Degum wirbt für Eierstock-Ultraschall als „Check-Up“
Ultraschalluntersuchungen sollten nach Auffassung der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin (Degum) häufiger als ergänzende Methode, etwa zur Beurteilung von Eierstockbefunden, eingesetzt werden. Solche individuellen Gesundheitsleistungen (Igel), die der Patient selbst zahlen muss, kämen „auch bei Frauen, die zunächst keine krankhaften Symptome aufzeigen“, infrage, sagte der Leiter der gynäkologischen Sonografie an der Frauenklinik des Uniklinikums Tübingen, Markus Hoopmann, heute bei einer Pressekonferenz der Degum. Zudem forderten Degum-Experten, die Stoßwellentherapie bei Kalkschultern als Kassenleistung einzuführen. Die AOK äußerte sich kritisch.
Geeignet seien Ultraschalluntersuchungen der Eierstöcke zum Beispiel als eine Art Check-Up bei Frauen mit unerfülltem Kinderwunsch oder Regelschmerzen, erläuterte Hoopmann. „Die große Mehrheit der Eierstockeingriffe erfolgt aufgrund gutartiger Veränderungen wie Teratomen, Zystadenomen oder Endometriomen.“ Diese Befunde ließen sich sonografisch „mit hoher Sicherheit erkennen und charakterisieren“.
Laut Igel-Monitor des Medizinischen Dienstes Bund (MD Bund) haben Ultraschalluntersuchungen häufig nicht den versprochenen Nutzen und führen laut Experten beispielsweise bei Eierstockkrebs häufig zu Verunsicherung. So weist etwa der Leiter des Stabs Medizin im AOK-Bundesverband, Gerhard Schillinger, darauf hin, dass auch nationale und internationale wissenschaftliche Fachgesellschaften davon abrieten, diese Früherkennungsuntersuchung bei Frauen ohne jegliche Symptome und ohne erbliche Vorbelastung durchzuführen. Anders sei die Sachlage jedoch, wenn ein Verdacht auf Eierstockkrebs vorliege. „In diesem Falle werden die Kosten für die Ultraschall-Untersuchung der Eierstöcke auch von den Krankenkassen übernommen.“
Insgesamt sieht die AOK den Igel-Markt laut Schillinger eher kritisch: Die reguläre Sprechstunde von Vertragsärzten sollte frei sein von Verkaufsgesprächen. „Daher setzen wir uns auch dafür ein, dass solche Selbstzahlerleistungen nur noch in separaten Igel-Sprechstunden angeboten werden dürfen.“
Die Forderung nach einer Kostenübernahme einer Stoßwellentherapie bei Kalkschultern erklärte der stellvertretende Leiter des Degum-Arbeitskreises Bewegungsorgane, Peter Keysser, mit einer verkürzten Therapiedauer. Das Verfahren sei effektiv und sollte unter bestimmten Voraussetzungen zur Kassenleistung werden, wie das seit einiger Zeit auch beim Fersensporn der Fall sei, erläuterte Keysser. (ter)