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Infektwelle trifft Schulen und Kitas

24.11.2023 3 Min. Lesedauer

Deutschland ächzt weiter unter einer heftigen Infektwelle. Vor allem Schulen und Kitas kämpfen mit Personalausfällen. Der Grundschulverband warnte vor Unterrichtsausfall und Schließungen.

Die personelle Lage an den Schulen sei ohnehin „auf Kante genäht“ und werde durch Krankheitsfälle noch verschärft, sagte der Vorsitzende Edgar Bohn dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) von heute. Ähnlich äußerte sich Waltraud Weegmann, Vorsitzende des Deutschen Kitaverbandes. Kitas müssten Öffnungszeiten reduzieren, Gruppen zusammenlegen oder ganz schließen, sagte sie der Zeitung. Laut jüngsten Daten des Robert-Koch-Instituts (RKI) litten Mitte November 7,2 Millionen Bürger an einem Atemwegsinfekt – und damit mehr als in der ganzen Pandemie zu dieser Zeit. Getrieben werde die Welle vor allem von „der relativ hohen Zahl an Covid-19-Erkrankungen“ und Schnupfenkeimen wie Rhinoviren. Dagegen gebe es „noch keine Hinweise auf eine beginnende Grippewelle“, so das RKI. 
 
Bereits 2022 hatten die Krankenstände, auch durch eine Grippe- und RSV-Welle, Rekordwerte erreicht. Laut dem Kieler Institut für Weltwirtschaft (IFW) kostete dies Deutschland 27 bis 42 Milliarden Euro an Wertschöpfung. Ohne diese Einbußen wäre die Wirtschaft 2022 der Analyse zufolge um 2,5 bis 2,9 Prozent gewachsen – statt nur um 1,8 Prozent. 
 
Mit Sorge sehen Experten auch die Folgen von Long Covid (LC) für Gesellschaft und Arbeitswelt. „Wir können uns nicht leisten, Menschen in die Erwerbsunfähigkeitsrente zu verlieren“, sagte der Infektiologe Andreas Stallmach heute beim Long-Covid-Kongress in Jena mit Blick auf den wachsenden Fachkräftemangel. Er forderte bessere Strategien und Modelle, um Erkrankten eine Rückkehr oder Teilrückkehr in den Job zu ermöglichen. Stallmach appellierte an die Kostenträger, dem Off-Label-Einsatz von Arzneien positiver gegenüberzustehen. Diese seien meist preiswert und könnten Krankheitszeiten verkürzen. Der Einsatz rechne sich daher.
 
Laut Stallmach erkrankten in den ersten Corona-Wellen fünf bis sieben Prozent der Infizierten an LC. In den aktuellen Wellen seien es noch ein bis zwei Prozent. Als Gründe nannte er die größere Immunität. Auch hätten sich mit den neuen Varianten die Krankheitsbilder verändert und glichen stärker respiratorischen Infekten. Dennoch bleibe LC aufgrund der hohen Zahlen ein großes Problem. Der Experte verwies auf Daten aus Rheinland-Pfalz. Danach dürfte die Corona-Inzidenz derzeit tatsächlich bei 1.500 bis 2.000 Fällen pro 100.000 Einwohner liegen. Offiziell werden dagegen gerade 27 Fälle pro 100.000 Einwohner ausgewiesen, weil deutlich weniger getestet wird. (cm)

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