Statement

Reimann zur Behandlungsfehler-Statistik: Offenen Umgang mit Fehlern verpflichtend machen

20.08.2026 AOK-Bundesverband 2 Min. Lesedauer
Porträt: Dr. Carola Reimann, Vorstandsvorsitzende des AOK-Bundesverbandes
Dr. Carola Reimann, Vorstandsvorsitzende des AOK-Bundesverbandes

Der Medizinische Dienst Bund (MD Bund) hat heute seine jährliche Behandlungsfehler-Statistik vorgestellt. Die Vorstandsvorsitzende des AOK-Bundesverbandes, Dr. Carola Reimann, bekräftigt aus diesem Anlass die Forderungen der AOK nach einer gesetzlichen Weiterentwicklung der Patientenrechte, insbesondere im Schadensfall: 

„Die Stärkung der Patientenrechte Patientenrechte erwachsen aus allen Regelungen, die dem Patientenschutz, der Patientenautonomie,… gehört auf die To-Do-Liste des neuen Gesundheitsministers. Nach den zahlreichen Sonntagsreden und Beteuerungen der letzten Jahre ist es Zeit, das 'vergessene‘ Thema Patientenrechte endlich anzupacken.

Wir unterstützen insbesondere die Forderung des MD Bund nach einer Verpflichtung zum offenen Umgang mit Behandlungs- und Pflegefehlern. Heute ist es so, das betroffene Patientinnen und Patienten in der Regel nur dann über einen Fehler informiert werden, wenn sie gezielt danach fragen. Dafür braucht man natürlich entsprechende Anhaltspunkte. Doch diese sind für medizinische Laien meist gar nicht zu erkennen.

„Der Beweis des kausalen Zusammenhangs zwischen Fehler und eingetretenem Schaden muss künftig leichter möglich sein.“

Der Anspruch der Patientinnen und Patienten auf Informationen über vermutete Behandlungsfehler Ein Behandlungsfehler liegt vor, wenn eine medizinische Behandlung nicht nach den zum Zeitpunkt der… und die Bringschuld der Behandelnden müssen daher im Bürgerlichen Gesetzbuch geregelt werden. Diese Bringschuld sollte auch gelten, wenn der Schaden durch Dritte wie etwa Hersteller von schadhaften Medizin- oder Blutprodukten verursacht worden ist.

Außerdem sollte dringend die rechtliche Position von Patientinnen und Patienten im Schadensfall verbessert werden. Der Beweis des kausalen Zusammenhangs zwischen einem Fehler und einem eingetretenen Schaden muss künftig leichter möglich sein. 

Abgesehen davon müssen wir mehr tun, um Behandlungsfehler und Schäden durch Arzneimittel Nach der Definition des Arzneimittelgesetzes (AMG) sind Arzneimittel insbesondere Stoffe und… oder fehlerhafte Medizinprodukte Medizinprodukte sind Apparate, Instrumente, Vorrichtungen, Stoffe und Zubereitungen aus Stoffen oder… zu verhindern. Laut Studien werden allein im Krankenhaus Krankenhäuser sind Einrichtungen der stationären Versorgung, deren Kern die Akut- beziehungsweise… -Bereich etwa 2 bis 4 Prozent der Patientinnen und Patienten durch vermeidbare Behandlungsfehler geschädigt. Die damit verbundenen Folgeeingriffe und Beeinträchtigungen der geschädigten Menschen haben laut Schätzungen allein 2025 Kosten in einer Größenordnung von 16,7 Milliarden Euro verursacht. Der Aufbau eines Registers zur systematischen Meldung und Erfassung schwerwiegender vermeidbarer Ereignisse in der medizinischen Versorgung kann aus unserer Sicht helfen, diese ökonomischen Belastungen zu senken und viel menschliches Leid zu verhindern.“

Die grafische Illustration zeigt im oberen Bereich eine Waage. In der linken Schale liegen Gewichte und ein gelbes Pragrafenzeichen. In der rechten Schale steht eine Frau mit einem Tablettenblister in der Hand und eine älterer Rollstuhlfahrer . Die Waage steht im Gleichgewicht.
In einem neuen Positionspapier fordert die AOK eine Stärkung der Patientenrechte und eine Absenkung der Beweislast. „Eine überwiegende Wahrscheinlichkeit von mehr als 50 Prozent sollte künftig als Beweis für den Zusammenhang zwischen Fehler und Schaden ausreichen“, so die Vorstandsvorsitzende des AOK- Bundesverbandes, Dr. Carola Reimann.
15.09.2025AOK-Bundesverband6 Min

1 passender Download

  • Reimann zur Behandlungsfehler-Statistik: Offenen Umgang mit Fehlern verpflichtend machen

    Format: PDF | 55 KB

Ihr Ansprechpartner und Pressekontakt

Alle Pressesprecher der AOK
Porträt: Dr. Kai Behrens, Pressesprecher des AOK-Bundesverbandes
Pressesprecher

Dr. Kai Behrens

AOK-Bundesverband