Psyche führt zu längeren Fehlzeiten
Hessen: Vergleich zu 2016 zeigt starke Differenzen / Aktueller Halbjahresvergleich mit positiver Tendenz
Die Fehlzeiten bei hessischen AOK-Versicherten sind innerhalb eines Jahrzehnts deutlich gestiegen. Waren es 2016 im Durchschnitt noch 20,5 Arbeitsunfähigkeitstage (AU-Tage), kletterte dieser Wert für 2025 auf 24,0 Tage. Psychische Erkrankungen sind bundes- wie hessenweit der wesentliche Treiber für diese Entwicklung.
Das zeigen die Analysen im aktuellen Fehlzeiten-Report 2026 des Wissenschaftlichen Instituts der AOK Die AOK hat mit mehr als 20,9 Millionen Mitgliedern (Stand November 2021) als zweistärkste Kassenart… (WIdO Das WIdO (Wissenschaftliches Institut der AOK) liefert als Forschungs- und Beratungsinstitut der… ) mit dem Schwerpunktthema „Mentale Gesundheit in der Arbeitswelt stärken“. Die Fehlzeiten wegen psychischer Erkrankungen sind in dieser Zeitspanne bei den versicherten Beschäftigten in Hessen um 35 Prozent gestiegen: Während 2016 noch 304 Arbeitsunfähigkeitstage je 100 Mitglieder zu verzeichnen waren, lag dieser Wert 2025 bei 411 Tagen.
Aktuell rückläufiger Trend
Über alle Erkrankungen hinweg gab es bei den Fehlzeiten nach den Höchstständen der vergangenen Jahre jedoch einen leicht rückläufigen Trend. So waren 2025 insgesamt 24,0 AU-Tage je AOK-Mitglied zu verzeichnen. Das ist weniger als 2023 und 2024 (beide Jahre: 24,7 AU-Tage). Vergleicht man sogar das erste Halbjahr 2026 (23,7 AU-Tage) mit dem ersten Halbjahr 2025 (24,8 AU-Tage), wird diese Entwicklung verfestigt.
Depressive Episoden
Bei den Krankschreibungen aufgrund psychischer Erkrankungen zeigen sich in Hessen deutliche Unterschiede zwischen den einzelnen Berufsgruppen: Weit vorne lagen 2025 Berufe im Dialogmarketing mit 36,1 AU-Tage je 100 Mitglieder, gefolgt von Berufen in der Haus- und Familienpflege (24,6). Die längsten Ausfallzeiten bei den psychischen Erkrankungen entfielen laut Report auf depressive Episoden, gefolgt von Reaktionen auf schwere Belastungen und Anpassungsstörungen.