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Zahl des Monats April: Auf 401,11 Millionen Euro …

30.04.2026 AOK-Bundesverband 3 Min. Lesedauer

… haben sich die Ausgaben der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) für digitale Gesundheitsleistungen (DiGA) seit deren Einführung im Herbst 2020 summiert. Das geht aus dem aktuellen DiGA-Bericht des GKV-Spitzenverbandes hervor.

Ein älterer Herrn mit graumeliertem Haar sitzt mit einem Smartphone am Küchentisch.

Besonders in den ersten eineinviertel Jahren verzeichneten die Ausgaben für die „Apps auf Rezept“ mit 103 Prozent einen deutlichen Zuwachs. Danach gingen die Zuwachsraten mit Werten zwischen 61 und 65 Prozent zwar zurück, blieben jedoch auf vergleichsweise hohem Niveau.

Seit September 2020 können Ärztinnen und Ärzte DiGA Als App auf dem Smartphone oder in Form einer Webanwendung sind DiGAs dazu geeignet, Krankheiten… zulasten der GKV verordnen. Seitdem kennen die Ausgaben für die GKV nur den Weg nach oben. Lagen die Ausgaben zwischen Oktober 2020 und Dezember 2021 noch bei 19,72 Millionen Euro, stiegen sie im Jahr 2022 auf nahezu 39,99 Millionen Euro. Bereits 64,27 Millionen waren es im Jahr 2023, und nach 106 Millionen Euro 2024 erreichten die Ausgaben zulasten der GKV 2025 den bisherigen Rekordwert von 171 Millionen.

Säulendiagramm mit sechs Säulen (2020 bis 2025)

 „Die Bedeutung der Apps auf Rezept Mit dem am 20. Oktober 2020 in Kraft getretenen Gesetz zum Schutz elektronischer Patientendaten in… in der Versorgung wächst“, konstatierte die stellvertretende Vorstandsvorsitzende des GKV-Spitzenverbandes, Stefanie Stoff-Ahnis, anlässlich der Veröffentlichung der Zahlen. 1,6 Millionen DiGA wurden dem Bericht zufolge vom 1. September 2020 bis 31. Dezember 2025 nach ärztlicher Verordnung Einige Leistungen der gesetzlichen Krankenversicherung bedürfen einer schriftlichen Anweisung durch… oder Genehmigung von den Krankenkassen Die 93 Krankenkassen (Stand: 01.01.26) in der gesetzlichen Krankenversicherung verteilen sich auf… in Anspruch genommen. Kritisch sei jedoch anzumerken, so Stoff-Ahnis, „dass die meisten DiGA nach wie vor zunächst ohne einen Nutzennachweis in den GKV-Leistungskatalog Als Leistungskatalog werden die Leistungsarten der Krankenkassen bezeichnet, auf die ihre… aufgenommen werden und dennoch von den Krankenkassen zu ihren beliebig hohen Herstellerpreisen finanziert werden müssen“. Wenngleich viele der Anwendungen den Patienten nutzten, „wurden zuletzt immer mehr DiGA wieder aus dem DiGA-Verzeichnis gestrichen, da sie auch im Verlauf keinen Nutzen für die Versorgung nachweisen konnten“, erläuterte Stoff-Ahnis. „Dies führt zu teilweise mangelnder Akzeptanz bei der Ärzteschaft und den Patientinnen und Patienten.“ 

Laut GKV-Bericht wurden insgesamt 74 Anwendungen in das DiGA-Verzeichnis beim Bundesamt für Arzneimittel Nach der Definition des Arzneimittelgesetzes (AMG) sind Arzneimittel insbesondere Stoffe und… und Medizinprodukte Medizinprodukte sind Apparate, Instrumente, Vorrichtungen, Stoffe und Zubereitungen aus Stoffen oder… (BfArm) aufgenommen. Nur weniger als jede fünfte Anwendung konnte mit ihrer Aufnahme einen Nutzen nachweisen. 16 DiGA wurden mangels Nutzennachweis wieder komplett aus dem Leistungskatalog gestrichen. Die Preise zeigten eine Spannbreite von 119 Euro bis zu 2.077 Euro. Dabei seien sie über die Jahre von durchschnittlich 411 Euro im ersten Berichtsjahr auf 544 Euro 2025 deutlich gestiegen. Die zwischenzeitlich verhandelten Preise für 40 DiGA liegen laut GKV-SV mit durchschnittlich 227 Euro deutlich darunter.

Die Finanzkommission Gesundheit (FKG) hatte in ihrem Ende März vorgelegten Papier unter anderem vorgeschlagen, DiGA nur mit nachgewiesenem Nutzen in den GKV-Leistungskatalog aufzunehmen. Es gehe nicht darum, solche Apps abzuschaffen. „Unser Problem ist das Erstattungsverfahren.“ „Wir sagen: digitale Anwendungen ja, aber nicht zulasten der Krankenkassen, solange der Nutzen noch nicht nachgewiesen ist“, sagte der Gesundheitsökonom und Vorsitzende der Finanzkommission Gesundheit, Wolfgang Greiner, Anfang April dem „Handelsblatt“.