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Das AOK PLUS-Blog

Herzlich Willkommen auf unserem AOK PLUS-Blog. Hier schreibt ein buntes Autoren-Team aus der Unternehmenskommunikation. Wir sind echt grün: vom AOK-Urgestein bis zum Trainee. Wir posten zu hoffentlich allgemein interessierenden Neuigkeiten aus der Gesundheitsbranche, geben Einblicke in die AOK-Welt und teilen auch gerne unsere persönliche Sicht der Dinge. Weil Kommunikation nicht auf der Einbahnstraße funktioniert, laden wir Sie ein, unsere Beiträge zu kommentieren, Fragen zu stellen und Ihre Meinung mitzuteilen. Sie sind uns wichtig und willkommen.

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Neue Ärzte braucht das Land

Es ist schön in der Mitte Deutschlands, in Thüringen. Es gibt tiefe Wälder, hohe Berge, beeindruckende Spuren weltweit geschätzter Dichter und Denker. Und es gibt zu wenig Hausärzte. Aber es gibt auch diejenigen, die das nicht beklagen, sondern das Problem anpacken und gemeinsam Lösungen finden.

30.03.2017Autor: Bernd LemkeRubrik: Presse und Politik, Versorgung und Innovation 10

Die Herausforderung

Nicht nur, aber auch in Thüringen findet man in der hausärztlichen Versorgung eine Situation vor, die von einem hohen Durchschnittsalter (55 Jahre) der Hausärzte gekennzeichnet ist. Dazu kommen ein steigender Anteil an Ärzten in Teilzeit, sinkende Absolventenzahlen und ein höherer Versorgungsbedarf durch demografische Veränderungen. Die Nachbesetzungsquote bei Thüringer Hausarztpraxen beträgt lediglich rund 70%, so dass es derzeit noch 56 offene Hausarztstellen gibt.

Um das Problem zu lösen, gründeten der Freistaat und die Kassenärztliche Vereinigung schon 2009 die Stiftung zur Förderung der ambulanten Versorgung. Die Ziele der Stiftung in Kurzform:

  • Förderung der ambulanten Versorgung in Thüringen
  • Vergabe des Thüringen-Stipendiums an Ärzte in Weiterbildung
  • Anstellung von Ärzten in Stiftungs-Praxen
  • Unterstützung von Famulaturen in Arztpraxen
  • Unterstützung der Niederlassung in ländlichen Regionen

Die Erfolgsgeschichte

Die Stiftung hat in Thüringen schon 50 neue Hausärzte und einen Augenarzt hervorgebracht. Sie hat vier Ärzten über eine Stiftungspraxis den Weg in die eigene Niederlassung geebnet, bei drei weiteren ist sie noch dabei. Sie hat noch rund 150 Thüringen-Stipendiaten in petto, die sich in den nächsten Jahren in Thüringen niederlassen. Mehr als 300 Medizinstudenten interessieren sich über die Förderung ihrer Famulatur und des praktischen  Jahres für die Arbeit in Thüringen.

Die großen Unterstützer

Das alles geht nur mit vielen guten Ideen, guten Partnern und, nun ja, mit Geld. Direkt nach dem größten Geldgeber, der KV Thüringen, hat sich die AOK PLUS inzwischen bereits zum vierten Mal eingebracht und nun insgesamt 400.000€ beigetragen. Dr. med. Annette Rommel freut sich in ihrer Eigenschaft als Vorsitzende des Stiftungsbeirates, dass mit der AOK PLUS ein starker Partner an ihrer Seite steht, der mit ihr gemeinsam an die Zukunft der ambulanten ärztlichen Versorgung in Thüringen denkt und die Aktivitäten finanziell unterstützt. Dazu AOK PLUS-Vorstandschef Rainer Striebel:


Weitere Informationen:

Pressemitteilung der AOK PLUS

Stiftungs-Homepage

Freie Arztstellen in Thüringen

Kommentare (10)

  • Bernd Lemke

    am 06.04.2017 um 14.52 Uhr

    Hallo Studi, danke für die berechtigte Frage. Ich empfehle, diese Frage direkt an die Stiftung zu richten. Beim Termin zur Übergabe der 100.000 € an die Stiftung in Weimar habe ich Frau Antje Görnhardt kennengelernt – sie ist Mitarbeiterin der Stiftung und kann diese und weitere Fragen zum konkreten Ablauf sicher individuell beantworten. Ihre Mail-Adresse lautet: info@savth.de

  • Studi

    am 06.04.2017 um 14.43 Uhr

    … und wie kommt man als Medizinstudent in den Genuss der Förderung aus diesen Stiftungsgeldern ?????

  • Bernd Lemke

    am 03.04.2017 um 12.04 Uhr

    Vielen Dank für den interessanten Kommentar. Infrastruktur ist natürlich ein wichtiges Stichwort – neben der ärztlichen Versorgung gehören auch gute Verkehrsanbindung, schnelles Internet, Kitas, Schulen und andere öffentliche Einrichtungen (Kultur, Freizeit, etc.) zu den Pluspunkten für eine Region, in der ich mich niederlassen würde.

