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Kieferorthopädie – ein erfolgreiches Behandlungsinstrument?

Fangen wir zunächst einmal von vorne an. Was genau verbirgt sich hinter „Kieferorthopädie“? Bei der Kieferorthopädie handelt es sich um ein langjährig etabliertes Fachgebiet der Zahnheilkunde, das sich mit Kiefer- und Zahnfehlstellungen beschäftigt. Per Definition sind es Krankheiten, die einer Behandlung bedürfen. Somit ist die kieferorthopädische Behandlung ein Leistungsbestandteil der gesetzlichen Krankenkassen. Die Rechtsgrundlage bildet […]

03.01.2019Autor: Stefanie RöhlRubrik: Versorgung und Innovation 0

Fangen wir zunächst einmal von vorne an. Was genau verbirgt sich hinter „Kieferorthopädie“?

Bei der Kieferorthopädie handelt es sich um ein langjährig etabliertes Fachgebiet der Zahnheilkunde, das sich mit Kiefer- und Zahnfehlstellungen beschäftigt. Per Definition sind es Krankheiten, die einer Behandlung bedürfen. Somit ist die kieferorthopädische Behandlung ein Leistungsbestandteil der gesetzlichen Krankenkassen. Die Rechtsgrundlage bildet § 29 Sozialgesetzbuch V sowie die entsprechende Richtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses.

Und was bedeutet das für den Versicherten? Werden die Behandlungskosten in jedem Fall übernommen?

Gesetzlich Krankenversicherte haben dann einen Anspruch auf Kostenübernahme von kieferorthopädischen Behandlungen durch ihre Krankenkasse, wenn eine Zahn- oder Kieferfehlstellung vorliegt, die das Kauen, Beißen, Sprechen oder Atmen erheblich beeinträchtigt oder zu beeinträchtigen droht. Dafür werden die kieferorthopädischen Behandlungen in Indikationsgruppen (sogenannte KIG-Gruppen) und innerhalb dieser Gruppen in fünf Behandlungsbedarfsgrade eingeteilt.

„Der Bundesrechnungshof impliziert, dass die gesetzlichen Kassen in Erfüllung ihres gesetzlichen Auftrages nutzlose Behandlungen zu Lasten der Solidargemeinschaft finanzieren.“

von Anke Krauspe, AOK PLUS

Für die Einstufung in die Grade 1 und 2 besteht keine Leistungspflicht der gesetzlichen Krankenkasse. Leichte Zahn- oder Kieferfehlstellungen werden somit in die private Verantwortung der Versicherten gelegt. Zudem bildet das Konstrukt aus Eigenanteilen und Erstattung bei erfolgreicher Behandlung einen hohen Anreiz, dass begonnene Behandlungen auch weitergeführt und nicht frühzeitig abgebrochen werden. Das ermöglicht letztlich einen zuzahlungsfreien Zugang zu einer kieferorthopädischen Behandlung – unabhängig vom sozialen Status. Diese Regelung weicht damit von vielen europäischen Nachbarländern grundlegend ab.

Nach Einschätzung des Bundesrechnungshofes gibt es keine Studien, die den Nutzen kieferorthopädischer Behandlungen belegen. Was sagen Sie dazu?

Es wird die pauschale Behauptung aufgestellt, dass der Nutzen einer kieferorthopädischen Behandlung nicht nachgewiesen sei. Das impliziert, dass die gesetzlichen Krankenkassen in Erfüllung ihres gesetzlichen Auftrages nutzlose Behandlungen zu Lasten der Solidargemeinschaft finanzieren.

Umso erstaunlicher ist diese Feststellung vor dem Hintergrund, dass es sich bei der Kieferorthopädie um eine Leistung des Sozialgesetzbuches Teil V, § 29 handelt und sich daraus ein Rechtsanspruch der gesetzlich Versicherten gerade zu dieser Leistung ergibt. Untersetzt wird dieser Leistungsanspruch von konkreten Richtlinien des Gemeinsamen Bundesausschusses, der in seinen Richtlinien klare Indikationsgruppen und auch -kriterien aufgestellt hat, die zur Prüfung der Leistungsanträge genutzt werden müssen.

Der Bundesrechnungshof moniert weiterhin, dass bei fast gleich bleibenden Ausgaben die Patientenzahl von 2001 bis 2015 um ca. die Hälfte gesunken sei.

Das können wir anhand unserer Abrechnungszahlen nicht bestätigen. Bei der Analyse der Kostenentwicklung kieferorthopädischer Behandlungen haben wir speziell auf die 10- bis unter 18-Jährigen abgestellt. Die bei der AOK PLUS tatsächlich nachzuweisende Fallzahlabsenkung um ca. 17 % von 2001 bis 2015 trägt insbesondere dem 2002 eingeführten neuen Bewertungsschema für die Kostenübernahme kieferorthopädischer Behandlungen (KIG-System) Rechnung.

„Tatsache ist, dass bei der AOK PLUS fast jedes zweite Kind von 10 – 18 Jahren eine kieferorthopädische Behandlung erhält.“

von Anke Krauspe, AOK PLUS

Darüber hinaus hatten wir – bedingt durch geburtenschwache Jahrgänge – in diesen Jahren weniger Kinder und Jugendliche in dieser Altersgruppe versichert. Insofern werden hier demografische und genehmigungstechnische Effekte unzulässig vermengt. Tatsache ist, dass auch bei der AOK PLUS fast jedes zweite Kind (47 Prozent) in der Altersgruppe von 10 – 18 Jahren eine kieferorthopädische Behandlung erhält.

Wie ist es mit den Behandlungskosten? Sind diese tatsächlich nicht gesunken?

Zwischen 2001 bis 2015 sind die Kosten für kieferorthopädische Behandlungen bei AOK PLUS-Versicherten um 8 Prozent gesunken. Bereits ab 2016 stiegen die Ausgaben jedoch kontinuierlich wieder an.

Diese Kostenentwicklung hat verschiedene Ursachen. Einerseits die Vergütungssystematik selbst. Die Vergütung der kieferorthopädischen Behandlung setzt sich aus dem zahnärztlichen Honorar und den Material- und Laborkosten zusammen. Das Honorar ist Bestandteil der zahnärztlichen Gesamtvergütung und wird zwischen den Vertragspartnern (jeweilige Krankenkasse und Landes-Kassenzahnärztliche Vereinigung) verhandelt.

Die Vergütungsverhandlungen orientieren sich seit 2012 neben der Grundlohnsummenentwicklung auch an den Veränderungen der Praxiskosten, der Versorgungs- und Versichertenstruktur sowie der Morbiditätsentwicklung. Allein die Steigerung der Grundlohnsumme – als Orientierungsgröße für allgemeine Lohnsteigerungen von allen Erwerbstätigen – betrug zwischen 2001 und 2015 insgesamt ca. 25 Prozent. Das bedeutet, diese Preissteigerung musste sich in der Vergütung auch bei der Kieferorthopädie niederschlagen.

Darüber hinaus beeinflussten gesetzliche Regelungen wie die verordnete Ost-West-Angleichung in den Jahren 2012 und 2013 die Höhe der jeweiligen Vergütung. Zusätzlich werden die Preise für Material und Laborkosten jährlich unter Berücksichtigung der Grundlohnsummenentwicklung angepasst.


Die AOK PLUS die erste Krankenkasse überhaupt, die einen Zuschuss zur erweiterten Prophylaxe für Kinder und Jugendliche zahlt. Weitere Informationen über die Kostenübernahme bei einer kieferorthopädischen Behandlung gibt es hier.

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