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„Wir brauchen ein Gesetz!“ – Das war der 2. Zuckerreduktionsgipfel

In Deutschland wird zu viel Zucker konsumiert: Rund 100 Gramm täglich bzw. 35 Kilogramm im Jahr nimmt jeder zu sich. Die Weltgesundheitsorganisation WHO empfiehlt maximal 50 Gramm, besser wären sogar 25. Dabei geht es weniger um die die üblichen verdächtigen Lebensmittel wie Schokolade, Kuchen, oder andere Süßigkeiten. Sondern um Lebensmittel, in denen Zucker nicht vermutet […]

24.10.2018Autor: Matthias GottschalkRubrik: Presse und Politik 0

In Deutschland wird zu viel Zucker konsumiert: Rund 100 Gramm täglich bzw. 35 Kilogramm im Jahr nimmt jeder zu sich. Die Weltgesundheitsorganisation WHO empfiehlt maximal 50 Gramm, besser wären sogar 25. Dabei geht es weniger um die die üblichen verdächtigen Lebensmittel wie Schokolade, Kuchen, oder andere Süßigkeiten. Sondern um Lebensmittel, in denen Zucker nicht vermutet wird oder in denen er in größeren Mengen als nötig enthalten ist: Rotkohl, Pizza, Ketchup oder andere verarbeitete Lebensmittel. 80 Prozent der Fertigprodukte enthalten zugesetzten Zucker. Doch Verbraucher können dies teilweise nur schwer erkennen.

Bereits im letzten Jahr hatten sich Vertreter aus Wissenschaft, Politik und Verbänden auf Einladung der AOK in Berlin getroffen , um Maßnahmen zur Zuckerreduzierung festzulegen. Leider stellten die Teilnehmer beim zweiten Gipfel fest, dass sich seitdem nicht viel getan hat. Zum Beispiel ist die Marketingaktivität mit Kindern als Zielgruppe nicht zurückgegangen. In einigen Bereich, zum Beispiel Social Media, ist sie sogar gestiegen.

Politik will und muss handeln

Um zu verdeutlichen, wie viel Zucker sich in manchen Lebensmitteln befindet, eröffnete der AOK-Bundesverband parallel zum Gipfel 2018 den ersten transparenten Supermarkt. Den dort gezeigten Produkten wurde ihr Zuckergehalt in Form von Würfelzucker entgegengestellt. Bei der Vorstellung des Supermarktes wurde Karl Lauterbach, Vize-Chef der SPD-Bundestagsfraktion und Gesundheitspolitiker, dann auch sehr deutlich: Es braucht eine klare Kennzeichnung auf Lebensmitteln und auch eine Zuckersteuer.

Julia Klöckner, Bundesministerin für Ernährung und Landwirtschaft, hatte bereits vor dem Gipfel angekündigt, den Zuckergehalt bei Lebensmitteln für Klein- und Kleinstkinder per Gesetz zu senken. Diese Absicht bekräftigte sie auch in ihrem Vortrag. Trotzdem hält sie nach wie vor eine Selbstregulierung durch die Industrie für den besten Weg.

Nun spricht @JuliaKloeckner beim #ZRG2018: "Wir wissen mehr denn je darüber Bescheid, was die Grundlagen einer gesunden Ernährung sind." Es besteht nur ein Vermittlungsdefizit. Aber: Verbraucher und Wirtschaft tragen beide Verantwortung für eine gesündere Ernährung. pic.twitter.com/CjRKwbPVCL

— AOK PLUS in Sachsen und Thüringen (@aok_plus) October 17, 2018

Freiwilligkeit vs. Zwang

In eine andere Richtung gingen Martin Litsch, Vorstandsvorsitzender des AOK-Bundesverbandes, und Dr. Robert Lustig, Mediziner an der University of California. Martin Litsch zeigte sich skeptisch, dass die Industrie von sich aus weniger Zucker einsetzen wird. Einer freiwilligen Vereinbarung sei generell zuzustimmen, sollten aber keine messbaren Ergebnisse eintreten, bedürfe es einer gesetzlichen Regelung.