  • Paul

    am 03.04.2017 um 11.25 Uhr

    Sehr guter Ansatz! Es gibt verschiedene Prognosen für die nächsten Jahrzehnte bezüglich der ärztlichen Versorgung, alle sind sich jedoch einig, dass der Versorgungsbedarf aufgrund steigender Bevölkerungszahlen größer wird. Gerade in ländlichen Regionen wird sich deshalb der Ärztemangel immer deutlicher zeigen. Im Vergleich zum Nord- oder Südosten Deutschlands ist Thüringen hier noch gut bedient, in Mecklenburg-Vorpommern gibt es so viele Regionen abseits von Ballungsräumen, dass es besonders dort eng werden könnte. Man kann daher nur hoffen, dass dieses Projekt auch in anderen Bundesländern Anklang findet. Und um mich meinem Vorredner anzuschließen: es muss für Ärzte wieder reizvoll sein, auf dem Land zu arbeiten. Hier ist aber auch die Politik gefragt, wenn man beispielsweise an die entsprechende Infrastruktur denkt, die schon genug Ärzte davon abhalten, dort tätig zu sein…

  • Bernd Lemke

    am 03.04.2017 um 10.41 Uhr

    Danke für den interessanten Kommentar! Mehr Verbündete für die gute Sache zu finden, ist eine natürlich tolle Idee – ich werte das als Gesprächsangebot und freue mich auf unseren Austausch, meine E-Mailadresse ist hier im Blog zu finden.

  • Bernd Lemke

    am 03.04.2017 um 10.37 Uhr

    Danke für den interessanten Kommentar! Ideal wäre es in der Tat, wenn solche Steuerungsaktivitäten gar nicht nötig wären, weil die Mediziner sich quasi ganz von selbst öfter für die Arbeit als Allgemeinmediziner/Hausarzt entscheiden und sich dann auch noch auf dem Land niederlassen würden. Auch die Telemedizin wird in Zukunft sicherlich einiges erleichtern – wir als AOK PLUS stehen neuen Ansätzen positiv gegenüber, sie müssen halt Verbesserungen für die Versicherten bringen. Videosprechstunden als Unterstützung der ärztlichen Behandlung (nicht als deren Ersatz) können auf jeden Fall hilfreich sein. Wichtig in diesem Zusammenhang ist die verbindliche Festlegung auf technische Standards, damit nicht viele Insellösungen entstehen.

  • Bernd Lemke

    am 03.04.2017 um 10.18 Uhr

    Hallo Frau Görnhardt, besten Dank! Ist ja toll, dass es so gut funktioniert und die Thüringer sich über eine neue Arztpraxis freuen können!

  • Michael Rücker

    am 03.04.2017 um 09.42 Uhr

    Dieser Ansatz ist ein essenzieller Beitrag zur Lösung des demografischen Problems nicht nur in Thüringen. Medizinische Infrastruktur ist neben Verkehr, Breitband und Handel m:E. ein Schlüsselfaktor, um die Abwanderung aus dem ländlichen Raum zu begrenzen.
    Ich denke, die AOK sollte mit dem Modell auch auf die wohnungswirtschaftlichen Verbände zugehen – und überhaupt mit allen Beteiligten auf ein konzertiertes Vorgehen drängen.

  • Jens Hansel

    am 02.04.2017 um 21.40 Uhr

    Unter den gegebenen Rahmenbedingungen sind die Fördermaßnahmen der Stiftung ein sehr guter Ansatz, wie ich finde. Die Maßnahmen wirken ganz offensichtlich und sind auch plausibel, indem sie den Zugang zu den ärztlichen Aufgaben im ländlich geprägten (wirklich schönen) Thüringen unkomplizierter machen. Je niedriger die Schwelle und je einladender das Angebot, desto mehr Ärzte. Schön, dass die AOK als Krankenkasse die Vorhaben fördert; die Krankenkassen sind zumindest aus Sicht der Versicherten auch (mit) verantwortlich für die Qualität und Verfügbarkeit der Gesundheitsversorgung.

    Allerdings scheint es mir ein wenig wie die Behandlung von Symptomen, wenn man zusätzliche Anreize für die Ärzte schaffen muss, damit sie sich auf dem Land und nicht nur in den Großstädten niederlassen. Nach den mir bekannten Untersuchungen dazu gibt es sowohl persönliche Motivatoren (Wunsch der Ärzte, in urbanen Gegenden zu leben) als auch monetäre (die Vermutung, in Städten mehr Patienten zu finden bzw. eine höhere Spezialisierung im Tätigkeitsfeld zu finden).

    Maßnahmen, die an diesem Punkt ansetzen, wären meines Erachtens darüber hinaus sinnvoll. Zum Beispiel gehört dazu, dass es für Ärzte auch attraktiv sein muss, allgemein (und nicht spezialisiert) tätitg zu sein. Dass es die Sicherheit gibt, in Relation zum Ausgabenniveau ein adäquates Einnahmenniveau auch in ländlichen Gebieten in Thüringen zu erreichen. Und natürlich gehört dazu auch die Vereinfachung des Zugangs zu notwendiger Infrastruktur, die schon beim Internetzugang beginnt.

    Das ist nicht als Kritik an der Arbeit der Stiftung zu verstehen, sondern als ergänzende (und erst mittelfristig bis langfristig wirksame) Maßnahme.

    Ich bin auch gespannt, wie sich unter dem Lichte der neuen Möglichkeiten für Telemedizin die ambulante ärztliche Tätigkeit verändern kann; auch die erweiterten Möglichkeiten des Gesetzgebers könnten die Attraktivität von Praxen außerhalb der großen Städte durchaus steigern.

  • von Antje Görnhardt (Mitarbeiterin der Stiftung ambulante Versorgung Thüringen)

    am 31.03.2017 um 16.05 Uhr

    Wir sind wirklich sehr erfreut über diesen positiven und durchaus großzügigen Beitrag von Seiten der AOK Plus. Wir können mit dem heutigen Tag verkünden, dass wir bereits erneut eine Stiftungs-Praxis aus der „Niederlassungsfahrschule“ in die Eigenständigkeit entlassen konnten.
    Dank der AOK Plus werden wir auch Zukunft Ärzte nachhaltig für Thüringen gewinnen können.
    Herzlichen Dank dafür!

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