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Zweckentfremdung der Telefon-AU? Das sagen die Zahlen

Abstand halten, Mund-Nase-Schutz tragen und regelmäßig Hände waschen – was auf der einen Seite der beste Weg ist, um die Verbreitung von Covid-19 zu verlangsamen, stellt andere Bereiche vor Probleme. Nicht nur Supermärkte, Fitnessstudios oder Friseure mussten sich um- bzw. ihre Arbeit einstellen. Auch Haus- und Fachärzte mussten sich Gedanken über zusätzliche Hygienemaßnahmen machen.Trotzdem blieb […]

24.06.2020Autor: Matthias GottschalkRubrik: Nachgefragt und Nachgehakt 0

Abstand halten, Mund-Nase-Schutz tragen und regelmäßig Hände waschen – was auf der einen Seite der beste Weg ist, um die Verbreitung von Covid-19 zu verlangsamen, stellt andere Bereiche vor Probleme. Nicht nur Supermärkte, Fitnessstudios oder Friseure mussten sich um- bzw. ihre Arbeit einstellen. Auch Haus- und Fachärzte mussten sich Gedanken über zusätzliche Hygienemaßnahmen machen.

Trotzdem blieb die Frage: wie kann verhindert werden, dass Praxen zu Verteilungszentren für das Virus werden? Krankenkassen und Ärztevertreter haben mit der Einführung der telefonischen Krankschreibung (Telefon-AU) am 9. März 2020 dafür gesorgt, dass Patienten mit leichten Erkrankungen der oberen Atemwege den Weg in die Praxis des Hausarztes nicht antreten müssen.

Gleichzeitig mit der Einführung sind auch Bedenken geäußert worden, dass das Angebot missbräuchlich genutzt werden könnte. Jetzt, mit drei Monaten Abstand und dem Ende der Telefon-AU zum 1. Juni 2020, lässt sich mit Zahlen der AOK PLUS ein erstes Fazit ziehen.

Obwohl noch keine vollständigen Daten vorliegen, ergibt sich ein deutliches Bild. Betrachtet man alternativ die Entwicklung der Arbeitsunfähigkeiten bei Erkältungsdiagnosen, so zeigt sich ein eindeutiges Bild: Zu Beginn der Pandemie-Maßnahmen (Kontaktverbot, Abstandsregelungen, geschlossene Schulen und Kindergärten, Kurzarbeit) in der 11. Kalenderwoche steigt die Zahl der AU-Fälle sprunghaft an (Grafik oben). Dabei ist zwischen den Regionen in Sachsen und Thüringen kein Unterschied festzustellen (Grafik unten)

Noch stärker als der Anstieg der AU-Fälle bei Erkältungskrankheiten ist deren Rückgang. Innerhalb von zwei Wochen sind diese bis unter das Vorjahresniveau gesunken und haben dieses eine Woche später sogar noch halbiert. Kontaktverbote, genauere Einhaltung der Hygieneregeln, das schöne Wetter, Homeoffice, weniger Stress – alles potentielle Gründe, die diesen Rückgang erklären würden. Deutlich wird aber, dass von einer Ausnutzung der Telefon-AU nicht die Rede sein kann.

Auch bei anderen Erkrankungen verzeichnet die AOK PLUS einen erheblichen Rückgang. So sind vor der Pandemie seit Jahresbeginn ca. 60.000 Fälle von Arbeitsunfähigkeit pro Woche neu bei der Gesundheitskasse eingegangen, nach Einführung der Pandemie-Maßnahmen liegen diese nur noch bei ca. 25.000 pro Woche.

Dieser Rückgang ist vor allem auf das Weniger an Atemwegserkrankungen zurückzuführen, die von über 61.000 Fällen in der 12. KW auf rund 5.000 Fälle ab der 18. KW gesunken sind. In der Grafik unten sind diese als J-Diagnosen (Krankheiten des Atmungssystems) zu erkennen. Eine detaillierte Übersicht aller Diagnoseschlüssel ist hier zu finden.

Andere Erkrankungen, wie im Bereich der Muskel-Skelett-Erkrankungen, Krankheiten des Verdauungssystems oder psychische Verhaltensstörungen, haben sich kaum verändert.

Die Bedenken über die Einführung der Telefon-AU lassen sich aus den Zahlen der AOK PLUS nicht belegen. Es scheint vielmehr so, dass dieses Angebot ein probates Mittel darstellen kann, um während zukünftiger Erkältungs- und Grippesaisons Praxen und Patienten zu entlasten und Ansteckungsketten zu unterbrechen. Der Gemeinsame Bundesausschuss sollte die Telefon-AU einer genauen Evaluation unterziehen, um deren Wirkung und potentielle Nutzbarkeit genau zu prüfen.

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