Dr. Lustig ging gleich einen Schritt weiter: Wie bei Tabak und Alkohol würde ohne eine gesetzliche Vorgabe keine Reduktion von Zucker in Lebensmitteln stattfinden. Der Mediziner forscht seit Jahren zum Einfluss von zugesetztem Zucker auf die Gesundheit. Ihm zufolge liegt die steigende Zahl von Übergewicht (in Deutschland sind jeder zweite Mann und 70 Prozent der Frauen übergewichtig) und Diabetes-Erkrankungen am zu hohen Zuckerkonsum begründet.

.@RobertLustigMD beim #ZRG2018: übermäßiger Zuckerkonsum schadet auch "gesunden" Menschen. Die Auswirkungen zeigen sich nicht immer im Körpergewicht – auch bei schlanken Menschen leiden die Organe. pic.twitter.com/cjH6yCC3Oa

— AOK PLUS in Sachsen und Thüringen (@aok_plus) October 17, 2018

Lebhafte Diskussion

Lebhaft wurde es auf dem Gipfel während der Diskussion zwischen Dr. Dietrich Garlichs, ehemals langjähriger Vorstand der Deutschen Diabetes Gesellschaft, und Günter Tissen, Hauptgeschäftsführer der wirtschaftlichen Vereinigung Zucker e.V.

„Es ist keine Entschuldigung, nicht beim Zucker anzufangen, nur weil wir daneben auch noch zu viel Fett und zu wenige Ballaststoffe essen.“

von Dr. Dietrich Garlichs, ehemals langjähriger Vorstand der Deutschen Diabetes Gesellschaft

Die Positionen beider Teilnehmer waren bereits im Vorfeld bekannt. Und auch wenn sich beide darin einig sind, dass der Gesamtkaloriengehalt von Fertiglebensmitteln gesenkt werden muss, waren sie sich in der Umsetzung nicht einig. Garlichs plädierte dafür, beim Zucker zu beginnen, Tissen beharrte darauf, alle Nährstoffe zu betrachten.

Podiumsdiskussion zwischen @GuenterTissen und Dietrich Garlich @DDG_Tweets.
Garlich: es muss einen staatlich festgelegten Rahmen für die Nährwerte von Lebensmitteln geben – egal ob #Fett oder #Zucker. pic.twitter.com/jslresPgm2

— AOK PLUS in Sachsen und Thüringen (@aok_plus) October 17, 2018

Erste Schritte der Industrie

Wie eine Zuckerreduktion und verständliche Nährwertangaben aussehen können, stellen die Vertreter von Rewe und von Danone vor. Rewe hatte eine Kundenbefragung über den zukünftigen Zuckergehalt ihres selbstproduzierten Puddings durchgeführt. Über 100.000 Kunden beteiligten sich und der Großteil stimmte für die Rezeptur mit 30 Prozent weniger Zucker.

Danone wird im kommenden Jahr den sogenannten „NutriScore“ auf seinen Produkten abbilden. Im Gegensatz zur Lebensmittelampel wird auf diesem nicht jeder Nährwert einzeln einer Bewertung unterzogen, sondern der Nährwert des gesamten Produktes auf einer Skala von A (zum täglichen Verzehr geeignet) bis E (nur sporadisch verzehren) angegeben.

Was war noch los?

Während des Gipfels sind noch weitaus mehr Themen besprochen und Informationen geteilt worden. In den kommenden Wochen werden wir verschiedene Aspekte des zweiten Zuckerreduktionsgipfels noch separat beleuchten. Seien Sie gespannt!

Im Video: Martin Litsch, AOK-BV, zum zweiten Deutschen Zuckerreduktionsgipfel.

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