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Krebsvorsorge: Keine Angst vor dem Befund

Seit den 1970er Jahren hat sich die Zahl der Neuerkrankungen an Krebs in der Bundesrepublik fast verdoppelt, so das Robert-Koch-Institut in seinem jüngsten Bericht zum Krebsgeschehen. Zurückzuführen ist das vor allem auf die älter werdende Bevölkerung.Dass aus gesunden Zellen Tumorzellen werden, kann verschiedene Gründe haben. Meist kommen sogar mehrere Faktoren zusammen. Unsere genetische Veranlagung spielt […]

03.02.2017Autor/in: Katja ZeidlerRubrik: Versorgung und Innovation 1

Seit den 1970er Jahren hat sich die Zahl der Neuerkrankungen an Krebs in der Bundesrepublik fast verdoppelt, so das Robert-Koch-Institut in seinem jüngsten Bericht zum Krebsgeschehen. Zurückzuführen ist das vor allem auf die älter werdende Bevölkerung.

Dass aus gesunden Zellen Tumorzellen werden, kann verschiedene Gründe haben. Meist kommen sogar mehrere Faktoren zusammen. Unsere genetische Veranlagung spielt dabei eine wichtige Rolle, aber auch äußere Einflüsse: Unbestritten ist, dass radioaktive oder UV-Strahlen, Rauchen, bestimmte Viren und krebserregende Stoffe eine Erkrankung begünstigen. Auch falsche Ernährung, Übergewicht, zu viel Alkohol und zu wenig Bewegung können irreparable Schäden in unserem Erbmaterial verursachen.

Krankenkassen fördern Vorsorge

Man kann der Gefahr nicht ganz entgehen – aber das persönliche Krebsrisiko lässt sich senken. Und das ist die gute Nachricht: Früherkennung, Diagnostik und Therapie haben sich weiterentwickelt.

So sind heute viele Krebserkrankungen heilbar oder mit sehr guten Überlebenschancen verbunden, vorausgesetzt, sie werden in einem frühen Stadium erkannt. In Deutschland bieten deshalb die gesetzlichen Krankenkassen Früherkennungsuntersuchungen für häufig auftretende Krebserkrankungen an. Sie richten sich ausdrücklich auch an Menschen, die keine Symptome haben.

Sorglosigkeit und Vorbehalte

Doch die freiwilligen Untersuchungen sind für viele Versicherte immer noch ein rotes Tuch. Unter den Versicherten der AOK PLUS ging zwischen 2013 und 2014 nur etwa jeder vierte Mann über 45 Jahren zur Krebs-Früherkennung. Bei Frauen ab 20 waren es immerhin 50 Prozent.

Nur 24 Prozent der Männer und 50 Prozent der Frauen gehen zur Krebsvorsorge.

Warum? Mancher mag sich über seine Gesundheit keine Gedanken machen, so lange er nicht akut erkrankt. Anderen mag die Untersuchung unangenehm sein. Darmspiegelung? Um Himmels Willen, bloß nicht! Wieder andere fürchten sich womöglich davor, dass eben durch die Vorsorgeuntersuchung Krebs diagnostiziert wird. Auch das Risiko einer Überdiagnose besteht immer. Die Deutsche Krebshilfe informiert deshalb über Nutzen und Risiken von Früher- kennungsuntersuchungen.

Folgende Tests werden empfohlen

  • Haut: Alle 2 Jahre für Männer und Frauen ab 35 Jahren, für Versicherte der AOK PLUS bereits ab 14 Jahren! Eine weitere Sonderleistung der Gesundheitskasse: Ist eine Untersuchung mit dem Auflichtmikroskop nötig, übernimmt sie ebenfalls die Kosten.
  • Darm: Von 50 bis 54 Jahren jährlicher Test auf verborgenes Blut im Stuhl, ab 55 Jahren Angebot einer ersten Darmspiegelung. Wer keine Darmspiegelung möchte, kann ab 55 alle 2 Jahre einen Stuhl-Blut-Test machen lassen.
  • Brust: Bei Frauen ab 30 Jahren jährlich. Von 50 bis 69 Jahren werden Frauen alle zwei Jahre zur Mammographie eingeladen.
  • Gebärmutterhals: Für Frauen bereits ab einem Alter von 20 Jahren.
  • Prostata: Die häufigste Krebserkrankung bei Männern, deshalb ist die jährliche Untersuchung ab einem Alter von 45 Jahren empfohlen.

Vorsorge lohnt sich

Übrigens: Die AOK PLUS belohnt im Rahmen ihres Bonusprogramms die Teilnahme an Krebsvor- sorgeuntersuchungen und einem Raucherentwöhnungskurs, sowie die Registrierung bei der DKMS als Knochenmarkspender für Blutkrebspatienten.

Weltkrebstag am 4. Februar

Auch das sächsische Staatsministerium für Soziales und Verbraucherschutz informiert im Rahmen des Weltkrebstages in einer Presseinformation über die besseren Chancen gegen den Krebs – eben durch Vorsorge und verbesserte Diagnostik und Therapie. Dass die Krankheit auch junge Menschen betrifft und wie diese mit der Diagnose leben, dazu forscht die Universität Leipzig in einem Projekt namens Adolescents and Young Adults, kurz AYA. Hierzu wurden in dieser Woche erste Ergebnisse der Studie veröffentlicht.

Kommentare (1)

  • Janine Fromm

    am 15.02.2017 um 13.00 Uhr

    Ich gehe regelmäßig zur Vorsorge beim Gynäkologen und bin zuvor sehr aufgeregt. Ihre Überschrift trifft es sehr genau: die meisten Menschen haben Angst vor dem Befund. ich gehöre auch zu ihnen. Gerade weil die Krankheit im persönlichen Umfeld immer häufiger und früher diagnostiziert wird.
    Wenn Bekannte und Freunde dann von den Strapazen der Bestrahlung oder Chemotherapie berichten, ist das schon ziemlich bedrückend. Aber irgendwie auch motivierend, die Untersuchungen wirklich wahrzunehmen, um frühzeitig (hoffentlich) helfen zu können.
    Sie sollten vielmehr auf diese Untersuchungen aufmerksam machen!

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