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Beruf und Pflege: Herausforderung für Kleinstbetriebe

21.11.2023 1:30 Min. Lesedauer

Rund 85 Prozent der pflegebedürftigen Menschen in Deutschland werden von Angehörigen betreut. Immer mehr Menschen müssen deshalb Beruf und private Pflegeaufgabe miteinander vereinbaren und Unternehmen angesichts des Fachkräftemangels Lösungen für ihre Mitarbeiter anbieten. Wie das auch in kleinen Handwerksbetrieben gelingen kann, ist Thema eines aktuellen Berichts des Kuratoriums Deutsche Altershilfe (KDA).

Der Bericht „Koordination – Kooperation – Kompensation: Vereinbarkeit von Beruf und Pflege in Kleinstunternehmen in NRW“ zeigt anhand konkreter Beispiele aus einer Fokusgruppe von Kleinstunternehmen, welche Strategien bereits jetzt umgesetzt werden. „Sehr pragmatisch werden aus den begrenzten Ressourcen Lösungen entwickelt“, heißt es dort: Aufträge verschoben, Springer oder 450-Euro-Kräfte eingesetzt. Durch kurze Wege und enge Zusammenarbeit würden persönliche Belastungen frühzeitig identifiziert, abgemildert und im besten Fall behoben, „damit der Betrieb läuft“.

Die Vereinbarkeit von Beruf und privater Pflegeaufgabe in Kleinstbetrieben sei ein sogenanntes „Wir müssen reden -Thema“, stellen die beiden Autorinnen Sarah Hampel und Adelheid von Spee in ihrer gut 50-seitigen Analyse fest. Beide sind wissenschaftliche Mitarbeiterinnen im Landesprogramm Vereinbarkeit von Beruf und Pflege NRW im KDA.

Ein Grund für die Flexibilität sei, „die tägliche enge Zusammenarbeit in eher familiären Strukturen“ eines Kleinstbetriebes. So werde etwa „wechselseitig das Aufwachsen der Kinder miterlebt“. Die Vorgesetzten seien „über die jeweiligen Pflegesituationen der Mitarbeitenden sehr genau informiert“. Wie schon in anderen Untersuchungen zeige sich, dass zu einer schnellen Lösung auch informelle statt formeller Hilfen genutzt würden. (sg)

1 Kommentar

Ich suche ein Stellenangebot in der Pflege. Schön zu lesen, dass die Flexibilität oft eine Herausforderung ist. Aber dies denke ich mir auch.

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