Nachricht

Zahl des Monats März: Mit 7,8 Prozent …

18.03.2026 AOK-Bundesverband 3 Min. Lesedauer

... sind die Ausgaben der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) im Jahr 2025 deutlich stärker gestiegen als die Einnahmen. Diese legten im vergangenen Jahr lediglich um 5,3 Prozent zu.

Ein Stethoskop liegt auf vielen Geldscheinen.

Das zeigen die jüngst vom Bundesgesundheitsministerium (BMG) veröffentlichten vorläufigen Finanzergebnisse (KV 45). Die reinen Leistungsausgaben nahmen demnach sogar um 7,9 Prozent zu. Damit setzt sich der Trend aus dem Jahr 2024 fort.

Insgesamt standen 2025 nach Ministeriumsangaben Einnahmen von 355,9 Milliarden Ausgaben von 352,4 Milliarden Euro gegenüber. Das bedeutet zwar ein Plus von etwa 3,5 Milliarden Euro, was allerdings zum Teil massiven Beitragserhöhungen geschuldet ist. Trotz des Überschusses konnte die GKV aufgrund der Ausgabenentwicklung ihre Finanzreserven, die sie in den vergangenen Jahren – gesetzlich verordnet – abschmelzen musste, nicht wieder auf das vorgeschriebene Niveau bringen. Die Finanzreserven der Krankenkassen Die 93 Krankenkassen (Stand: 01.01.26) in der gesetzlichen Krankenversicherung verteilen sich auf… betrugen dem BMG zufolge Ende 2025 rund 5,1 Milliarden Euro. Dies entspricht 0,18 Monatsausgaben. Gesetzlich vorgeschrieben sind jedoch 0,2 Monatsausgaben. „Die vorläufigen Finanzergebnisse unterstreichen die schwierige Lage in der gesetzlichen Krankenversicherung“, bilanzierte auch Bundesgesundheitsministerin Nina Warken anlässlich der Veröffentlichung der Daten.

Warken räumte ein, dass das kleine GKV-Sparpaket, das mit dem Gesetz zur Befugniserweiterung und Entbürokratisierung in der Pflege Kann die häusliche Pflege nicht im erforderlichen Umfang erbracht werden, besteht Anspruch auf… (BEEP) verabschiedet wurde, die GKV nur kurzfristig entlaste. Schon ab 2027 prognostizierte Warken jährliche „Finanzierungslücken in zweistelliger Milliardenhöhe“. 

Richten soll es die aktuell tagende Finanzkommission Gesundheit. Ende März 2026 sollen deren Reformvorschläge auf dem Tisch liegen. „Auf dieser Grundlage starten wir zügig den Gesetzgebungs- und Reformprozess“, kündigte die CDU-Politikerin an. Allen Entscheidungsträgern müsse jedoch bewusst sein, dass dafür alle ihren Beitrag leisten müssten. „Zentrales politisches Ziel ist und bleibt die nachhaltige Stabilisierung der Beitragssätze“, so Warken.

Noch im November 2025 hatte das Bundesgesundheitsministerium den durchschnittlichen Zusatzbeitrag Seit 2009 erhalten die gesetzlichen Krankenkassen zur Deckung ihrer Ausgaben Zuweisungen aus dem… zur GKV für 2026 um 0,4 Punkte auf 2,9 Prozent erhöht. Für viele Krankenkassen war das nicht ausreichend. Sie hatten zu Beginn des Jahres ihre individuellen Zusatzbeiträge höher als den durchschnittlichen Zusatzbeitrag ansetzen müssen. Die Kassen und ihre Verbände fordern deshalb kurzfristige Maßnahmen, die bereits 2026 greifen. Um weitere Beitragserhöhungen zu vermeiden, müssten die Kosten „unverzüglich“ gebremst werden, mahnt Jens Martin Hoyer, stellvertretender Vorstandsvorsitzender des AOK Die AOK hat mit mehr als 20,9 Millionen Mitgliedern (Stand November 2021) als zweistärkste Kassenart… -Bundesverbandes. Darüber hinaus seien „flankierende Maßnahmen auf der Einnahmenseite und die Umsetzung umfassender struktureller Reformen zur Sicherstellung einer dauerhaft an den Einnahmen orientierten Ausgabenentwicklung“ nötig.

Balkendiagramm mit 14 Balken, absoluten Werten und prozentualen Steigerungen

Maßgeblicher Treiber der hohen Ausgabendynamik blieben auch 2025 die Krankenhaus Krankenhäuser sind Einrichtungen der stationären Versorgung, deren Kern die Akut- beziehungsweise… -Behandlungen. 111,4 Milliarden Euro und damit noch einmal 9,7 Milliarden Euro (plus 9,6 Prozent) mehr als 2024 musste die GKV an die Kliniken in Deutschland überweisen. Seinerzeit hatten die Krankenhauskosten der Kassen erstmals die 100-Milliarden-Euro-Marke übertroffen. Gründe dafür seien „vor allem hohe Vergütungssteigerungen sowie die Refinanzierung bisher nicht abgebildeter Tarifkostensteigerungen aus dem Jahr 2024“, heißt es aus dem BMG.

Auch die Heilmittel wirken überwiegend äußerlich zur Heilung oder Linderung einer Krankheit auf den Körper ein. Der… haben sich seit Einführung der Blankoverordnungen zum veritablen Kostenfaktor entwickelt. In diesem Bereich legten die GKV-Ausgaben ebenfalls überdurchschnittlich um 10,4 Prozent (plus 1,4 Milliarden Euro) zu. Der AOK-Bundesverband warnt vor Fehlentwicklungen im Heilmittelbereich und fordert, den Einsatz des 2024 eingeführten Instruments der Blankoverordnung zu begrenzen. „Die von den Heilmittel-Verbänden vehement geforderte Blankoverordnung wird offenbar in Teilen als Blankoscheck für Einnahmeoptimierung missverstanden“, sagte die Vorstandsvorsitzende, Dr. Carola Reimann, angesichts der Entwicklung. Gleichzeitig fehlten Belege für einen Qualitätsgewinn. Die Praxis dürfe nicht dazu führen, „dass ausschließlich hochpreisige Leistungen erbracht werden, ohne den Nutzen für die Versicherten zu belegen“, unterstrich Reimann.

Ein älterer Patient wird während seiner Physiotherapie am Schlingentisch behandelt.
Die Vorstandsvorsitzende des AOK-Bundesverbandes, Dr. Carola Reimann, fordert, den Einsatz des Instruments zu brgrenzen. Die Blanko-Verordnung dürfe nicht zum „Blanko-Scheck für Einnahmeoptimierung“ werden.
17.03.2026AOK-Bundesverband3 Min