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Impfberatung statt Impfpflicht

Kleinkind wird gegen Masern geimpft

Ein Masernausbruch mit Hunderten Erkrankten hat uns gezeigt: Das Ziel, das gefährliche Virus bis 2015 in Deutschland auszurotten, ist gescheitert. Schuld sind große Impflücken.

30.06.2015Autor: Alexander FugmannRubrik: Presse und Politik 0

Ein Masernausbruch mit Hunderten Erkrankten hat uns gezeigt: Das Ziel, das gefährliche Virus bis 2015 in Deutschland auszurotten, ist gescheitert. Schuld sind große Impflücken.

Nach den turbulenten Wintermonaten wurde häufig über eine Impfpflicht diskutiert und viele haben sich die Frage gestellt: Wie viel Impffreiheit ist gesund?
Auch das neue Präventionsgesetz löst dieses Problem nicht. Ein abgeschwächter Kompromiss findet sich im neuen Gesetzestext wieder. Die bundesweite Impfpflicht gegen Masern ist damit vom Tisch. Das Impfen bleibt weiterhin Privatsache.

Impfberatung wird verpflichtend

So ist für Eltern, deren Kind in die Kita gehen soll, eine Impfberatung verpflichtend. Auch sollen bei einem Masernausbruch ungeimpfte Kinder leichter von der Kinderbetreuung ausgeschlossen werden können. Bei Erwachsenen soll zudem im Rahmen jeder Routineuntersuchung der aktuelle Impfstatus überprüft werden, um Impflücken zu schließen.

Was jedoch im ersten Moment ganz nett klingt, verfehlt seine Wirkung. Eine Impfberatung bedeutet noch lange keine Impfung. Auch der Ausschluss nicht geimpfter Personen erlaubt das Infektionsschutzgesetz schon seit Jahren.

Daher sollte zumindest in allen öffentlich Kitas und Schulen eine Impfpflicht für Masern bindend sein. Um frühzeitig die schutzlosen Kinder zu schützen. Damit kann unkompliziert eine hohe Durchimpfung erreicht werden und es gäbe in Zukunft weniger Lücken. Denn was früher versäumt wurde, zeigt sich heute.

Impflücke bei Erwachsenen

Laut Zahlen des Robert-Koch-Instituts sind 63 Prozent der im Jahr 2014 übermittelten Masern-Fälle Jugendliche oder Erwachsene– hier gibt es die größten Impflücken. Ein ähnliches Bild ergibt sich auch für 2015. Diese Umstände begünstigen Infektionsketten in diesen Altersgruppen. Ohne zusätzliche Impf-Anstrengungen für diese Gruppen wird es auch weiter Masernausbrüche in Deutschland geben.

Daher darf bis zum Ausbruch der nächsten Masernwelle die Impfpflicht weiter kein Tabu mehr sein. Und noch ein Wunsch an die Kassenärztlichen Vereinigungen und Ärztekammern: Ärztinnen und Ärzten, die vom Impfen abraten und Eltern damit verunsichern, sollte eine ordentliche Impfberatung, wie es das Präventionsgesetz vorsieht, auch eine Empfehlung sein.

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