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Einwurf: Fokus auf die Frauengesundheit

18.03.2026 2 Min. Lesedauer

Fehldiagnosen, Datenlücken, strukturelle Benachteiligung: Bundesforschungsministerin Dorothee Bär will die medizinische Forschung grundlegend neu ausrichten. Sie fordert einen politischen Kurswechsel.

Close Up einer Person mit medizinischer Sicherheitskleidung in Blau. Haube, Mundschutz und Handschuhe. Zu sehen ist lediglich die Augenpartie.
Neue Programme in der geschlechtersensiblen Medizin sollen Datenlücken schließen und Therapien gezielter auf Frauen ausrichten.
Dorothee Bär, Bundesministerin für Forschung, Technologie und Raumfahrt.
Dorothee Bär ist seit 2025 Bundesministerin für
Forschung, Technologie und Raumfahrt.

Jahrhundertelang war der Mann Maßstab der Medizin, etwa wenn Symptome beschrieben und Arzneimittel erprobt wurden. Wie oft bekamen Frauen eine falsche oder gar keine rechtzeitige Diagnose? Ihr Sterberisiko bei Herzinfarkten ist heute noch deutlich höher als bei Männern. Wir müssen die Forschung radikal neu denken. Deswegen habe ich in meinem Ministerium ein eigenes Referat für Frauengesundheit gegründet.

Es soll schon auf den ersten Blick sichtbar sein: Wir geben diesem Thema Raum. Endlich. Ich möchte, dass Frauengesundheit einen neuen Stellenwert erhält und als das gesehen wird, was sie ist – ein Motor von Forschung und Entwicklung und zentral für die Gesundheit von Millionen. 

Ich bin froh, dass immer mehr Menschen die Bedeutung erkennen. Ich muss das Wort „Endometriose“ im Gespräch nicht mehr buchstabieren, weil viele es mittlerweile kennen. Auch über die Wechseljahre wird immer offener gesprochen. Wichtig ist mir klarzumachen, dass sich Frauengesundheit für alle auszahlt: für die Frauen selbst, ihre Familien, ihre Arbeitgeber, ja, unsere Volkswirtschaft. Das World Economic Forum hat 2024 ausgerechnet, dass wir eine Billion Dollar Wachstum weltweit generieren könnten, wenn wir die geschlechterspezifischen Datenlücken, den Gender Health Gap, schließen.

„Künstliche Intelligenz öffnet neue Türen für präzisere Diagnostik und Therapie.“

Dorothee Bär

Bundesministerin für Forschung, Technologie und Raumfahrt

Frauengesundheit ist daher sowohl ein Imperativ der Gleichberechtigung als auch eine Frage der Lebensqualität unserer gesamten Gesellschaft. Deshalb gehört sie bei uns im Ministerium zu den Top-Themen und ist nun auch finanziell deutlich besser unterlegt: Für Frauengesundheit und geschlechtersensible Medizin stellen wir in dieser Legislaturperiode 90 Millionen Euro zur Verfügung. Darunter befinden sich beispielsweise Fördermaßnahmen zur Erforschung der Endometriose, der reproduktiven Gesundheit und zur Schließung von Datenlücken in der klinischen Forschung. 

Zusätzlich gibt unsere Hightech-AgendaDeutschland der Frauengesundheit Schub. Schlüsseltechnologien wie Künstliche Intelligenz öffnen neue Türen für präzisere Diagnostik und personalisierte Therapie, etwa bei Brustkrebs. Ich setze alles daran, dass wir mit Hightech die Lebensqualität verbessern und Leben retten.

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