Pressemitteilung

Online-Recherche zur Gesundheit: Vertrauen bleibt oft auf der Strecke

27.02.2026 AOK Baden-Württemberg 3 Min. Lesedauer

AOK Baden-Württemberg fordert Stärkung der Gesundheitskompetenz an Schulen

Eine Ärztin hält ein Smartphone und zeigt zweifelnde Mimik.

Stuttgart. Neun von zehn Baden-Württembergern informieren sich bei Gesundheitsfragen im Internet. Gleichzeitig sorgt die digitale Informationsflut bei vielen aber für Unsicherheit. Nach einer repräsentativen forsa-Umfrage im Auftrag der AOK Die AOK hat mit mehr als 20,9 Millionen Mitgliedern (Stand November 2021) als zweistärkste Kassenart… Baden-Württemberg unter 755 Personen im Südwesten nutzen 89 Prozent der Befragten das Internet für Recherchen zu Diagnosen, Behandlungen oder Prävention Prävention bezeichnet gesundheitspolitische Strategien und Maßnahmen, die darauf abzielen,… . Doch jede dritte Person fühlt sich danach verunsichert.

Die Ergebnisse zeigen ein deutliches Spannungsfeld: 90 Prozent der Nutzerinnen und Nutzer greifen auf mehrere Quellen zurück. 60 Prozent empfinden die Informationen häufig als widersprüchlich, mehr als jeder Zweite zweifelt an deren Richtigkeit. Rund ein Viertel (24 Prozent) gibt an, sich nach der Recherche unwissender zu fühlen als zuvor. 26 Prozent sind bereits auf Inhalte gestoßen, die sich im Nachhinein als falsch herausgestellt haben. „Gesundheitsinformationen aus dem Internet sorgen aus unterschiedlichen Gründen leider häufig für Verunsicherung“, sagt Johannes Bauernfeind, Vorstandsvorsitzender der AOK Baden-Württemberg. „Jede dritte Person in Baden-Württemberg hat beispielsweise Probleme damit, vertrauenswürdige Gesundheitsinformationen zu finden.“ Drei Viertel der verunsicherten Befragten (71 Prozent) haben Probleme, verlässliche Quellen zu erkennen. 73 Prozent bemängeln, es sei oft unklar, ob Informationen wissenschaftlich geprüft wurden. 48 Prozent geben an, ihnen fehle das Fachwissen zur Einordnung.

Qualität sichern, Orientierung geben

Um Transparenz zu schaffen und qualitätsgesicherte Informationen kenntlich zu machen, hat die AOK ein Qualitätssiegel für fachgeprüfte Gesundheitsinformationen eingeführt. Ziel ist es, Versicherten und Interessierten eine verlässliche Orientierung im digitalen Raum zu bieten.

Für die AOK geht die Debatte jedoch über einzelne Informationsangebote hinaus. Die Ergebnisse der Umfrage unterstreichen aus Sicht der Krankenkasse die hohe Bedeutung von Gesundheitskompetenz. „Wer Gesundheitsinformationen finden, verstehen, bewerten und anwenden kann, trifft bessere Entscheidungen für sich selbst und nutzt Präventionsangebote gezielter“, so Bauernfeind.

Gesundheitsbildung von Anfang an stärken

Die AOK Baden-Württemberg setzt sich daher dafür ein, Gesundheitsbildung strukturell im Bildungssystem zu verankern. „Gesundheit darf kein Randthema sein. Gesundheitsbildung muss verbindlicher Bestandteil der Lehrpläne werden“, fordert Bauernfeind. Schule als Lern- und Lebensort erreiche alle Kinder und Jugendlichen – unabhängig von sozialem Hintergrund. Sie könne damit frühzeitig die Grundlage für körperliches und seelisches Wohlbefinden legen und nachhaltige Gesundheitskompetenz fördern.

Zu den zentralen Inhalten zählen nach Vorstellung der AOK Baden-Württemberg unter anderem ausgewogene Ernährung, Bewegung im Alltag, Suchtprävention, Medienkompetenz, Schlafhygiene sowie Strategien zur Stärkung der psychischen Gesundheit und Resilienz.

Hintergrund sind zunehmende Herausforderungen bei Kindern und Jugendlichen – etwa Bewegungsmangel, Adipositas, unausgewogene Ernährung sowie psychische Belastungen wie Angststörungen oder Depressionen. „Gesundheitsbildung ist eine gemeinsame Aufgabe von Elternhaus, Schule und Gesellschaft“, ist Johannes Bauernfeind überzeugt. „Die Schule bietet jedoch die Chance, allen Schülerinnen und Schülern fundiertes Wissen und praktische Kompetenzen zu vermitteln.“ Die AOK Baden-Württemberg unterstützt nach eigenen Angaben bereits Projekte und Fortbildungsangebote für Lehrkräfte, um Gesundheitsthemen stärker im Unterricht zu verankern.

Vor dem Hintergrund der wachsenden Informationsflut im Internet wird aus Sicht der AOK deutlich: Wer früh lernt, Gesundheitsinformationen kritisch zu bewerten und Verantwortung für die eigene Gesundheit zu übernehmen, gewinnt Sicherheit – online wie offline.

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