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Experte befürchtet Vakzin-Engpass bei Vogelgrippe-Pandemie

10.07.2024 2 Min. Lesedauer

Der Impfstoffexperte Leif Erik Sander von der Berliner Charité befürchtet mögliche Engpässe bei Vakzinen im Falle einer Pandemie mit dem Vogelgrippe-Subtyp H5N1. Um ausreichend Dosen für die Weltbevölkerung herzustellen, müssten die Kapazitäten erhöht werden, sagte er dem „Tagesspiegel“. Zwar gebe es bereits Musterimpfstoffe, die schnell angepasst werden könnten. Mit traditionellen Herstellungsmethoden könnten aber in einem Jahr nur 1,5 Milliarden Dosen produziert werden. Im Pandemiefall wäre das „knapp bemessen“, „da jeder Mensch vermutlich zweimal geimpft werden müsste“.

In Europa sehe die Lage besser aus. Hier gebe es vergleichsweise hohe Produktionskapazitäten für Grippeimpfstoffe. „Wir haben zudem auch Medikamente gegen Grippeviren, die auch bei H5N1 wirken sollten.“ Den anhaltenden Vogelgrippe-Ausbruch bei Kühen in den USA stufte er als „besorgniserregend“ ein. Damit erhöhe sich die Gefahr, dass sich das Virus an Säugetiere und letztlich den Menschen anpassen könnte.

„Aufgrund der riesigen Tierbestände in den USA hat das Virus dort sozusagen einen großen Inkubator, in dem es sich in vielen Säugetieren vermehren und adaptieren kann“, so der Direktor der Klinik für Infektiologie und Intensivmedizin der Charité. „Eine der größten Sorgen ist, dass sich das H5N1-Virus mit saisonalen Grippeviren oder mit anderen in Säugetieren verbreiteten Grippeviren vermischt und dadurch eine neue Virusvariante entsteht, die sich von Mensch zu Mensch überträgt.“ Das könne in Menschen, aber auch etwa Schweinen geschehen.

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24.06.20241 Min

In den USA sind inzwischen rund 140 Herden in zwölf Bundesstaaten betroffen. Auch vier Farmarbeiter steckten sich an, zeigten aber milde Verläufe. Sie hätten sich vermutlich bei Rindern über Schmierinfektionen infiziert, meinte Sander. Direkte Übertragungen von Mensch zu Mensch seien bisher nicht bestätigt. Weil sich nicht alle Risikopersonen testen ließen, gingen Experten von einer größeren Dunkelziffer aus. Ein größeres Ausbruchsgeschehen unter Menschen werde aber nicht vermutet. (cm)

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