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Hoffnung auf mehr Organspender

18.03.2024 2:30 Min. Lesedauer

Das neue Organspende-Register macht es ab heute möglich, sich auch online als Organspender zu registrieren. Dies ermögliche es Ärztinnen und Ärzten, rasch auf „zuverlässige Weise die Spendenbereitschaft eines potenziellen Organspenders“ zu ermitteln, erklärte Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach.

Der SPD-Politiker appellierte an die Bürger über 16 Jahren, sich zu registrieren. „Im Ernstfall werden die Angehörigen von einer schweren Entscheidung entlastet, da eine im Register dokumentierte Entscheidung Klarheit und Sicherheit bietet.“ Das gelte ausdrücklich auch für den Fall, dass jemand kein Spender sein wolle.

Lauterbach und andere Politiker verbinden mit dem Start des Registers die Hoffnung auf eine steigende Spendenbereitschaft. Das Register biete die „perfekte Lösung“, um die Bereitschaft zur Spende oder auch den Widerspruch für alle deutlich zu machen und abzusichern, sagte Lauterbach. Zugleich warb der Minister noch einmal für die Einführung einer Widerspruchslösung: „Die Widerspruchslösung ist ethisch und medizinisch notwendig. Sie ist alternativlos, wenn man die Spendenbereitschaft auf das gewünschte Niveau bringen will.“ Rund 8.400 Menschen warteten auf eine Spende.

Am Montagvormittag hatten sich bereits 5.500 potenzielle Spender laut Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (Bfarm) registriert. Bfarm-Präsident Karl Broich versicherte, das Register genüge „höchsten Anforderungen an die Datensicherheit“. So braucht man einen Ausweis mit eID-Funktion, um sich zu identifizieren. Spätestens im September soll die Abgabe der Erklärung mithilfe der digitalen Identität für Versicherte (GesundheitsID) möglich sein. Der Eintrag in das Register ist freiwillig, kostenlos und kann jederzeit geändert werden. Auf die Daten zugreifen darf nach dem Hirntod eines Patienten nur berechtigtes Personal in Entnahmekrankenhäusern. Spätestens ab 1. Juli müssen Entnahmekliniken an das Register angeschlossen sein.

An das Register seien „große Erwartungen geknüpft“, betonten die SPD-Gesundheitspolitikerinnen Heike Baehrens und Tina Rudolph. Noch immer sei die Zahl der Organspenden in Deutschland zu niedrig. FDP-Politiker Maximilian Funke-Kaiser bezeichnete den Organmangel als „eklatant“. Laut Deutscher Stiftung Organtransplantation wurden 2023 mit 2.877 Organen von 965 Spendern etwas mehr Organe gespendet als 2022 (2.662/869). Nach Angaben der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung besaßen 2022 etwa 44 Prozent der Bürger einen Organspendeausweis, der auch weiterhin gültig bleibt. (sg)

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