Pressemitteilung

Der Darm im Blick - Früherkennung rettet Leben, wenn sie genutzt wird

03.03.2026 AOK Bayern 5 Min. Lesedauer
Bild zur Onlineveranstaltung "Der Darm im Blick - Früherkennung rettet Leben" mit Terminankündigung zum 25. März 2026 von 17 bis 18:30 Uhr

Darmkrebs gehört zu den häufigsten Krebserkrankungen in Deutschland. Nach Angaben des Zentrums für Krebsregisterdaten am Robert Koch-Institut erkranken jährlich rund 55.000 Menschen neu an Darmkrebs. Etwa 22.670 Menschen verstarben im Jahr 2023 an den Folgen der Erkrankung (1).  

Kaum eine Krebsart lässt sich so gut frühzeitig erkennen wie Darmkrebs, dennoch bleibt die Teilnahme an der Früherkennung Im Rahmen der Prävention dienen Maßnahmen der Früherkennung dazu, Krankheiten bereits im Frühstadium… hinter den Möglichkeiten zurück.

„Mit Stuhltest und Darmspiegelung können wir Darmkrebs-Vorstufen wie Polypen früh erkennen und behandeln. Eine frühe Diagnose verbessert immer auch die Heilungschancen“, erklärt Dr. med. Berndt Birkner, Gastroenterologe und Präsident des Netzwerks gegen Darmkrebs.

Um die Aufmerksamkeit und das Bewusstsein für die Bedeutung der Darmkrebsfrüherkennung zu fördern, informieren AOK Die AOK hat mit mehr als 20,9 Millionen Mitgliedern (Stand November 2021) als zweistärkste Kassenart… Bayern, Health Care Bayern e.V., Netzwerk gegen Darmkrebs und Bayerische Krebsgesellschaft e.V. im Darmkrebsmonat März in einer kostenfreien Online-Infoveranstaltung über Prävention Prävention bezeichnet gesundheitspolitische Strategien und Maßnahmen, die darauf abzielen,… , moderne Früherkennungsmethoden und das nationale Darmkrebsfrüherkennungsprogramm:

„Darm im Blick“ Online-Informationsveranstaltung 
am 25. März 2026 von 17 bis 18:30 Uhr  
Anmeldung unter:  "Der Darm im Blick - Früherkennung rettet Leben" Onlineveranstaltung, Mittwoch, 25. März 2026, 17:00 - 18:30 

Vorsorge wirkt – wird aber noch zu selten genutzt

Nationale Daten zeigen, dass 58,7 Prozent der Frauen ab 55 Jahren und 53,4 Prozent der Männer ab 50 Jahren angaben, in den vergangenen zehn Jahren eine Darmspiegelung gehabt zu haben – dabei handelt es sich nicht ausschließlich um Vorsorgeuntersuchungen, sondern auch um Abklärungs- oder Diagnosekoloskopien (2).

Bei den Stuhltests sind die Teilnahmequoten noch niedriger: Analysen zeigen, dass im Zeitraum 2010 bis 2022 lediglich 22,9 Prozent der Männer und 55,5 Prozent der Frauen im Alter von 50 bis 54 Jahren mindestens einmal einen immunologischen Stuhltest durchgeführt haben. Ein großer Teil der Anspruchsberechtigten hat damit noch nie eine Darmkrebsfrüherkennung in Anspruch genommen (3). 

Situation in Bayern

Auch im Freistaat besteht Handlungsbedarf. Auswertungen des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO Das WIdO (Wissenschaftliches Institut der AOK) liefert als Forschungs- und Beratungsinstitut der… ) zeigen, dass im Zeitraum 2014 bis 2023 im Durchschnitt nur die Hälfte der anspruchsberechtigten AOK-Versicherten in Bayern im Alter von 65 bis 75 Jahren mindestens eine Darmspiegelung durchgeführt haben. Mit dieser 50-Prozent-Marke liegt Bayern im bundesweiten Vergleich sogar im oberen Bereich (4).

Dr. Irmgard Stippler, Vorstandsvorsitzende der AOK Bayern, zur Bedeutung der Krebsvorsorge: „Krebsvorsorge heißt, Verantwortung zu übernehmen – für die eigene Gesundheit. Und für das gemeinsame Ziel, Krebs früh zu erkennen, besser behandeln zu können – und im besten Fall zu verhindern.“

Prof. Dr. med. Volker Heinemann, Präsident der Bayerischen Krebsgesellschaft, ergänzt: „Viele Menschen schieben die Vorsorge Für die medizinische Vorsorge und die Rehabilitation gilt der Grundsatz ambulant vor stationär – das… auf. Doch Darmkrebs entwickelt sich oft über Jahre aus gutartigen Vorstufen. Wer zur Früherkennung geht, kann aktiv verhindern, dass Krebs überhaupt entsteht.“

