Situation einer Region steht mit der Häufigkeit von Herzinsuffizienz in Zusammenhang. Ökonomisch und sozial besonders benachteiligte („deprivierte“) Regionen weisen laut Gesundheitsatlas eine höhere Herzinsuffizienzprävalenz auf als Regionen mit der besten materiellen und sozialen Ausgangssituation. Im sogenannten „fairen“ Vergleich, bei dem unterschiedliche Alters- und Geschlechtsstrukturen der Bevölkerung in den Regionen berücksichtigt werden, bleibt der Zusammenhang zwischen Herzinsuffizienz und sozioökonomischer Lage weitgehend bestehen. Darüber hinaus zeigen die Analysen des Gesundheitsatlas deutliche Zusammenhänge zwischen der Häufigkeit von Herzinsuffizienz und vermeidbaren Risikofaktoren wie Rauchen, Bluthochdruck und Typ-2-Diabetes.

Rhein-Main-Gebiet mit besonders niedrigen Werten

Für Hessen zeigt sich im „fairen“ Vergleich ein deutliches regionales Gefälle: Während die Prävalenz im Vogelsbergkreis (6,68 Prozent), im Kreis Hersfeld-Rotenburg (6,72 Prozent), im Werra-Meißner-Kreis (6,69 Prozent) und im Kreis Waldeck-Frankenberg (6,63 Prozent) im Jahr 2024 deutlich über dem hessischen Durchschnitt lag, wiesen die Städte und Landkreise des Rhein-Main-Gebiets deutlich niedrigere Werte auf. Am niedrigsten war die Prävalenz in Frankfurt mit 3,69 Prozent. Es folgten der Main-Taunus-Kreis mit 3,82 Prozent und der Hochtaunuskreis mit 3,87 Prozent. Auch in Darmstadt lag die Prävalenz mit 3,96 Prozent auf einem vergleichsweise niedrigen Niveau.

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