Einwurf: Das Impfen braucht mehr Akzeptanz
Die Impfbereitschaft in Deutschland ist im europäischen Vergleich eher unterdurchschnittlich. RKI-Präsident Lars Schaade setzt auf eine fundierte Aufklärung.
Impfungen gehören zu den wirksamsten Maßnahmen zum Schutz vor Infektionskrankheiten. Dennoch bleiben auch in Deutschland Millionen Menschen ungeimpft. Woran liegt das? Um dieser Frage nachzugehen, hat das Robert Koch-Institut ein nationales Monitoring zur Impfakzeptanz etabliert. Ziel ist es, Impfentscheidungen besser zu verstehen, damit evidenzbasierte Strategien entwickelt werden können, um die Impfquoten zu steigern. Die Datenerhebung für das Impfakzeptanz-Monitoring erfolgt jährlich im Herbst im Rahmen des Forschungsprojekts „IMPRESS“. Dieses wird vom Bundesgesundheitsministerium gefördert und soll die Grundlage für ein langfristiges Impfakzeptanz-Monitoring schaffen. An der ersten Online-Befragung 2025 nahmen 5.450 Personen teil. Dazu wird das RKI-Panel „Gesundheit in Deutschland“ genutzt, mit dem das RKI regelmäßig Informationen zum Gesundheitszustand der Menschen in Deutschland erfasst.
Erste Ergebnisse des Impfakzeptanz-Monitorings zeigen, dass die befragten Personen Nebenwirkungen von Impfungen überschätzen. Das kann das Vertrauen in die Sicherheit und Wirksamkeit von Impfungen beeinträchtigen. Zudem bestehen Unsicherheiten bei verbreiteten Impfmythen. Das verdeutlicht, wie wichtig eine gute Zusammenarbeit von Institutionen ist, insbesondere bei Impfstoffsicherheit und Falschinformationen. Zugleich zeigen unsere Daten Rahmenbedingungen, die eine Impfentscheidung begünstigen: Die Mehrheit der Befragten nimmt das Risiko von Infektionskrankheiten wahr, sieht nur geringe persönliche Hürden für eine Impfung und handelt auch aus Verantwortung gegenüber anderen.
„Ein Überschätzen von Nebenwirkungen kann das Vertrauen beeinträchtigen.“
Präsident des Robert Koch-Instituts
Diese Erkenntnisse sind für eine passgenaue, zielgruppenspezifische Impfkommunikation relevant, daher ist es wichtig, sie zeitnah zu kommunizieren. Erste Ergebnisse zur Impfakzeptanz und zur Grippe-Impfung wurden bereits auf der Projekt-Webseite veröffentlicht. Als Nächstes folgen Auswertungen dazu, wie Eltern Impfentscheidungen für ihre Kinder treffen. Die zentralen Ergebnisse sollen auch in das Impf-Dashboard VacMap integriert werden. Damit entsteht erstmals für Deutschland ein zentraler Ort zu Impfquoten und Determinanten von Impfverhalten.
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