„Darmkrebs ist eine der häufigsten, aber auch eine der am besten vermeidbaren Krebserkrankungen“, erklärt Dr. Nicola Fritz, Allgemeinärztin und Vorstandsmitglied, Health Care Bayern e.V. „Wir wissen heute: Ein gesunder Lebensstil mit ballaststoffreicher Ernährung, regelmäßiger Bewegung, möglichst wenig Alkohol, dem Verzicht auf Rauchen und die konsequente Teilnahme an Vorsorgeuntersuchungen kann das Risiko deutlich senken. Prävention beginnt nicht erst in der Arztpraxis, sondern im Alltag – in Familien, Betrieben und Schulen. Entscheidend ist, dass wir Gesundheitskompetenz früh stärken und Menschen konkrete, umsetzbare Angebote machen.“

Gesetzliche Angebote ab 50 Jahren

Seit 2025 können gesetzlich Versicherte in Deutschland ab 50 Jahren zwischen zwei Früherkennungsoptionen wählen:

  • ein immunologischer Stuhltest (iFOBT) alle zwei Jahre
  • zwei Darmspiegelungen im Abstand von zehn Jahren

Ein auffälliger Stuhltest muss durch eine Darmspiegelung abgeklärt werden. Da Darmkrebs oft lange keine Beschwerden verursacht, ist die regelmäßige Teilnahme entscheidend.

Risikogruppen brauchen frühere Vorsorge

Besondere Aufmerksamkeit gilt Menschen mit familiärer Belastung. Rund jede vierte Darmkrebserkrankung tritt im Zusammenhang mit familiärer Häufung auf, etwa fünf Prozent beruhen auf genetischen Hochrisiko-Syndromen.

„Familiäre Risiken werden oft unterschätzt. Sprechen Sie in Ihrer Familie offen über Erkrankungen – das kann Leben retten“, so Dr. med. Berndt Birkner, Gastroenterologe und Präsident des Netzwerks gegen Darmkrebs.

Medizinische Leitlinien werden definiert als systematisch entwickelte Entscheidungshilfen für Ärzte und Patienten, die eine… empfehlen bei einem Verwandten ersten Grades mit Darmkrebs eine erste Darmspiegelung zehn Jahre vor dem Erkrankungsalter des betroffenen Angehörigen. Bei genetischen Hochrisiko-Syndromen sind engmaschige Vorsorgeprogramme erforderlich.

Beratung und Unterstützung in Bayern

Die Bayerische Krebsgesellschaft e.V. bietet mit 13 psychosozialen Krebsberatungsstellen und zahlreichen Außensprechstunden in ganz Bayern kostenfreie Beratung für Betroffene, Angehörige und alle, die Fragen zur Darmkrebsvorsorge oder zu familiären Risiken haben. Neben psychosozialer Unterstützung informieren die Beratungsstellen auch zu Prävention und sozialrechtlichen Fragen.
Weitere Informationen: www.bayerische-krebsgesellschaft.de

Die AOK Bayern unterstützt ihre rund 4,6 Millionen Versicherten mit einem breiten Spektrum an Vorsorgeleistungen und transparenter Aufklärung, beispielsweise zur Darmkrebsfrüherkennung: 
https://www.aok.de/pk/leistungen/krebsvorsorge-frueherkennung/darmkrebsvorsorge/
 

Quellen:

1) 
„Krebs in Deutschland für 2021 – 2023“, Robert Koch-Institut, 2025 https://www.krebsdaten.de/Krebs/DE/Content/Publikationen/Krebs_in_Deutschland/krebs_in_deutschland_2025.pdf?__blob=publicationFile

2) https://www.gbe.rki.de/DE/Themen/GesundheitsfoerderungPraeventionUndVersorgung/GesundheitsfoerderungundPraevention/VorsorgeUndFrueherkennung/Darmkrebsfrueherkennung/darmkrebsfrueherkennung_node.html?utm_source=chatgpt.com&darstellung=0&kennzahl=1&zeit=2019&geschlecht=1&standardisierung=0

3)
https://www.aerzteblatt.de/news/nutzung-der-darmkrebsfruherkennung-bleibt-hinter-moglichkeiten-zuruck-df02533b-1144-4f18-bf5d-1a997422801a?utm_source=chatgpt.com

4)
https://www.aok.de/pp/bayern/pm/darmkrebsmonat-maerz-frueherkennung-kann-leben-retten-1/?gad_source=1&gad_campaignid=23201195884&gclid=EAIaIQobChMI493vsZjokgMVqf15BB0xyzNYEAAYASAAEgKR7fD_BwE

 

1 passender Download

  • PM Der Darm im Blick_Früherkennung rettet Leben, wenn sie genutzt wird

    Format: PDF | 295 KB

Ihr Ansprechpartner und Pressekontakt

Alle Pressesprecher der AOK