Einwurf: Pflegeplanung auf guter Datenbasis
Um den Pflegebedarf zu decken, müssen ausreichend ambulante und stationäre Angebote zur Verfügung stehen. Die Pflegebevollmächtigte der Bundesregierung, Katrin Staffler, empfiehlt für die kleinräumige Planung die Daten der Kranken- und Pflegekassen.
Derzeit wird viel über die Zukunft der pflegerischen Versorgung gesprochen. Für mich steht fest: Wir brauchen ein umfangreiches Update der sozialen Pflegeversicherung. Das ist eine der wichtigsten sozialpolitischen Aufgaben, werden doch fast 30 Prozent der Menschen in Deutschland im Jahr 2050 ein Alter von mindestens 65 Jahren erreicht haben. Zu den heute knapp sechs Millionen Menschen mit Pflegebedarf werden dann noch einmal etwa eine Million Personen hinzukommen.
Der Großteil der zu pflegenden Menschen möchte möglichst lange zu Hause leben. Deshalb müssen wir zuallererst die ambulante Versorgung in den Blick nehmen. Aber selbstverständlich muss in den einzelnen Quartieren auch eine ausreichende Zahl an stationären Versorgungsangeboten zur Verfügung stehen. Dafür brauchen wir eine Datengrundlage und eine gute Planung für die Weiterentwicklung und Gestaltung der Quartiere – in der Stadt und auf dem Land. Eine bedarfsgerechte Versorgung kann nur gelingen, wenn wir regionale Unterschiede berücksichtigen.
Ein beauftragtes Gutachten zum Thema Pflegestrukturplanung, das ich im letzten Jahr veröffentlicht habe, zeigt den klaren Handlungsbedarf auf: So braucht es mehr Verbindlichkeit und Gestaltungsmöglichkeiten der Kommunen, die auch personell unterfüttert werden müssen. Die anfallenden Kosten sind perspektivisch gesehen eine gute Investition.
„Es braucht mehr Verbindlichkeit und Gestaltungsmöglichkeiten der Kommunen.“
Pflegebevollmächtigte der Bundesregierung
Es zeigt sich jedoch, dass eine freie Planung nicht ausreicht. Notwendig sind konkrete Vorgaben zu den Pflegeplanungen durch die Länder. Kleinräumige Daten, die bei den Kranken- und Pflegekassen liegen, werden zukünftig zu einer verbesserten Datengrundlage führen, die dann genutzt werden muss.
Wir müssen regionale, auch fachliche Netzwerke aufbauen. Hier können sogenannte Kümmerer oder Community Health Nurses einen entscheidenden Schub bringen. Zum Schluss noch einen Punkt: Wer plant, muss auch umsetzen können. Wir müssen dabei einen guten Wissenstransfer sicherstellen, damit das Rad nicht ständig neu erfunden werden muss.
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