Pressemitteilung

Erwerbstätige in Stuttgart seltener krank – psychische Belastungen steigen jedoch weiter 

22.05.2026 AOK Baden-Württemberg, Stuttgart-Böblingen 4 Min. Lesedauer

Stuttgart. Stuttgart gehörte auch 2025 zu den gesündesten Großstädten im Land. Das zeigt der aktuelle Gesundheitsbericht der AOK Die AOK hat mit mehr als 20,9 Millionen Mitgliedern (Stand November 2021) als zweistärkste Kassenart… Stuttgart-Böblingen: Der Krankenstand Der Krankenstand beziffert die Zahl der arbeitsunfähig geschriebenen Kranken bezogen auf 100… unter den erwerbstätigen AOK-Versicherten in Stuttgart ist im letzten Jahr erneut leicht gesunken und liegt mit 5,5 Prozent weiterhin deutlich unter dem Bundesdurchschnitt (6,4 Prozent) sowie unter dem Wert für Baden-Württemberg (5,8 Prozent). Unter den großen Städten im Südwesten steht die Landeshauptstadt damit gut da – lediglich Freiburg verzeichnet mit 5,2 % einen noch niedrigeren Krankenstand.

Trotz dieser positiven Entwicklung unter den Erwerbstätigen in der Landeshauptstadt steigen die Fehltage aufgrund psychischer Erkrankungen weiter an. Ihr Anteil kletterte 2025 auf 14,9 Prozent (2024: 13,7 Prozent) – obwohl psychische Diagnosen nur 5,1 Prozent aller Arbeitsunfähigkeits-Fälle (AU-Fälle) ausmacht. „Das heißt, wir haben zwar einen geringen Anteil an AU-Fällen, aber einen überproportional hohen Anteil an Fehltagen“, erklärt AOK-Präventionsexpertin Lucie Bareis.

Besonders betroffen sind Beschäftigte zwischen 45 und 59 Jahren, Frauen häufiger als Männer. Ab 60 dreht sich dann das Verhältnis um: Dann fehlen Männer öfters – vor allem wegen Herz-Kreislauf- oder Muskel-Skelett-Erkrankungen.

Mit Blick auf den Fehlzeitenreport 2025 des WIdO Das WIdO (Wissenschaftliches Institut der AOK) liefert als Forschungs- und Beratungsinstitut der… (Wissenschaftliches Institut der Ortskrankenkassen) zeigt sich, dass die Digitalisierung und die zunehmende Nutzung von Künstlicher Intelligenz (KI) die Arbeitswelt spürbar verändern. Beides steigert zwar die Produktivität eines Unternehmens, wirkt sich aber auch auf die Gesundheit der Beschäftigten aus. „Beispielsweise werden leichtere Arbeiten durch die KI erledigt, dafür bleiben aber komplexere Arbeitspakete liegen – somit kommt es trotz der Erleichterung zu einer Verdichtung mit anspruchsvollen Tätigkeiten“, weiß Lucie Bareis aus der Praxis und ergänzt: „Sorgen um den eigenen Arbeitsplatz, ständige Erreichbarkeit und wachsende Informationsflut, aber auch die Erwartung, mit der Digitalisierung und KI-Entwicklung mithalten zu müssen, können Stress und psychische Belastungen verstärken.“

Eine zentrale Rolle komme dabei den Führungskräften zu. Sie müssten Mitarbeitende im Umgang mit KI unterstützen und auch dafür sorgen, dass zwischenmenschliche Begegnungen nicht verloren gehen, erläutert die Präventionsexpertin. Lucie Bareis: „Zugehörigkeit und Wertschätzung sind Grundpfeiler psychischer Gesundheit. Gerade in zunehmend digitalen Arbeitsumgebungen dürfen sie in unserem Arbeitsalltag nicht untergehen.“

Prävention Prävention bezeichnet gesundheitspolitische Strategien und Maßnahmen, die darauf abzielen,… und Gesundheitsförderung ist ein fortlaufender Prozess mit dem Ziel, allen Menschen ein höheres Maß an Selbstbestimmung über… gewinnen weiter an Bedeutung. „Unternehmen müssen Gesundheit stärker in den Arbeitsalltag integrieren. Gleichzeitig braucht es politische Rahmenbedingungen, die Prävention und Gesundheitsförderung langfristig und in allen Lebenswelten erlebbar machen – in Kitas, Schulen bis in die Betriebe“, betont Jürgen Weber von der Geschäftsführung der AOK Stuttgart-Böblingen. Das Prinzip „Health in All Policies“ müsse für mehr gesunde Lebensjahre in allen Politikbereichen stärker verankert werden, erklärt Weber. „Nur so bleiben Menschen leistungsfähig – und vor allem langfristig gesund: in Schule und Beruf, aber auch in Freizeit und Rente.“

 

Anmerkungen für die Redaktionen:

  • Die Analyse basiert auf mehr als 199.187 AOK-versicherten Beschäftigten im Stadtkreis Stuttgart. 
  • Der Krankenstand ist eine betriebswirtschaftliche Größe. Darunter versteht man den prozentualen Anteil der Fehltage zur Sollarbeitszeit von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern aufgrund einer Krankschreibung.
  • Der Krankenstand gibt den Anteil der im Auswertungszeitraum angefallenen Arbeitsunfähigkeitstage im Verhältnis zur Gesamtzahl der Kalendertage des Jahres an.
  • Unter Fehltagen versteht man die Krankheitstage aufgrund von Krankschreibungen.
  • Kurzzeiterkrankungen bis zu drei Tagen Dauer werden von den Krankenkassen nur erfasst, soweit eine ärztliche Krankschreibung vorliegt. Der wahre Anteil der Kurzzeiterkrankungen kann daher höher liegen, als dies in den Krankenkassendaten zum Ausdruck kommt.
  • Versichertenjahre (VJ): Versichertenjahre sind eine statistische Normierungsgröße zum Ausgleich individuell unterschiedlicher Versicherungszeiten der Versicherten. Die Darstellung der Diagnosen nach Tagen und Fällen erfolgt je 100 Versichertenjahre. Diese rechnerische Größe wird ermittelt aus der Anzahl aller Versichertentage der Beschäftigten geteilt durch die Zahl der Kalendertage: Summe aller Versichertentage = 365 (in Schaltjahren 366) = Versichertenjahre

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  • Gesundheitsbericht Stadtkreis Stuttgart 2025

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Wassiliki Babel